Den Pool reinigen und pflegen – aber wie?

Den Pool reinigen und pflegen – aber wie?Görlitz, 24. August 2022. Ein Badepool ist auf dem Grundstück oder im Garten schnell aufgestellt und mancher entscheidet sich sogar für eine dauerhaft in den Boden eingelassene Variante. Um während der gesamten Badesaison sauberes Poolwasser genießen zu können, sind Reinigung und Pflege nicht erst zum Saisonende angesagt. Eine ganzjährige Nutzung kommt angesichts des neuen Beheizungsverbotes wohl nicht mehr in Frage.

Abb.: Ein eigener Pool – das hat einen Hauch von Luxus, ist aber vor allen Dingen bequem

Foto: Markus Spiske, Pixabay License

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Wie hält man einen Pool am besten sauber?

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Wer sich nicht um sauberes Wasser und einen insgesamt sauberen Pool kümmert, wird schnell keine Freude am Bad mehr haben. Nur eine regelmäßige und gründliche Reinigung des Swimmingpools erhält den Spaß im kühlen Nass. Die Poolpflege beinhaltet dabei die Reinigung des Wasser, des Poolbeckens, die Kontrolle und Regulierung des pH-Wertes sowie den vorbeugenden Schutz vor Kalkablagerungen.

Wer das Wasser im Pool sauber hält, hat weniger Arbeit bei der Reinigung. Seltener nötig wird das aufwendige Reinigen eines Swimmingpools durch Filter, die das Wasser wirksam von Fremdkörpern wie etwa Laub, Grashalmen, Insekten oder Schmutz befreien. Je nach Größe des Pools kommen unterschiedliche Filtertechnologien zum Einsatz, vom einfachen Kartuschenfilter bis zur leistungsfähigen Sandfilteranlage.

Ein Poolsauger hingegen dient dazu, feine Schwebe- und Sinkstoffe, die sich am Boden ansammeln, aufsaugen. Das entlastet zudem die Filteranlage, weil die Badenden von einem sauberen Boden nichts aufwirbeln.

Tipp:
Ein Poolroboter kann den Unterwasser-Reinigungsjob übernehmen. Neben mit Wechselstrom betriebenen Poolrobotern, die dann ein Abschlusskabel benötigen, gibt es Geräte mit Akkubetrieb.


Ist der Pool jedoch abgelassen oder ausgepumpt worden, kann das Becken mit speziellen Reinigungsmitteln saubergemacht werden. Diese Reinigungsmittel können sogar Verkalkungen lösen und vorbeugend wirken. Mit der nötigen Vorsicht und keinesfalls mit der Fräsdüse kann je nach Pooloberfläche ein Hochdruckreiniger eingesetzt werden – im Zweifel in die Pflegeanleitung schauen oder beim Hersteller beziehungsweise Händler nachfragen, bevor ein Schaden entsteht!

Poolreinigung im Frühjahr vor der ersten Benutzung

Bevor die Badesaison auf dem Grundstück oder im Garten startet, sollte der Pool vollständig gereinigt werden. Die Gefahr, das frisch eingefüllte Wasser sofort mit Bakterien oder Algen an den Poolwänden zu verunreinigen, ist sonst zu groß! In aller Regel befindet sich im Einbaupool Wasser, das bei der Wintervorbereitung aus Gründen der Statik ganz bewusst dort belassen wurde. Das muss nun vollständig abgelassen oder abgepumpt werden.

Die meisten Grundreinigungsmittel für Pools werden mit einem Schwamm oder einer Bürste aufgetragen. Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit reicht es meist aus, den Pool abzuspülen; nur stark verschmutzte Stellen müssen gegebenenfalls nachbearbeitet werden. Wie bereits erwähnt können insbesondere fest eingebaute Pools und Pools mit Stahlwänden eventuell vorsichtig mit einem Hochdruckreiniger behandelt werden, wenn das in der Anleitung erlaubt wird. Verschmutzungen, wie sie sich gern am Beckenrand bilden, können mit einem Beckenrandreiniger entfernt werden. Wichtig ist, dass mit ausreichend klarem Wasser nachgespült wird, um alle Rückstände zu entfernen und zu verhindern, dass Reinigungsmittel ins Badewasser gelangt.

pH-Wert und pH-Regulierung

Mit pH-Teststreifen muss der pH-Wert des Badewassers regelmäßig kontrolliert werden. Die pH-Skala reicht im Normalfall von Null bis 14, der neutrale Wert liegt bei 7,0. Werte darunter stehen für saures Wasser, Werte darüber für basisches Wasser. Beim Baden sollte der pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 liegen. Reguliert werden kann er mit handelsüblichen Chemikalien aus dem Pool-Fachhandel, die oft einfach nur "pH Plus" und "pH Minus" genannt werden. Hintergrund: Der pH-Wert ändert sich etwa durch Wasserzusätze, die Wassertemperatur und Verschmutzungen.

