Lesebühne Hospitalstraße wagt Osterausgabe

Lesebühne Hospitalstraße wagt OsterausgabeGörlitz, 5. April 2019. Es ist der 20. April, den sich die Lesebühne Hospitalstraße auserkoren hat, um ihr Publikum ins Görlitzer Apollo-Theater zu locken und dort eine Osterausgabe zu kredenzen. So mancher wird aufatmen: Es die letzte Show vor der zum Glück langen, erst im Oktober endenden Sommerpause. Andere wiederum, die Lesebühnen-Junkies, hatten bereits befürchtet, es könnte der Oktober 2020 gemeint sein. Zu welchem Lager man sich auch zählt: Mit ihrer Sommerpause nimmt sich die Lesebühne die Chance, auf die kommunalpolitischen Entwicklungen in Görlitz zu reagieren, die im Mai vor der Rathaustür stehen.
Abbildung oben. Jana Berwig

Und dann ist erstmal Pause

Und dann ist erstmal Pause

Jens-Uwe Sommerschuh

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

Am Ostersonnabend also soll die aktuelle Spielzeit "mit einem unvergesslichen Programm abgeklatscht" werden, so die Ankündigung. Ob sich die Protagonisten der damit verbundenen Gefahren bewusst sind? Immerhin ist "s gladdschd glei" in weiten Teilen Sachsens ein geflügeltes Wort. Vielleicht verunsichert das die altrennomierten Bühnenautoren Axel Krüger und Mike Altmann, die diese Lesebühne auf dem Kerbholz haben, tatsächlich so stark, dass sie sich wahrlich illustre Gäste eingeladen haben.

Mit von der Partie auf der Apollobühne ist Jens-Uwe Sommerschuh, Autor und Kolumnist, vielen als kluger Alltagsbeobachter bekannt, der die Sächsische Zeitung im Feuilleton mit Kater Vivaldi qualitativ bereichert – da möchte man wirklich immer wieder wissen, wie es weitergeht. Sommerschuh lebt abwechselnd in Dresden und auf der italienischen Insel Alicudi. Im Gepäck für seine zweite Reise zur Görlitzer Lesebühne hat Sommerschuh seinen neuen Roman "Tarantella".

Für die Musik sorgt eine Lausitzer Pflanze, die sich nach Berlin umgetopft hat: Jana Berwig ist die größte Stimme, die Horka / Hórka jemals hatte. Nun feiert sie ihr Hospitalstraßen-Debüt. In ihrem Gepäck finden sich eine Gitarre, ganz viel Gefühl, das sie auf das Publikum verteilen will, und ihr aktuelles Album "Senorita". Das Album haben Berwigs Fans per Crowdfunding finanziert. "Musikliebhaber dürfen sich freuen. Auf leidenschaftliche Sehnsucht und bittersüße Traurigkeit, die sich leichtfüßig und hoffnungsvoll mit Jana Berwigs unverwechselbar klarer Stimme zu warmen Melodien aufschwingt", wird von den Lesebühnenmachern versprochen und man muss für einen Moment überlegen, ob das Warnung oder Werbung ist – am besten man prüft die Wirkung der jungen Dame durch persönliche Anwesenheit.

Prädikat: Unbedingt hingehen!
Sonnabend, 20. April 2019, 19.30 Uhr,
APOLLO Theater, Hospitalstraße 2, 02826 Görlitz

Geld anlegen!
Es sind die letzten Tickets der zu Ende gehenden Hospitalstraßen-Lesebühnen-Saison. Wie alles, das sich verknappt, sind sie besonders begehrt, was für einen frühzeitigen Erwerb spricht. Die aufzuwendenden zwölf Euro sind gut angelegtes Geld, verbindet sich doch mit dem Vorverkaufserwerb ein nicht zu unterschätzender Zusatznutzen: Das Verkaufsgespräch, hier eher Erwerbsgespräch, mit einer der charmanten Theaterkassendamen. An wen man an den anderen Vorverkaufsstellen gerät, ist eher nicht gewiss. Wer den zwischenmenschlichen Kontakt beim Kaufakt nicht mag, tut's online. Generalverweigerern bleibt nur die fast schon ehrenrührig zu nennende Abendkasse, an der Restkarten verhökert werden.

Gegendarstellung:
Mike Altmann und Axel Krüger sind keine aus dem berühmten Mike Krüger und den unbekannten Axel Altmann gemixten Marketingfiguren. Sie äußern sich nicht nur auf der Theaterbühne, sondern als Motoristen auch in der Görlitzer Stadtgesellschaft.

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  • Quelle: red | Fotos: PR
  • Zuletzt geändert am 05.04.2019 - 11:02 Uhr
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