Wo man in Deutschland günstig wohnen kann

Wo man in Deutschland günstig wohnen kannGörlitz, 5. Dezember 2018. Die Immowelt AG hat ausgewertet, zu welchen Preisen*) auf ihrem Immobilenportal in den deutschen Mittelstädten von 50.000 bis 100.000 Einwohnern Einwohnern Wohnraum gemietet oder gekauft werden kann. Die Bandbreite ist enorm: Ganz oben Konstanz mit 12,10 Euro Miete pro Quadratmeter (Kauf: 4.550 Euro pro Quadratmeter), Billigheimer dagegen ist das vogtländische Plauen mit 4,50 Euro Quadratmetermiete und 490 Euro Kaufpreis je Quadratmeter. Görlitz ist in der Miete mit 4,70 Euro pro Quadratmeter ebenfalls noch sehr günstig, liegt aber beim Kaufpreis mit 650 Euro pro Quadratmeter deutlich über Plauen, was der weitgehenden Sanierung der historischen Bebauung in der Neißestadt geschuldet sein dürfte.
Abbildung oben: Görlitz bietet ausgezeichnete Lebensqualität zu günstigen Mieten, dennoch soll der Leerstand bei 6.000 Wohnungen liegen. Woran hapert's?

Osten, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen mit oft mieterfreundlichen Preisen

Osten, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen mit oft mieterfreundlichen Preisen

Wer in einer Mittelstadt günstig wohnen möchte, wird am ehesten im Osten fündig – hier erweist sich unter den betrachteten Städten die Hansestadt Greifswald als Ausreißer in Richtung teuer. Aber Gera, Zwickau und Dessau-Roßlau sind neben Plauen und Görlitz noch recht günstig.

Allerdings ist der Osten nicht alternativlos, denn preiswert wohnen kann man auch in Niedersachsen – beispielsweise in Goslar und Hameln – und in Nordrhein-Westfalen, wo im Sauerland Arnsberg oder Menden am unteren Ende der Preisskala zu finden sind, gefolgt von Lünen und Lüdenscheid. Erst unlängst hatte der Görlitzer Anzeiger die Frage nach der Immobilienbewertung in Ost und West diskutiert und dazu Heinrich Hübinger, Sachverständiger für Immobilienbewertung in Münster in Nordrhien-Westfalen – exakt: Zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung (DIAZert) für die Marktwertermittlung gemäß ImmoWertV aller Immobilienarten (LF) – und Rolf Domke, Finanzconsultant und Immobilienmakler in der Oberlausitz (Region Görlitz) befragt.

Zurück ins Hochpreisgebiet: Besonders auffällig ist, dass im Ranking größtenteils Städte aus Bayern und Baden-Württemberg an der Spitze liegen. Lediglich das hessische Bad Homburg bildet die Ausnahme in den Top 10. Die Kaufpreise liegen dort aktuell bei 3.830 Euro. Mit Mieten von 11,50 Euro ist Bad Homburg sogar die drittteuerste untersuchte Stadt. Die Kurstadt im Taunus besticht durch ihre verkehrsgünstige Lage zu Frankfurt. Die Finanzmetropole ist nur etwas mehr als 20 Kilometer entfernt und liegt damit in Pendelnähe.

Überhaupt scheinen Wissenschaftsstandorte in Mittelstädten nahe der Großstädte die Menschen anzuziehen. Beispiele sind Rosenheim und Landshut in Bezug auf München: Bei den Mieten mit 10 Euro je Quadratmeter eher im oberen Mittelfeld verortet sind hingegen die Kaufpreise mit 4.290 Euro in Rosenheim und 3.950 Euro pro Quadratmeter in Landshut die zweit- beziehungsweise drittteuersten.

*) Berechnungsgrundlage;
Datenbasis für die Berechnung der Miet- und Kaufpreise in den 111 deutschen Mittelstädten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern waren 147.200 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der in den ersten drei Quartalen 2018 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung.

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  • Quelle: red | Grafikquelle: Immowelt AG, Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 04.12.2018 - 22:34 Uhr
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