Die Nacht der langen Museen - oder wie?

Bautzen / Budyšín. Ab sofort hat man was vor in Bautzen in der Nacht des 15. Mai 2010: An diesem Sonnabend steigt nun schon zum siebenten Mal die „Lange Nacht der Museen“. Hier finden Sie das Programm.

Eine kulturelle Mainacht

Die „Lange Nacht der Museen“ ist zur Tradition im Bautzener Kulturkalender geworden. Zehn Museen und kulturelle Einrichtungen der Stadt Bautzen öffnen zwischen 18 und 24 Uhr ihre Türen und präsentieren ein an Höhepunkten reiches Programm.

Nachdem 2009 der besondere Fokus auf der Wiedereröffnung des Museums Bautzen lag, werden im Jahr 2010 nun wieder zehn Einrichtungen ihre Häuser und deren Geschichte, ihre Arbeit und ihre aktuellen Projekte, ihre dauerhaften wie aktuellen Ausstellungen präsentieren. Gemeinsam wollen sie mit Literatur, Kunst, Theater, Geschichte, Musik und Tanz eine unterhaltsame, erlebnisreiche und schöne Mainacht gestalten.

Der Rietschel-Giebel lebt

Wer sich zu einem Spaziergang durch Bautzen aufmacht, den erwarten unter anderem Lesungen mit Tatjana Meissner, Thomas Rosenlöcher und, als Höhepunkt des Abends, die Konzertlesung von Stephan Krawczyk.

Es können die Stufen hinauf auf die Aussichtsplattformen von Reichenturm und Alter Wasserkunst genommen werden, um einen seltenen Blick auf das abendliche Bautzen zu genießen. Am Mühltor weiß der Torwächter von alten Zeiten zu berichten und die Sandstein-Figuren des Rietschelgiebels werden gleich mit zwei Aufführungen ins Scheinwerferlicht geholt.

Von Schätzen und Räubern

Besondere Aktionen erwarten die Jüngsten. Sie können am frühen Abend nicht nur Räubergeschichten hören, sondern auch auf Schatzsuche gehen oder knifflige Rätsel lösen. Keine Sekunde zu verpassen, das wird schwierig, denn der Abend hat noch Vieles zu bieten. Mit spannenden Inszenierungen, interessanten Vorträgen und Gesprächen sowie Führungen durch die Ausstellungen möchten die Einrichtungen ihren Besuchern ein nicht alltägliches Kulturerlebnis bereiten. Und damit zwischendurch nicht die Puste ausgeht, kann bei kulinarischen Spezialitäten und Live-Musik ausgeruht und Kraft für den weiteren Weg getankt werden.


Eintriittskarten kaufen und hingehen!
15. Mai 2010, von 18 bis 24 Uhr, Bautzen.
Für die Besucher gibt es einen Flyer auf dem alle beteiligten Museen und Einrichtungen sowie deren Programm vorgestellt werden. Ein Übersichtsplan kennzeichnet deren Standorte in der Stadt.
Der einmalige Erwerb einer Eintrittskarte ermöglicht den Besuch aller Veranstaltungsorte an diesem Abend. Ab sofort können die Eintrittskarten in allen teilnehmenden Einrichtungen (ausgenommen die Gedenkstätte Bautzen) sowie in der Tourist-Information Bautzen-Budyšin erworben werden.
Preise (Erwachsene / ermäßigt): Vorverkauf (4 Euro / 2 Euro), Abendkasse (6 Euro / 3 Euro), ab 22.00 Uhr (3 Euro / 1,50 Euro)


Programm der einzelnen Veranstaltungsorte

Reichenturm Bautzen

Nach der traditionellen Eröffnung der Langen Nacht 18.00 Uhr durch Bautzener Turmbläser können die 135 Stufen bis zur Aussicht erklommen werden. Die einzigartige Aussicht auf die alte Stadt und die reizvolle Landschaft der Oberlausitz bietet ein wenig Entspannung bei der Vielzahl der Angebote dieses Abends. Die heutigen Türmer halten im Wächterstübchen Informationen zur Geschichte von Bau und Erhaltung des Reichenturmes parat, der über die Jahrhunderte immer schiefer wurde und trotzdem fest und sicher steht.

