Görlitzer Krankenhäuser sollen zusammenarbeiten

Görlitz-Zgorzelec. Der CDU-Stadtverband Görlitz hat auf seiner Sitzung am 4. Oktober 2010 ausführlich über die aktuelle Krankenhaussituation in Görlitz beraten und die Zusammenarbeit der beiden Görlitzer Krankenhäuser ist sehr wichtig eingeschätzt.

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Die Zusammenarbeit von Klinikum und Carolus-Krankenhaus fordert der Stadtverband im Interesse der Erhaltung von Arbeitsplätzen und der Geschichte des Medizinstandortes Görlitz.

"Die Beibehaltung der beiden Standorte ist von großer Bedeutung für die medizinische Versorgung in unserer Stadt", so der CDU-Stadtverbands-Vorsitzende Octavian Ursu in einer Pressemitteilung.



Kommentar

Von Thomas Beier

Die Quadratur des Kreises ist auch nicht einfacher. Wer einigermaßen über Wirtschaftskompetenz verfügt weiß, dass Kooperation nicht funktioniert, wenn die Beteiligten das Selbe können und das Selbe wollen - genau das führt nämlich zu Konkurrenz. Das ist offenbar die Situation, in der die beiden Görlitzer Klinika im Moment stecken und aus der sie aus eigener Kraft nicht herauskommen können.

Ehe man das große Wort von der Zusammenarbeit in den Mund nimmt, sollten - wie unter Wettbewerbern üblich - zunächst die gemeinsamen Interessen und die jeweiligen Prämissen ausgelotet werden.

Erst ein weiterer Schritt wäre, unterschiedliche Entwicklungsschwerpunkte zu definieren, um Komplementarität zu erzeugen. Nicht der Wettbewerb auf allen Gebieten, sondern die gegenseitige Ergänzung führt dazu, dass die Klinika nicht aufeinander verzichten können und gezwungen werden, zusammenzuarbeiten. Der Idealzustand wäre erreicht, wenn ein Klinikum ohne das andere nicht mehr existieren könnte oder zumindest Nachteile erleiden würde.

Positiver Nebeneffekt einer solchen Entwicklung ist, dass die Koplementarität der gebotenen Leistungen die Spezialisierung vorantreibt als Voraussetzung für die Ausprägung von Spitzen und Wettbewerbsvorsprung.

Die Anziehungskraft auf Patienten - die einem Kilinikum erst die Existenzberechtigung geben - wird auf diese Weise gesteigert.


Der Autor ist Unternehmensberater und verfügt als Mitglied der Saxon Consulting Group über umfangreiche Erfahrungen aus Projekten zur Führungskräfte- und Strategieentwicklung sowie bei der Entwicklung der Corporate Identity in Krankenhäusern und Klinika.

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  • Quelle: red | Thomas Beier
  • Erstellt am 06.10.2010 - 08:54Uhr | Zuletzt geändert am 06.10.2010 - 09:28Uhr
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