Jetzt wird`s elektrisch!
Landkreis Görlitz | Landkreis Bautzen, 4. September 2018. Der Fahrdraht der ausgebauten Eisenbahntrasse zwischen Knappenrode und Horka steht ab dem 7. September 2018 inklusive der Verstärkungs- und Speiseleitung unter Hochspannung – von 15.000 Volt. Diese hohe Spannung sorgt dafür, dass Menschen schon in einer Entfernung von anderthalb bis zwei Metern einen meist tödlichen Stromschlag erleiden. Deshalb will die Bundespolizei an den Schulen über die Gefahren der Hochspannung informieren. Testfahrten sollen erst ab dem ab 29. Oktober 2018 stattfinden und bis zum Jahresende andauern. Die planmäßigen Aufnahme des Zugbetriebs erfolgt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018.
Abbildung: Die Ausbaustrecke bei Zentendorf kurz vor der neu errichteten Neißebrücke, hier noch ohne Fahrdraht
Hochspannung heißt: fernbleiben!
Die Test- und Messfahrten des elektrischen Zugverkehrs erfolgen mit hoher Geschwindigkeit, informiert die Deutsche Bahn. Die Trasse verliert ihren Baustellencharakter und wird zur befahrenen elektrifizierten Bahnstrecke. Die Deutsche Bahn AG und die Bundespolizei weisen aus diesem Anlass ausdrücklich auf die Gefahren bei unbefugtem Betreten von Bahnanlagen hin. Wer auf Brückenvorbauten, Maste oder Wagen klettert, begibt sich in Lebensgefahr. Bereits die Annäherung an die Oberleitungsanlage und ihre Aufhängungen endet in aller Regel mit einem tödlichen Stromschlag. Dies gilt auch für das Hantieren mit Luftballons, Drachen und Wasserschläuchen neben und über der Bahnanlage.
Die Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf bietet Präventionsunterrichte an Schulen an, um Kinder für die Gefahren im Bereich der Bahnanlagen zu sensibilisieren. An der Strecke werden zusätzliche Hinweisschilder angebracht, die auf die Gefahren aufmerksam machen.
Informationen zum Verhalten an Bahnanlagen gibt auch unter Deutsche Bahn > Unfallprävention und unter Deutsche Bahn > Olis Chance.
Zahlen und Daten zum Gesamtprojekt:
- Wiederherstellung der Zweigleisigkeit auf 55 km; Erneuerung der Gleise in den Bahnhof Knappenrode, Niesky und Horka
- Umbau/Neubau: 31 Eisenbahnbrücken/vier Straßenbrücken; Modernisierung von 33 Bahnübergängen; Neubau und Anpassung aller Bahnsteiganlagen und Zuwegungen
- Neubau Streckenelektrifizierung einschl. Bahnstromversorgung (mit statischem Umrichterwerk bei Lohsa, Autotransformerstationen und Schaltposten) und Neubau von fünf Elektronischen Stellwerken (ESTW) sowie Ausrüstung mit digitalem Zugfunk GSM-R (grenzüberschreitend)
- Einführung Europäisches Zugsicherungssystem ETCS
- Investition: ca. 520 Mio. EUR (Bund, Deutschen Bahn, EU und Freistaat Sachsen)
- Streckengeschwindigkeiten: bis zu 160 Stundenkilometer
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- Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 04.09.2018 - 00:58Uhr | Zuletzt geändert am 04.09.2018 - 01:35Uhr
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