Kantinenlesen, 2ersitz, Jungla Jazz und Kleingeldprinzessin - und das alles auch noch in Görlitz!

Kantinenlesen, 2ersitz, Jungla Jazz und Kleingeldprinzessin - und das alles auch noch in Görlitz!Görlitz, 26. Januar 2016. Wer jetzt Angst hat, es könnte ganz dicke kommen - ja, es kommt, aber hübsch nacheinander: Ende Januar das Kantinenlesen #64, alles andere dann im April. Wer den Über- und Durchblick haben will, ist beim Görlitzer Anzeiger richtig.
Abbildung: Dota, die Kleingeldprinzessin, kommt samst Gitarristen im April 2016 nach Görlitz. Außerdem noch zwei Bands.

Vorschau auf April 2016 inklusive

Vorschau auf April 2016 inklusive

Gestatten: Sven van Thom!

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

So weit ist es gekommen, das neue Jahr, dass nun auch die erste Ausgabe des Görlitzer Kantinenlesens über die Basta!-Bühne geht. Das selbstverwaltete Görlitzer Jugendkulturzentrum hat sich ausschließlich Berliner Lesebühnenautoren und -musiker eingeladen und ist dabei auf Nummer sicher gegangen, den diese sind allesamt dem Görlitzer Publikum schon regelrecht vertraut und können an der Neiße Sympathiepunkte verbuchen.

Zum Start in die achte Saison der Görlitz-Berliner Lesebühne kommt erneut der Psychiater und Schriftsteller Jakob Hein (Sohn des Schriftstellers Christoph Hein) in die Location unterhalb der Peterskirche. Vorfreude herrscht auch beim Gedanken an Sven Van Thom, der im Jahr 2015 durch Görlitz-Abstinenz aufgefallen war. Bekannt für berührende Lieder wie "Schatz, halt's Maul" und "Trauriges Mädchen" hat er soeben sein neues Album "So geht gute Laune" rausgehauen.

Das "Görlitzer Kantinenlesen" gibt es seit September 2008 – und es kommt an! Immer am letzten Monats-Freitag kommen drei Berliner Schriftsteller und lesen meist knackige und unterhaltsame Texte für alle Generationen. Gut angelegtes Geld schießen die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und die Stadt Görlitz bei – Dankeschön!

Wer wagt sich denn da am 29. Januar aus der Hauptstadt raus in die Republik?

    • Jakob Hein ist so etwas wie ein Entwicklungshelfer, wurde er doch 1971 in der späteren Heldenstadt Leipzig geboren und kam erst später nach Berlin, um die dortige Szene als Schriftsteller und Arzt auf Trab zu bringen. Er ist der zweite Sohn des Schriftstellers Christoph Hein und der Filmregisseurin Christiane Hein, was unwichtig ist bis auf die Tatsache, dass diese Eltern ihn im Jahr 1972 mit nach Ostberlin nahmen und ihn dort auf die Spezialschule für Mathematik jagten. Dort gelang ihm 1990 das Abitur. Dann studierte Hein Medizin in Berlin, Wien, Stockholm und Boston und promovierte 2000 an der Berliner Humboldt-Universität. Heute arbeitet der Sohn seiner Eltern als Schriftsteller und Vorlesender. Allerdings: Von 1998 bis 2011 zugleich als Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Berliner Universitätskrankenhaus Charité, anschließend als niedergelassener Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie.

      Hein lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er sich 1998 der Lesebühne "Reformbühne Heim & Welt" im Kaminerschen Kaffee Burger anschloss. Seine Stories sind oft kurz und voller Witz. Sie beschäftigen sich immer wieder mit alltäglichen Themen, die oft geringschätzig als eigentlich unliterarisch angesehenen werden. Heins Werkverzeichnis nennt beispielsweise "Mein erstes T-Shirt" (2001), "Formen menschlichen Zusammenlebens" (2003), "Vielleicht ist es sogar schön" (2005), "Mexiko – Mexiko" (2005), "Herr Jensen steigt aus" (2006), "Gebrauchsanweisung für Berlin" (2006), "Antrag auf ständige Ausreise und andere Mythen der DDR" (2007), "Der Alltag der Superhelden" (2008), "Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht" (2008), "Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand" (2009), "Gute Nacht, Carola" (2010), "Wurst und Wahn. Ein Geständnis." (2011), "Fish'n'Chips & Spreewaldgurken" (2013) sowie "Deutsche und Humor - Geschichte einer Feindschaft" (2013).

    • Jochen Schmidt, geboren 1970 in jenem Teil Berlins, der damals Berlin mit einer Mauer umgeben hatte und selber draußen geblieben war, war in jüngeren Jahren Studierender der Informatik, Germanistik und Romanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1999 war ein denkwürdiges Jahr: Schmidt bekam den Open-Mike-Literaturpreis der Literaturwerkstatt Berlin und gründete als Mittäter flugs die Lesebühne Chaussee der Enthusiasten. Der Open Mike sollte nicht sein einziger Preis bleiben: 2002 kam der Publikumspreis des Steirischen Herbstes hinzu und 2004 der Förderpreis zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2007 folgte die Nominierung für den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb.