Deshalb kommt man nicht umhin, den pH-Wert während der gesamten Badesaison in Abständen – mindestens zweimal pro Woche – zu kontrollieren. Ein zu hoher pH-Wert führt zu Haut- und Augenreizungen und kann Kalkablagerungen am Beckenrand bewirken. Durch einen zu niedrigen pH-Wert kann es zu Schleimhautreizungen kommen und die Wirksamkeit der Pool-Pflegemittel nimmt ab.

Wasserpflege mit Chlor

Wurde frisches Wasser eingelassen und der pH-Wert eingestellt, wird zum Poolwasser Chlor hinzugegeben. Der Chlorwert sollte dabei zwischen einem halben und einem Milligramm pro Liter liegen. Mit einer sogenannten Stoßchlorung – etwa mit schnell löslichen Chlortabletten wird dabei der Chlorgehalt auf drei bis fünf Milligramm pro Liter erhöht – kann ein Algenbefall eingedämmt werden. Generell sollte der Chlorgehalt des Wassers wöchentlich geprüft werden, um die Wasserqualität zu erhalten.

Poolpflege während des Sommers

Damit der Pool während der Nutzung über mehrere Monate hinweg sauber bleibt und das Wasser nicht gewechselt werden muss, gilt es, den Pool regelmäßig zu reinigen. Grobe Verunreinigungen wie Laub, Insekten und anderer Schmutz werden mit einem Kescher von der Oberfläche entfernt. Wir beschrieben sollten der pH-Wert und der Chloranteil regelmäßig gemessen und gegebenenfalls korrigiert werden. Die Filteranlage muss entsprechend der Herstellerangaben kontrolliert und gereinigt werden. Setzen sich auf dem Poolboden Verunreinigungen ab, kommen ein Poolsauger oder ein Poolroboter zum Einsatz. Spätestens wenn der Boden rutschig wird, ist es so weit.

Poolreinigung nach der Badesaison

Wann die Badesaison endet, bestimmt jeder selbst. Wer eine Sauna im Garten hat und den Pool für die Abkühlung nutzt, wird diesen unter Umständen bis weit in den Herbst betreiben. Doch spätestens, wenn die ersten Fröste drohen, muss der Pool winterfest gemacht werden. Wer hier mit Bedacht vorgeht, hat zum Saisonstart im Frühjahr weniger Arbeit.

Aufbau- beziehungsweise Aufstellpools sollten grundsätzlich abgebaut und eingelagert werden – auch hier hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung. Aufblasbare Pools können schon bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt Schaden nehmen, müssen also rechtzeitig entleert, gereinigt und über den Winter trocken eingelagert werden.

Für die Überwinterung geeignet sind eingelassene Pools. Hier wird der Wasserspiegel so weit abgesenkt, dass die Einlaufdüse frei ist. Oft wird ungefähr ein Drittel des Wasserstandes abgelassen, die Anweisungen der Bedienungsanleitung sollte man genau beachten. Das verbleibende Wasser bildet einen Gegendruck gegen eventuelles Grundwasser und Bodenfrost könnte sonst die Seitenwände eindrücken. Außerdem kann das Wasser, wenn vorhanden, die Folie schützen.

Sollen die Algenbildung und Kalkablagerungen über den Winter vermieden werden, müssen zunächst der pH-Wert eingestellt werden und der Chlorgehalt, für den 0,5 bis 0,8 g je Liter empfohlen werden. Anschließend wird ein handelsübliches Winterschutzmittel für Poolwasser hinzugegeben. Beim gesamten Wintervorbereitungsprozess müssen die Hinweise zum jeweiligen Winterschutzmittel beachtet werden! Entleerte Leitungen des Pools werden mit Stopfen abgedichtet.

Tipp:
Eisdruckpolster, im einfachsten Fall aus Styropor, können die Poolwände schützen, wenn der Pool in einem strengen Winter vereist.


Abgedeckt werden sollte der Pool im Idealfall mit einer passgenauen und isolierenden Abdeckung, denn bilden sich Eiskristalle an den Seitenwänden des Beckens, kann bereits dadurch dessen Oberfläche in Mitleidenschaft gezogen werden. Wird nur mit einer Plane oder einer Folie abgedeckt, dann muss sichergestellt sein, dass weder Kinder noch Tiere auf den Pool gelangen. Bei Schneefall kann dieses Risiko auch für Erwachsene bestehen, weshalb sich ein provisorischer Zaun, etwa ein Netzzaun, wie er in der Hundehaltung verwendet wird, empfiehlt.

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  • Quelle: red | Foto: markusspiske / Markus Spiske, Pixabay License
  • Erstellt am 24.08.2022 - 19:46Uhr | Zuletzt geändert am 24.08.2022 - 22:57Uhr
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