Kantinenlesen und Novemberprogramm im Basta! Görlitz

Kantinenlesen und Novemberprogramm im Basta! GörlitzGörlitz, 25. Oktober 2017. So ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum wie das Basta! in Görlitz ist eine feine Sache, vor allem, wenn es sich, wie das Basta!, immer wieder verjüngt und nicht auf Berufsjugendliche setzt. Anzukündigen sind eine Leseveranstaltung im goldenen Oktober und das volle Programm für den eigentlich bluesigen November – der letzte Monat, bevor die leidige Weihnachtsduselei vollends einsetzt.
Abbildung oben: Jakob Hain, Symbol der deutschen Wiedervereinigung.

Kantinenlesen und Monatsprogramm

Kantinenlesen und Monatsprogramm

Sebastian Krämer.

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

Die Leseveranstaltung – das ist das Görlitzer Kantinenlesen: Am 27. Oktober kommen der Kantinenlesen-Erfinder Dan Richter, die beiden einem jährlich am Neißestrand zu erlebenden Autoren Jakob Hein und Uli Hannemann und – als ob das nicht reichen würde – der von den Dienstagspropheten aus Berlin bekannte Musiker Sebastian Krämer.

Krämer

  • gilt als (selbst)ironischer Sprachartist und poetischer Intellektueller (Dös gibt's oah!), was sich anhand der leisen und verschmitzten Unter- und Zwischentöne erkennen lässt.
  • gewann erst 2017 neben dem Hauptpreis und dem Publikumspreis der Sulzbacher Salzmühle erstmals auch den renommierten Deutschen Musikautorenpreis im Bereich Text Musikkabarett.

Er kommt also als Kombi aus altbekannten Autoren und erfolgreichem Chansonnier, Liedermacher und Kabarettisten daher. Passt! – denn man kann gar nicht genug betonen, dass sich das Görltitzer Kantinenlesen an alle Altersgruppen und sozialen Schichten wendet. Deshalb ist es schön, dass die Stadt Görlitz und die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien dasd Görlitzer Kantienenlesen nun schon seit zehn Jahren freundlich unterstützen.

Im Anmarsch auf Görlitz!

  • Jakob Hein, geboren 1971 in der damals Noch-Nicht-Heldenstadt-Leipzig, ist Schriftsteller und Arzt. Ja, er ist der zweite Sohn des Schriftstellers Christoph Hein und der Filmregisseurin Christiane Hein, herrje! Seit 1972 ist er Ost-Berliner, wo er dort eine Spezialschule für Mathematik besuchte, die er 1990 mit dem Abitur in der Tasche verließ.
    Hein studierte Medizin in Berlin, Wien, Stockholm und Boston und promovierte im Jahr 2000 an der Humboldt-Universität zu Berlin, arbeitet heute aber als Schriftsteller und Vorleser. Zwischen 1998 und 2011 war er Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Berliner Universitätskrankenhaus Charité. Seit 2011 arbeitet er als niedergelassener Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie. Er lebt mit seiner Familie in Berlin und schloss sich 1998 der dortigen Lesebühne "Reformbühne Heim & Welt" im Kaffee Burger (na, Sie wissen schon, der Kaminer) an. Sehr informativ ist seine Webseite www.jakobhein.de.

  • Uli Hannemann kann ja im Grunde genommen nichts dafür, dass er 1965 in Braunschweig geboren wurde – dafür, dass er in Berlin-Neukölln lebt und arbeitet, hingegen schon. Aus seiner Feder fließt in erster Linie Kurzprosa, die er mit Eifer auf den Berliner Lesebühnen "Reformbühne Heim & Welt" und "LSD - Liebe statt Drogen" vorträgt. Zudem ist https://ulihannemann.wordpress.com" target="_blank">Hannemann Mitglied der deutschen Autorennationalmannschaft (Autonama). Seine grotesk-schwarzhumorigen Geschichten handeln häufig vom "harten Leben" in Berlin-Neukölln, wenn man das so adjektivieren will. Oft lässt er auch seine Erfahrungen als Taxifahrer in seine Geschichten einfließen.

  • Dan Richter, ein echter 68er-erstmals-Lichterblicker, hat genau das in Berlin erlebt. Er ist Schriftsteller und Bühnenkünstler. Seine Texte werden in Tageszeitungen, Literaturzeitschriften und Anthologien den Massen nähergebracht. Richter ist Mitbegründer und Autor der wöchentlichen Literaturshows Chaussee der Enthusiasten (1999 bis 2015) und Kantinenlesen (seit 2000). 2001 begründete er die Improvisations-Ensembles "Foxy Freestyle", "Paula P.", "Die Bö" und "Berliner Dunkeltheater", von 2001 bis 2003 war er auf Poetry Slams in Berlin, München, Hamburg, New York, Boston und Chicago zu erleben. Nicht genug, Richter ist noch mehr.

