Expressionistische Meisterwerke: Willy Schmidts druckgrafisches Werk in Görlitz
Görlitz, 23. März 2024. In der traditionsreichen Stadt Görlitz, die einst eine bedeutende Rolle in der Kunstszene des Expressionismus spielte, richtet sich der Fokus nun erneut auf einen ihrer prominenten Söhne: Willy Schmidt (1895–1959). Die Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesem außergewöhnlichen Künstler eine Sonderausstellung zu widmen. Die Ausstellung, betitelt „Expressionen. Druckgrafiken von Willy Schmidt“, hebt insbesondere Schmidts beeindruckendes druckgrafisches Werk hervor und bietet Kunstliebhabern eine seltene Gelegenheit, in die Tiefe seines Schaffens einzutauchen.
Paar am Kaffeehaustisch, Willy Schmidt um 1930, Linolschnitt, Görlitzer Sammlungen/Kulturhistorisches Museum
Foto: Kai Wenzel
Eine Hommage an Willy Schmidt
Willy Schmidt in seinem Atelier beim Betrachten von Grafiken, um 1950, Görlitzer Sammlungen/Kulturhistorisches Museum.
Repro: Kai Wenzel
Schmidt, bekannt für seine Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken sowie Plastiken und weitere Kunstformen, wird in dieser Sonderausstellung durch dreißig ausgewählte druckgrafische Arbeiten repräsentiert. Diese Werke, entstanden in den 1920er und frühen 1930er Jahren, umfassen eine beeindruckende Bandbreite an Themen – von biblischer Überlieferung bis hin zu modernem Großstadtleben.
Von der Lithografie zur expressionistischen Ikone
Willy Schmidt, der in bescheidenen Verhältnissen in Görlitz geboren wurde, entwickelte früh ein Interesse für soziale Themen, das sich in seinem künstlerischen Werk widerspiegelt. Nach einer Lithografenlehre und einem anschließenden Studium der Malerei an der Kunstakademie in Breslau unter Otto Mueller, erlebte Schmidt eine formative Zeit, die ihn künstlerisch prägen sollte. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und der Unterdrückung durch die Nationalsozialisten gelang es Schmidt, seinen expressionistischen Stil weiterzuentwickeln und schließlich nach 1945 wieder an die Öffentlichkeit zu bringen.
Bedeutung und Nachwirkung
Die Ausstellung bietet nicht nur einen Einblick in Schmidts künstlerische Genialität, sondern auch in die historischen und gesellschaftlichen Umstände, die sein Werk beeinflussten. Durch die Präsentation im Barockhaus wird zudem die Verbindung Schmidts zur Stadt Görlitz und ihrer kulturellen Geschichte hervorgehoben. Die Kabinettausstellung, die von Kurator Kai Wenzel betreut wird, unterstreicht die Bedeutung von Willy Schmidts Werk für die expressionistische Kunstbewegung und die Kunstgeschichte Görlitz'.
Besucherinformationen und Begleitmaterial
Die Ausstellung „Expressionen. Druckgrafiken von Willy Schmidt“ ist vom 22. März bis zum 22. September 2024 im Graphischen Kabinett des Barockhauses zu sehen. Die Eröffnung, bei der Kurator und Kunsthistoriker Kai Wenzel auch in das Werk von Willy Schmidt einführen wird, findet am 22. März 2024 um 16 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Für interessierte Besucher stehen weitere Informationen sowie ein Begleitheft zum Download auf der Website der Görlitzer Sammlungen zur Verfügung.
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- Quelle: red / Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur
- Erstellt am 18.03.2024 - 09:23Uhr | Zuletzt geändert am 23.03.2024 - 19:43Uhr
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