Spottlied auf die B178n

Zittau | Löbau | Weißenberg, 4. Mai 2015. Die B178n sollte nicht allein den Süden des Landkreises Görlitz - die Wirtschaftsregion Zittau und das Zittauer Gebirge - an die Autobahn A4 anbinden, sondern zugleich eine leistungsfähige Nord-Süd-Trasse bis ins böhmische Reichenberg (Liberec) sein. Seit 15 Jahren wird an der B178n gebaut. Die "Jahrhundertbaustelle" (die Fertigstellung wird wohl hundert Jahre dauern) ist nun Gegenstand eines Spottlieds geworden.
Abbildung: Der Knoten der B178n / B99 in Zittau - hier ein Foto aus dem Jahr 2006 - ist längst fertiggestellt. Nun hapert es an den letzten Kilometern bis zur Autobahn.

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Stänker: Zeit für Fertigstellung drängt

Zuletzt gab es Diskusssionen, weil die Lücke bis zur A4 anstelle des bis dahin vierspurigen Ausbaus nur noch mit drei Fahrspuren geschlossen werden sollte - ein neue Prognose hatte weniger Verkehrsaufkommen vorausgesagt als ursprünglich angenommen.

Wirtschaft und Lokalpolitik setzen sich für die ursprünglich geplante vierspurige Fertigstellung der Straße ein.

Erfahren Sie mehr zur B178n!
17.02.2015: B178n: Planung nach dem Motto wünsch Dir was?
31.01.2015: Neue B 178 wird schmaler



Kommentar:

Dem, der in Zittau lebt, bietet die liebenswerte, knapp 26.000 Einwohner zählende Stadt im Dreiländereck wichtige Pluspunkte an Lebensqualität: Florierende Gewerbegebiete mit dreischichtig produzierenden Unternehmen, Kulturszene, Theater, zwei Hochschulen, bürgerschaftliches Engagement, das Zittauer Gebirge vor der Haustür, der nahe Christinasee (Kristýna) und die unweit gelegene pulsierende Großstadt Reichenberg (Liberec), das Riesengebirge (tschechisch Krkonoše, polnisch Karkonosze) und das Skigebiet am Jeschken (Ještěd ) machen die Stadt attraktiv zum Wohnen und Urlauben - wenn man nur nicht so sehr am Arsch der Welt wäre.

Ob mit Auto oder Eisenbahn, Zittau ist einfach nur umständlich zu erreichen. Das schreckt ab, Fremde wie Einheimische, von denen die Agilsten ihr Glück lieber in der Ferne versuchen. Ein Umstand, der sich schon jetzt in der gesamten Region um Zittau deutlich abbildet. Der demografische Wandel scheint hier beschleunigt.

Auch Politik und Verwaltung müssen sich an Ergebnisses messen lassen. Beim Bau der B178n kommen die nur tröpfchenweise. Dafür hat die Region aber keine Zeit mehr,

meint Ihr Fritz R. Stänker

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  • Quelle: red | Foto: © Zittauer Anzeiger
  • Erstellt am 04.05.2015 - 07:15Uhr | Zuletzt geändert am 04.05.2015 - 07:49Uhr
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