Bautzen gilt als Stadt der Türme, sicher zu Recht, denn es gibt hier nicht nur eine große Zahl solcher Bauwerke. Ein jedes kann auf eine bewegte Geschichte verweisen, beeindruckt auf seine Weise und hat bis heute wichtige Funktionen innerhalb der tausendjährigen Stadt.

Der Reichenturm - der schiefe Turm von Bautzen - wurde einst zum Schutz der Stadt, speziell des wichtigen Stadtzuganges am Reichentor erbaut und dient heute als Aussichtsturm. Seit dem späten Mittelalter verrichten Türmer auch in Bautzen ihren Dienst. Drei Türme waren ständig besetzt. Die Aufgaben der Wachleute bestanden darin, der Stunden Lauf zu verkünden und vor allem über das Wohl der Stadt zu wachen und im Ernstfall Alarm zu schlagen.

Der Reichenturm gab den Bautzenern mehrfach Anlass zur Sorge. Immer wieder gefährdeten Neigungserscheinungen die Standsicherheit. Beim Bau erhielt der Turm als Gründung nur eine 80 Zentimeter tiefe lockere Füllschicht. Bereits 1724 neigte er sich nach Nordwesten. Vor sechzig Jahren war der Turm so schief, dass er umzustürzen drohte. Dank des Einsatzes von Baumeister Hans-Ernst Hentschke (1910-1983), der am 13. Mai 2010 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, konnte der Neigung Einhalt geboten und der Reichenturm stabilisiert werden. Seit 1953/54 beträgt die Neigung des Turms konstant 1,44 Meter in der Senkrechten. Mit Hilfe einiger Aufzeichnungen und Dokumente aus schwierigen Zeiten soll anlässlich der Langen Nacht der Bautzener Museen daran erinnert und die Leistungen der an der Turmsicherung beteiligten gewürdigt werden.

18.00 Uhr Traditionelles Turmblasen zur Eröffnung der „Langen Nacht“ 2010
18-24 Uhr Besichtigung des Reichenturmes


Stadtbibliothek Bautzen und Archivverbund Stadtarchiv / Staatsfilialarchiv

SEHEN - HÖREN - STAUNEN - die Stadtbibliothek und der Archivverbund laden gemeinsam zu einem bunten Programm auf die Schlossstraße ein. Der Archivverbund bietet die Möglichkeit an, einmal „Bautzen in 3D“ zu erleben. Wer diesen Lichtbildervortrag von Heinz Pietsch aus Bautzen (Mitglied der „Deutschen Gesellschaft für Stereoskopie e.V.“) nicht verpassen möchte, sollte sich zeitig einen Platz sichern, denn die Teilnehmerzahl ist bei den Vorführungen um 18.00 Uhr und um 20.00 Uhr jeweils begrenzt.

In der Stadtbibliothek kann man an einer „Geführten Wanderung“ teilnehmen, deren Höhepunkt wird der Blick in die Schatzkammer sein. Ab 21.00 Uhr heißt es dann „finde-mich-sofort.de - per Klick ins Glück oder per „net“ ins Bett?“. Die beliebte Fernsehmoderatorin Tatjana Meissner liest freche Texte aus ihrem Buch zur Partnersuche im Internet.

Für Kinder gibt es in der Stadtbibliothek eine „Räuberhöhle“, in der Räubergeschichten aus aller Welt erzählt werden und es kann gespielt und gemalt werden. In Kindheitserinnerungen schwelgen kann man in der Ausstellung „Das Mosaik reist um die Welt“ des Dresdener Mosaik Fanclubs mosa.X. Musikalisch rahmt das Duo „Mas que nas“ den Abend mit leidenschaftlicher Livemusik für Auge und Ohr. Für kulinarische Genüsse sorgt „Annetts Buffet“. Selbstverständlich kann auch wieder im großen Bücherflohmarkt gestöbert werden.

ab 18.00 Uhr Ausstellung „Das Mosaik reist um die Welt“, für Kinder:
Räubergeschichten aus aller Welt - erzählt, gespielt, gemalt“, Livemusik mit dem Duo „Mas que nas“, Kulinarisches serviert „Annetts Bufett“, Großer Bücherflohmarkt

