Große Katzen im Harz

Görlitz, 14. November 2016. Die Rede ist von den vor ungefähr 200 Jahren in Mitteleuropa ausgestorbenen Luchsen. Doch seit dem Jahr 2002 ist der Eurasische Luchs (lynx lynx) zurück im Harz. Hier im nördlichsten deutschen Mittelgebirge kommen immer wiedert junge Luchse zur Welt. Ein Gemeinschaftsprojekts des Landes Niedersachsen und der Landesjägerschaft hat Luchse mittlerweile zuverlässig auch weit außerhalb der Harzregion nachgewiesen.
Abbildung: Ein Luchs im Harz. Foto: © Ole Anders

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Veranstaltungen im Senckenberg Museum für Naturkunde Dresden

Auch Behörden in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind mittlerweile Kooperationspartner des Luchsprojekts Harz. Die Bestandsentwicklung konnte durch die Unterstützung vieler Förster und privater Jäger festgehalten werden.

Im März 2008 bekam ein erstes Luchsmännchens einen Sender, inzwischen ist deren Zahl auf 17 gestiegen. Die Daten erlauben Erkenntnisse darüber, wo sich die Luchse rumtreiben und wie sie sich ernähren. Auch Fotofallen, automatische Kameras im Wald, wurden ausgewertet; diese liefern zudem spannende und lustige Schnappschüsse beispielsweise von Hirschen, Rehen, Füchsen und – was nicht bestätigt wurde – Liebespärchen.

Allerdings: Trotz aller Mühen ist der Fortbestand des Eurasischen Luchses in West- und Mitteleuropa keineswegs sicher, weil die wenigen kleinen Vorkommen keinen Kontakt und so keinen gemeinsamen Nachwuchs zeugen können. Hoffnung gibt hier die Harzer Luchspopulation, die eine der ganz wenigen ist, die sich immer weiter verbreitet.

Der Koordinator der Luchsprojektes Harz, Ole Anders, nun Mitte November davon, was beim Luchs-Monitoring und bei der Forschung herausgekommen ist. Dabei kommen Erfolge, Konflikte und Herausforderungen bei der Arbeit mit der größten europäischen Katzenart zur Sprache. Das ist spannend: Wird es den Tieren tatsächlich gelingen, die Kulturlandschaft außerhalb des Harzes dauerhaft zu besiedeln, und was ist von einem Luchsvorkommen zwischen Raps- und Getreideäckern zu erwarten?

Hingehen!
Dienstag, 15. November 2016, 19.30 Uhr,
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz,
Seminarraum im Museum,
Neues aus der Naturwissenschaft:
Keine Angst vor großen Katzen – Luchse im Harz

Vortrag von Ole Anders, Nationalparkverwaltung Harz, Luchsprojekt.
Eintritt zwei Euro, ermäßigt einen.

Tipp!

Dienstag, 15. November 2016, 14 Uhr,
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz,
Naturwissenschaftliches Kolloquium:
Fang-Wiederfang-Studie mit Fotofallen zur Dichte des Luchses im Harz

Fachvortrag von Ole Anders, Nationalparkverwaltung Harz, Luchsprojekt.
Eintritt frei!

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  • Quelle: red | Foto: © Ole Anders
  • Erstellt am 14.11.2016 - 09:19Uhr | Zuletzt geändert am 14.11.2016 - 09:45Uhr
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