Görlitz erinnert an Friedliche Revolution
Görlitz, 10. September 2018. In der Großen Kreisstadt Görlitz wird der 6. Oktober als örtlicher Gedenktag zur Erinnerung an die Friedliche Revolution 1989 begangen. Dieser Tag würdigt die damaligen Akteure in der Neißestadt und ihre Wirken für Freiheit und Demokratie. Zugleich gibt es eine Bürgersprechstunde zu Fragen der Rehabilitierung von SED-Unrecht.
Überbelegte Zelle mit politischen Gefangenen in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus. Bis heute hält sich das von der Stasi in Cottbus verbreitete Gerücht, hier hätten Kleinkriminelle eingesessen
Bürgersprechstunde zur Rehabilitierung von SED-Unrecht in Görlitz
Thema: Menschenrechte
images/src/Menschenrechte-Cottbus-Knast-Zuchthaus.jpgMenschenrechte sind weltweit Thema. Die Erinnerung an die "sozialistische Rechtsprechung" und das SED-Unrecht sowie die vorangegangene Nazi-Diktatur mahnen, auch in Deutschland Menschenrechte und Demokratie nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern immer wieder dafür einzutreten.
Für die Bürgerspechstunde kommt der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow, nach Görlitz. Neben Fragen zur Wiedergutmachung politisch motivierten Unrechts können auch laufende Rehabilitierungsverfahren besprochen werden, ebenso Fragen zu politisch motivierten Benachteiligungen oder ungeklärten Schicksalen in der DDR. Hintergrund: Auch die Lösung lebensgeschichtlicher Fragestellungen ist durch den neuen gesetzlichen Auftrag in den Fokus der Arbeit des Sächsischen Landesbeauftragten gerückt.
Lutz Rathenow, in Jena 1977 und 1980 verhaftet und auch als Autor bekannt, wird gemeinsam mit Utz Rachowski, Schriftsteller und unter der SED-Diktatur politischer Häftling, zu den Möglichkeiten strafrechtlicher, beruflicher und verwaltungsrechtlicher Rehabilitierung von SED-Unrecht beraten. Ziel der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze ist es, den Opfern einen Weg zu eröffnen, die rechtsstaatswidrige Verurteilung aus dem Strafregister zu entfernen, sich vom Makel persönlicher Diskriminierung zu befreien, fortwirkendes Unrecht aufzuheben und soziale Ausgleichleistungen in Anspruch zu nehmen.
Darüber hinaus informieren Rathenow und Rachowski über die 2007 beschlossene SED-Opferpension - eine monatliche Zuwendung in Höhe von 300 Euro für diejenigen, die in der DDR aus politischen Gründen mindestens 180 Tage in Haft waren. Außerdem werden Anträge auf Akteneinsicht entgegengenommen, um diese an die zuständigen Außenstellen des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen weiterzuleiten.
Hingehen!
- Sonnabend, 6. Oktober 2018, von 10 bis 16 Uhr,
Historischer Sitzungssaal des Görlitzer Rathauses am Untermarkt 6-8, 02826 Görlitz.
Der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Stadt Görlitz würden sich sehr freuen, wenn die Bürgersprechstunde gut angenommen wird. - Sonnabend, 6. Oktober 2018, 18 Uhr,
Frauenkirche Görlitz:
Die evangelische Innenstadtgemeinde und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Görlitz laden zur Ökumenischen Andacht, Oberbürgermeister Siegfried Deinege hält ein Grußwort.
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- Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 10.09.2018 - 14:08Uhr | Zuletzt geändert am 10.09.2018 - 15:23Uhr
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