Energetische Sanierung: Heiz- und Energiekosten effektiv senken

Energetische Sanierung: Heiz- und Energiekosten effektiv senkenGörlitz, 18. Dezember 2021. In Deutschland verzeichnen zahlreiche Hausbesitzer gerade in der kalten Jahreszeit einen zu hohen Energieverbrauch und das bei immer weiter steigenden Energiepreisenkosten. Um die Energieeffizienz des Eigenheims oder eines Mietshauses deutlich zu zu verbessern, lohnt sich grundsätzlich eine energetische Sanierung. Das schont auf Dauer nicht nur den Geldbeutel, sondern auch Umwelt und Klima.

Abb.: Die energetische Gebäudesanierung in Görlitz kann angesichts der vielfältigen, meist denkmalgeschützten Fassaden wie hier auf dem Postplatz zur Herausforderung werden. Der Häuslebesitzer auf dem Lande kommt dagegen meist einfacher weg. Auf Beratung sollte in keinem Fall verzichtet werden.
Archivbild: © BeierMedia.de
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Heizung austauschen? Das kann das BAFA in Weißwasser/O.L. fördern

Veraltete Heizungen, undichte Fenster und Türen, eine schlechte Wärmedämmung oder ineffiziente Altgeräte – bei vielen Immobilien besteht Nachholbedarf, um die Energiebilanz zu verbessern und Heiz- und Energiekosten zu senken. Allein in Deutschland sind 64 Prozent der Gebäude vor 1979 (Quelle: BMWi) erbaut worden und 40 Prozent der Wohnimmobilien sind in den letzten Jahren nicht energetisch saniert worden, so die KfW Bankengruppe, die ehemalige Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW genannt.

Gerade angesichts der steigenden Heizölpreise und Gaspreise kann eine energetische Gebäudesanierung lohnenswert sein. Nicht nur, dass sich die Heizkosten laut einer Studie der Verbraucherzentrale um bis zu 16 Prozent reduzieren lassen: Hausbesitzer können die Wohnqualität und der Wert ihrer Immobilie durch eine Sanierung beziehungsweise Modernisierung steigern. Nicht zuletzt ist die energetische Gebäudesanierung ein entscheidender Faktor im Rahmen der Energiewende, um den fortschreitenden Klimawandel aufzuhalten.

Welche Maßnahmen gehören zur energetischen Sanierung?

Hausbesitzer, die den Energieverbrauch ihrer Immobilie reduzieren und Kosten senken möchten, können verschiedene Sanierungsmaßnahmen ergreifen. Die meiste Heizenergie geht an einem Haus über das Dach und undichte beziehungsweise veraltete Fenster und Türen verloren.

Bis zu 28 Prozent der Wärmeenergie können allein an den Fenstern entweichen. Besonders hoch ist der Wärmeverlust an einfach verglasten Fenstern, weshalb eine zeitgemäße Dreifach-Verglasung in jedem Fall empfehlenswert ist. Auch alte Türen sollten ausgetauscht werden, um bis zu 25 Prozent Energie einzusparen. Inzwischen gibt es von einigen Herstellern wie Scheurich24 spezielle Wärmeschutztüren mit wärmedämmenden Elementen. Sie sorgen dafür, dass sich im Winter kein Schimmel bildet und sich die Räume im Sommer möglichst nicht aufheizen.

Darüber hinaus ist die Dämmung des gesamten Gebäudes eine der entscheidenden Sanierungsmaßnahmen, angefangen vom Keller, über die Außenwände bis hin zum Dach. Bei der Neueindeckung des Daches können Immobilienbesitzer zudem eine Photovoltaik-Anlage einplanen und einbauen. Mit einer modernen Heizungsanlage lassen sich die Betriebskosten effektiv senken, wobei die Wärmeerzeugung mit erneuerbaren Energien, wie Erdwärme oder Solarthermie, zusätzliche Einsparungen bietet.

Sanierungsfahrplan erstellen und clever Energieverbrauch senken

Entscheidend bei der energetischen Gebäudesanierung ist, dass die Maßnahmen in einer sinnvollen Reihenfolge umgesetzt werden. Es ist beispielsweise nicht empfehlenswert, zuerst neue Fenster einzubauen und erst später die Dämmung zu erneuern, da sich an den kalten Wänden Schimmel bilden kann. Umso wichtiger ist es, für die energetische Sanierung einen unabhängigen Energieberater hinzuziehen. Er analysiert, wo eine Sanierung angebracht ist, erstellt einen Sanierungsfahrplan und berechnet die möglichen Einsparungen.

Da die Komplettsanierung einer alten Immobilie bis zu 50.000 Euro kosten kann, ist es mit einem solchen Fahrplan möglich, die einzelnen Modernisierungsmaßnahmen zu staffeln. Statt das Gebäude in einem Jahr vollständig zu sanieren, lässt sich anhand der sinnvollen Reihenfolge aller Maßnahmen jedes Jahr ein Projekt umsetzen. Größere Vermieter können als kostensenkende Vorgehensweise das Serielle Sanieren gefördert bekommen. Für die einzelnen Umbauarbeiten sollten Immobilienbesitzer Handwerksbetriebe engagieren, die sich mit der energetischen Gebäudesanierung auskennen. Diese finden sie in der Regel über die örtlichen Handwerkskammern.

Fördermittel und Zuschüsse für die energetische Gebäudesanierung

Die Heizkosten- und Energie-Einsparungen der einzelnen Maßnahmen betragen zwischen 10 und 20 Prozent und amortisieren sich in der Regel nach acht bis 15 Jahren. Dennoch schrecken die hohen Kosten der energetischen Sanierung viele Hausbesitzer zunächst ab. Je nachdem, ob es sich um den Austausch von Fenstern und Türen handelt, eine neue Heizung, die Dach- und Fassadendämmung oder den Einbau einer Solarthermie-Anlage, liegen die Kosten der einzelnen Sanierungsmaßnahmen zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Sind mehrere Umbauten nötig, summieren sich die Kosten entsprechend.

Für die energetische Sanierung gibt es jedoch verschiedene Fördermöglichkeiten. Die KfW Bankenkruppe bietet zinsgünstige Kredite bis zu 150.000 Euro oder Zuschüsse bis 75.000 Euro für die Sanierung zum Effizienzhaus. Für Görlitz mit seinen knapp 4.000 Baudenkmalen stehen spezielle Förderkredite für die Denkmalsanierung bereit. Einzelmaßnahmen – wie die Dämmung oder der Einbau von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien – werden seit dem Juli 2021 über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Weißwasser/O.L. bezuschusst. Die jeweiligen Zuschüsse und Förderkredite können direkt bei der BAFA bzw. KfW beantragt werden.

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  • Erstellt am 18.12.2021 - 18:09Uhr | Zuletzt geändert am 05.04.2022 - 08:47Uhr
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