18.00 + 20.00 Uhr „Bautzen in 3D“- Lichtbildervortrag (Heinz Pietsch, Bautzen), begrenzte Teilnehmerzahl
19.00 Uhr „Geführte Wanderung“ durch die Stadtbibliothek
21.00 Uhr Lesung mit Tatjana Meissner (“finde-mich-sofort.de“)


Alte Wasserkunst

Wer zur langen Nacht die Stufen hinauf auf die Plattform erklimmt, der kann den abendlichen Blick über die Dächer Bautzens genießen. Von Tilo Rosjat, dem Pächter der Alten Wasserkunst, erfahren die Besucher um 19.00 und 20.00 Uhr alles Wissenswerte rund um das technische Baudenkmal.

Im Außenbereich zwischen Mühltor und Alter Wasserkunst wird für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Der Weinbauer Juros präsentiert seine Spezialitäten. Live-Musik gibt es von der Gruppe „Prime-Time“ aus Dresden, die eine originelle Mischung zwischen aktuellen Hits, vergangenen Popsongs und und Klassikern des Rock’n’Roll spielen.

Im Jahre 1496 wurde die Alte Wasserkunst als hölzerner Turm erbaut. Nur wenige Jahre später, 1515, brannte das Bauwerk jedoch ab. Als steinerner Turm ließ der damaligen Ratsbaumeister Wenzel Röhrscheidt d. Ä. (1510-1582) die Alte Wasserkunst 1558 wiedererrichten. Seine trutzige Form erhielt der Bau aufgrund seiner Einbindung als Wehrturm in den Befestigungsring der Stadt. Das Wasser aus der Spree, später dann das Grundwasser, wurde über Kolbenpumpen im Turminneren bis in einen Kessel in der Turmspitze gepumpt. Von dort lief es über hölzerne Röhren weiter auf den Fleischmarkt und versorgte die Bautzener mit Trinkwasser. Noch bis ins Jahr 1965 hinein wurde das technische Bauwerk zu diesem Zweck betrieben. Heute ist die Alte Wasserkunst Technisches Baudenkmal und Aussichtssturm und zeigt in seinem Inneren wechselnde Ausstellungen.

ab 18.00 Uhr Besichtigung der Alten Wasserkunst, Kulinarisches und Live-Musik
19.00 + 21.00 Uhr Erläuterung der technischen Anlage


Mühltor/ Verein ALTSTADT BAUTZEN e.V.


Die Begegnungsstätte des Vereins ALTSTADT BAUTZEN e.V., das historische Mühltor, öffnet zur „Langen Nacht“ für die Besucher. Mitglieder des Vereins erläutern die Ausstellungen und beantworten Fragen. Zudem erzählt der „Torwächter vom Mühltor“ Interessantes über die Stadtgeschichte von Budissin.

Die Besucher haben vom Wendischen Kirchhof aus einen wunderschönen Blick auf die 100-jährige Friedensbrücke, zur Spree und natürlich auf die Altstadt

ab 18.00 Uhr Besichtigung des Mühltores, Kulinarisches und Live-Musik


Serbski muzej Budyšin – Sorbisches Museum Bautzen

Das Sorbische Museum präsentiert gemeinsam mit Schülern des Sorbischen Gymnasiums das Projekt „Stimmen – ein literarischer Dialog unter dem Triptychon „Huldigung den sorbischen Patrioten“ von Ante Trstenjak (1894–1970)“. Das Projekt ist Preisträger im Aktionswettbewerb um die diesjährige Eröffnung des 33. Internationalen Museumstages der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen Chemnitz. Das Triptychon „Huldigung den sorbischen Patrioten“ schuf der slowenische Maler und Grafiker Ante Trstenjak in den Jahren 1929/1930 in Würdigung bedeutender sorbischer Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Kultur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Gymnasiasten des Sorbischen Gymnasiums in Bautzen, Kooperationspartner des Sorbischen Museums, lesen Texte aus dem Schaffen einiger auf dem Gemälde dargestellten Persönlichkeiten. Sie verbinden mit deren Aussagen die Vergangenheit mit der Gegenwart und stellen ihre Ideen, Ansichten, Gedanken, Lebensweisheiten und Wertvorstellungen in den Kontext gesellschaftlicher und nationaler Entwicklung heute. Mit der szenischen Lesung mit Ton-, Bild- und Licht-Collagen sollen diese, aus der abstrakten historischen Bewunderung und Achtung „erweckt“ und vom „Olymp geholt“, zu konkreten gegenwärtigen Dialogpartnern werden.