      Der Autor von "Triumphgemüse" (C.H.BECK, 2000), "Müller haut uns raus" (C.H.BECK, 2002) und "Meine wichtigsten Körperfunktionen" (C.H.BECK, 2007) ist auch in der Anthologie "Chaussee der Enthusiasten" (Voland & Quist, 2006) vertreten. 2008 kam "Schmidt liest Proust" heraus. Kein Ende: 2010 folgte die Kurzgeschichtensammlung "Weltall. Erde. Mensch.", im Folgejahr das literarische Alphabet "Dudenbrooks.". Der Roman "Schneckenmühle" erschien 2013, der Reise-Essay "Gebrauchsanweisung für Rumänien" und der Nachdruck der gleichnamigen FAZ-Serie "Schmythologie" 2013, schließlich die Bücher "Drüben und drüben" (mit David Wagner) 2014 und "Der Wächter von Pankow" 2015, im gleich Jahr auch noch die "Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland". Schmidt ist aktives Mitglied der deutschen Autorennationalmannschaft "Autonama".

    • Dan Richter ist kein 68er, wurde aber 1968 in Berlin geboren. Schriftsteller, Bühnenkünstler und seit 1999 Autor. Veröffentlichungen in Tageszeitungen, Literaturzeitschriften und Anthologien. Mitbegründer und Autor der wöchentlichen Literaturshows Chaussee der Enthusiasten (seit 1999) und Kantinenlesen (seit 2000). Begründer der Improvisations-Ensembles "Foxy Freestyle"; "Paula P.", "Die Bö" und "Berliner Dunkeltheater" 2001, dann bis 2003 auf Poetry Slams in Berlin, München, Hamburg, New York, Boston und Chicago. Improvisationslehrer und -theoretiker, Co-Autor und Übersetzer.

    • Sven van Thom heißt eigentlich heißt er Sven Rathke und ist 1977 in Stolzenhagen nördlich von Berlin auf der Erdoberfläche gelandet. Legendär: "Schatz, halt's Maul" und der bei Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" "Alle raus, ich hab Berlin gekauft!" Wer sich van Thoms Debüt-Album "Phantomschmerz" reingezogen hat, der weiß auch, was kommt: Unterhaltung mit wunderbaren Songs zwischen Melancholie und aberwitzigem Humor. 2012 dann das zweite Album "Ach!", eine Verbeugung vor einem Altmeister des Deutschen Humors Loriot. Das dritte Album "So geht gute Laune" erschien 2015, Kostproben daraus weren in Görlitz erwartet.

    Prädikat: Unbedingt hingehen!
    Freitag, 29. Januar 2016, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr,
    Jugenkulturzentrum Basta!, Hotherstraße 25, 02826 Görlitz (Nähe Altstadtbrücke).
    Der Eintritt kostet vier Euro.

    Vor-Ankündigungen!

    • Freitag, 15. April 2016, Einlass 20 Uhr.
      Es kommen die Bands 2ersitz (Leipzig, fröhlicher und tanzbarer Reggae, Soul, Latin, HipHop und Funk) und Jungla Jazz (Dresden, tanzbarer Mischmasch aus Drum'n'Bass, Jungle, Soul und Jazz) zum ersten Mal überhaupt nach Görlitz. 2ersitz sind sieben Musiker, davon drei Bläser, während Jungla Jazz mit sechs Musikern daherkommt. Der Eintritt erleichtert nur um fünf Euro.

    • Donnerstag, 21. April 2016, Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr.
      Hier kommt Dota aus Berlin! Die Dame ist auch als die Kleingeldprinzessin bekannt und nicht zum ersten Mal in Görlitz. Außerdem bringt die Liedermacherin ihren Gitarristen Jan Rohrbach mit. Ihre Lieder klingen nach Bossa Nova und Taschen-Swing, nach Reggae und Surfrock, ihre Texte erzählen von verstrickten und verzwickten Gefühlen des Alltags, voll Wortwitz und Leichtigkeit, und erobern so das Publikum in ganz Deutschland. Neben dem Gitarrero hat sie sie ihr erst Mitte Januar 2016 erschienenes Album "Keine Gefahr" im Gepäck.

      Dota ist dem Basta! seit zehn Jahren verbunden, hat hier schon gespielt, als sie noch nicht berühmt war. Tipp: Vorprogramm mit Jua, Liedermacher aus Görlitz und Basta!-Urgestein. Eintritt fünf Euro, alternativ: Dotas Auftritt mit Band in Leipzig am 2. Februar 2016 für 18,70 Euro.

    Vorverkauf?
    Denkste, gibt es weder für den 15. noch für den 21. April 2016.

    Nutze das Internet!
    www.2ersitz.de
    www.junglajazz.de
    www.kleingeldprinzessin.de
    Last not least: www.basta-club.net

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  • Quelle: red | Fotos: PR
  • Zuletzt geändert am 26.01.2016 - 00:53 Uhr
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