  • Sebastian Krämer ist der Musikus des Abends. Er wurde – Wie gnadenlos! – 1975 in Ostwestfalen geboren und Dichter. Im lippischen Kalletal beheimatet, singt und dichtet er vor sich hin, hatte zu Schulzeiten schon Auftritte als Kabarettist und gewann Kleinkunst- und Kulturwettbewerbe. Mit seinen ersten abendfüllenden Kabarettprogrammen gastierte von 1992 bis 1995 regelmäßig im Theatercafé Freiburg. Es folgten bis heute kontinuierlich Gastspiele auf zahlreichen Kleinkunstbühnen Deutschlands und der Schweiz. Seit 1996 lebt Krämer in der Hauptstadt der Republik; im Zebrano-Theater ist er Künstlerischer Leiter und hat die eigene, monatliche Veranstaltungsreihe, die sich "Club Genie und Wahnsinn" nent.

    Doch Krämer ist mehr, so Mitglied der Lesebühne "Dienstagspropheten" und auch beim Rundfunk und im TV ist er präsent. 2009 gabs den Deutschen Kleinkunstpreis für Chanson. Zusätzlich zu seiner Bühnentätigkeit ist Krämer freier Komponist, Schriftsteller und eher unfreier Familienvater. Dennoch hat er bislang 13 Alben und zwei DVDs veröffentlicht und für sein Schaffen zahllose Auszeichnungen erhalten, zuletzt 2017 den Deutschen Musikautorenpreis.

Hingehen!
Freitag, 27. Oktober 2017, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr,
Jugendkulturzentrum Basta!, Hotherstraße 25, 02826 Görlitz.

Der Eintritt wirkt erleichternd und zwar um vier Euro.

Der Nobember ist: Basta!

  • Freitag, 3. November 2017, Einspielen ab 19 Uhr, Beginn ca. 19.30 Uhr:
    GR Kickerking - Monstermischtisch
    Voranmeldung über http://www.gr-kickerking.de (entscheidet über Anzahl der Tische), spontanes Erscheinen und späterer Einstieg sind während des Turniers möglich, keine festen Teams!
    Teilnahmegebühr: der letzte Euro.

  • Sonnabend, 4. November 2017, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr:
    Blues-Live-Konzert
    Blues-Konzert mit den Bands Tourette Boys (Psychedelic Power Blues aus Dresden und Berlin) und Tim Holehouse (Country Blues Punk aus England).
    Eintritt? Ei freili, fünf Euro.

  • Freitag, 10. November 2017, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr:
    Basta! Punk Rock Night
    Verträumtes Punk-Konzert mit den Bands Männi (das ist Punkrock aus Aachen) und Traumfresser (AntifaRapPunk aus Erfurt).
    Schon wieder Eintritt: fünf Euro.

  • Sonnabend, 11. November 2017, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr:
    Klinges Birthday Bash
    Konzert mit den Bands Oi Polloi, die Anarchocrust aus Schottland mitbringt, Lab Rats mit Bluesy Rocky Punk aus Liverpool und Horde. Horde steht für Doom/Crust/FastBlast aus Görlitz und Ostritz.
    Eintritt? Flupp, schon ist der nächste Fünfer weg!

  • Freitag, 17. November 2017, Einlass 22 Uhr, Beginn 23 Uhr:
    Back to Life - The 80's Pop & Wave Party
    Ein musikalisches und virtuelles Vergnügen für alle Fans der Achtziger und eine Offenbarung für alle, die dieses gern vergessene Jahrzehnt und dessen Lebensgefühl für sich entdecken wollen.
    Das gibt es schon für angemessene drei Euro Eintritt.

  • Sonnabend, 18. November 2017, Einlass 21 Uhr, Beginn 22 Uhr:
    Adrenalin & No Way Out Crew: 10 Jahre - alles für die Gang
    Eine herzliche gemeinsame Party der beiden genannten Vereine.
    Teilhaben kann, wer auf fünf Euro verzichtet.

  • Dienstag, 21. November 2017, Einlass 20 Uhr, Beginn 21.30 Uhr:
    Classic der Dicke – Grüne Eminenz Tour 2017
    Rap-Konzert mit Classic der Dicke aus der schönen Schweiz sowie Ost Block Kidz + DJ Flowhahn ausGörlitz, anschließend Aftershow-Party mit dem Berliner DJ Educut.
    Gib fünf Euro, dann kannste rein.

  • Freitag, 24. November 2017, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr:
    Görlitzer Kantinenlesen #78
    Autoren sind Micha Ebeling (LSD - Liebe Statt Drogen), Frank Sorge (Brauseboys) und Andreas Kampa (Ex-Chaussee der Enthusiasten); musikalische Begleitung: Jua, der Liedermacher aus Görlitz.
    Eintritt: alle Viere! Was die Euros betrifft.

  • Sonnabend, 25. November 2017, Beginn 22 Uhr:
    Champloo Music pres. Klubnacht, Basta! #13
    House-, Dub-, Disco- und Techno-Party mit Zambon aus der Hauptstadt der Republik und Dwell On aus Görlitz.
    Eintritt? Vier Euro.

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  • Quelle: red | Fotos: PR
  • Zuletzt geändert am 24.10.2017 - 22:49 Uhr
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