Am Abend finden mehrmals thematische Führungen zu ausgewählten Ausstellungsinhalten statt. Auf Schatzsuche können Kinder bis ca. 12 Jahre gehen. Ausgewählte Exponate bilden dafür den Pfad durch die Ausstellungen und führen zur begehrten Schatztruhe.

18.00 Uhr Eröffnung 33. Internationaler Museumstag
ab 18.00 Uhr Schatzsuche für Kinder
19.00 + 20.00 + 21.30 Uhr Thematische Führungen zu ausgewählten Ausstellungsinhalten
19.30/ 21.00 Uhr „Stimmen - ein literarischer Dialog unter dem Triptychon „Huldigung den sorbischen Patrioten“ von Ante Trstenjak (1894-1970)“, Vorstellungen sorbisch-deutsch


Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen / Burgtheater

„Der doppelte Orest“ - Rietschelgiebel drinnen und draußen: Sie sind 16 Meter lang, fast drei Meter hoch, 15 Tonnen schwer und über 160 Jahre alt: Die Sandstein-Figuren des Rietschelgiebels. Die Figurengruppe ist gleichsam zu Stein gewordenes Theater. Zur „Langen Nacht der Museen“ können diese im Burgtheater besichtigt werden.

Am Abend erstrahlen sie gleich doppelt im Scheinwerferlicht. „Orest aus Stein“ heißt es um 19.30 Uhr vor den Figuren des Rietschelgiebels. Seit 2500 Jahren gibt es die Legende des Orest. Eine abenteuerliche Geschichte von Mord, Rache, Göttern, Liebe, Zorn, Unrecht und Schmerz. Mit Puppen erzählen die Spieler vor den überlebensgroßen Sandsteinfiguren des Bildhauers Ernst Rietschel Szenen aus seinem Leben. In unserer Zeit, in der die Kriege nicht aufhören, ist es eine gute Gelegenheit, sich dort zu treffen und die Göttin der Gerechtigkeit zu befragen, ob es eine Lizenz zum Töten gibt. Die Vorstellung findet im Rahmen der Reihe „Puppen, Wein und Kerzenschein“ statt. Bitte Karten reservieren.

Um 21.00 Uhr erstrahlt der Rietschelgiebel in einem ganz besonderen Licht. Mittels der Licht, Musik- und Toninstallation. In „DIE kleine ORESTIE“ Texteinrichtung von Ralph Oehme unter Verwendung de Orestie des Aischylos, erfährt der Betrachter auf unterhaltsame Weise Wissenswertes über Pallas Athene, Apollon, Orest, Klytaimnestra und die anderen Figuren, in deren Mittelpunkt Melpomene, die Muse der Tragödie prangt.

Von 18.00 bis 19.00 Uhr und ab 21.30 Uhr können die Figuren hautnah im Burgtheater besichtigt werden.

18.00 - 19.00 Uhr Besichtigung des Rietschelgiebels
19.30 Uhr „Orest aus Stein“ (Bitte Karten reservieren)
21.00 Uhr „DIE kleine ORESTIE“, Texteinrichtung von Ralph Oehme unter Verwendung der Orestie des Aischylos
ab 21.30 Uhr Besichtigung des Rietschelgiebels


Bautzener Kunstverein e.V. / Galerie Budissin

Ausstellung Eckehard Fuchs, Malerei, 16.4. bis 25.5.2010

„Keine Angst vor Kunst“ - unter diesem Titel eines Buches von Heinz Holtmann lädt der Kunstverein Anfänger und fortgeschrittene Kunstinteressenten zum unbefangenen Gedankenaustausch über das faszinierende, doch immer auch streitbare, Thema „Kunst“ in die Ausstellung von Eckehard Fuchs ein. Anschließend kann in der Galerie getanzt werden.

18.00-20.00 Uhr „Keine Angst vor Kunst“
20.30-23.30 Uhr Tanz für junge Leute in der Galerie


Museum Bautzen - Muzej Budyšin


Das Museum Bautzen lädt zu Führungen, Gesprächen und Aktionen ein. In der aktuellen Sonderausstellung „Tuchintarsien in Europa von 1500 bis heute“ ist erstmals seit 2004 der Bautzener „Flickenteppich“ wieder hier am Ort zu sehen. In kurzen Führungen rücken dessen Bilderwelten mit marschierenden Infanteristen, balancierenden Akrobaten und erblühenden Blüten in den Blick – und es gibt noch viele weitere Details zu entdecken.

orgestellt wird an diesem Abend auch das Engagement des der Förderverein PRO MUSEO e.V. im Rahmen des Projektes „Hominids for Schools“. Das Projekt verknüpft Informationen über unsere afrikanischen Vorfahren mit praktischen Lernmaterialien und fördert die Entwicklung von Schulpartnerschaften. Wissenswertes über Persönlichkeiten der Bautzener Stadtgeschichte erfahren die Besucher bei Themenführungen durch die Dauerausstellung.

Unter der Frage „Wer hat hier abgekupfert?“ werden aus dem Grafischen Kabinett selten gezeigte Kopien und Fälschungen hervorgeholt und ihren Originalen gegenübergestellt. Außerdem kann hier auch selbst gedruckt werden. Eine Entdeckertour für Kinder und größere Rätselfreunde führt entlang des Roesger-Pfades. Dabei gilt es knifflige Fragen zu beantworten.

ab 18.00 Uhr „Abgekupfert“ - Originale, Kopien und Fälschungen aus dem Grafischen Kabinett. Hier wird auch selbst gedruckt. Für Kinder: Entdeckertour mit kniffligen Fragen
18.00 + 20.00 + 22.00 Uhr „Wer ist wer in Bautzen?“ - Persönlichkeiten der Stadtgeschichte
18.30+ 20.30 + 22.30 Uhr „Hominids for Schools“ - Die Wiege der Menschheit: Afrika
19.00 + 21.00 + 23.00 Uhr „Säbelschwingende Husaren, rauchende Türken und Akrobaten auf dem Seil“ - Der Bautzener „Flickenteppich“


Gedenkstätte Bautzen

Geboten wird ein vielfältiges Programm mit Führungen, Lesungen, einer Sonderausstellung und einer Konzertlesung. Ab 18.00 Uhr finden stündlich Führungen durch die Sonderausstellung „Aufstand hinter Gittern. Der Gefangenenaufstand in der Strafvollzugsanstalt Brandenburg 1989/90“, eine Ausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, statt. (Dauer: 25 Minuten, ab 18.00 Uhr stündlich; letzte Führung 22.00 Uhr)

Der Schriftsteller Thomas Rosenlöcher liest aus seinen Erinnerungen an die Wendezeit und den Übergang von Ost nach West. Seine pointierten, oft heiteren Aufzeichnungen geben Einblicke in Privates wie Politisches. Dabei wirft er einen gelassenen und ironisch-skeptischen Blick auf die Ereignisse. Thomas Rosenlöcher, geboren 1947 in Dresden, studierte von 1976 bis 1979 am Literaturinstitut in Leipzig und lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Dresden. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen. (Dauer: 25 Minuten, ab 18.30 Uhr stündlich; letzte Lesung: 21.30 Uhr)


Abschlussveranstaltung in der Gedenkstätte Bautzen

Der Liedermacher und Schriftsteller Stephan Krawczyk trägt in seinem Programm „vom zusammen wachsen“ leidenschaftliche Lieder und spannend-authentische Geschichten vor, die nachdenkliche oder amüsante Einblicke in die deutsch-deutsche Erlebnisgeschichte geben.

Stephan Krawczyk, geboren 1955 in Thüringen, war ein vehementer Kritiker des DDR-Systems. Dadurch geriet er zusehends in das Visier der Regierung: 1985 erhielt der „staatskritische Sänger“ Berufsverbot. Aber Krawczyk ließ sich nicht abschrecken und gab geheime Konzerte in Kirchen. Es folgten Repressalien, Verhaftung und 1988 die Ausbürgerung in den Westen. Für seine Romane, Betrachtungen und Gedichte erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. (Beginn: 22.30 Uhr)

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  • Quelle: red
  • Zuletzt geändert am 01.05.2010 - 10:25 Uhr
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