Tillich fodert von Bankern Redlichkeit

Dresden. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat beim Umgang mit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise von den Banken in Sachsen mehr 'Redlichkeit und Weitblick' eingefordert. "Um unsere bisherigen Erfolge in Sachsen zu sichern, kommt es jetzt mehr denn je darauf an, dass wir in Wirtschaft und Gesellschaft vertrauen können", sagte der Ministerpräsident. Er nahm dabei Bezug auf eine Reihe von Gesprächen mit Wirtschafts- und Bankenvertretern in den vergangenen Tagen. "Es mangelt zur Zeit an Vertrauen zwischen Banken und Unternehmen. Mir wird die Entscheidung für einen Rückzug aus einer Finanzierung viel zu schnell getroffen", sagte Tillich. Den Banken sei vom Staat umfassend geholfen worden, die eigenen Probleme zu lösen. Nun könne man auch erwarten, dass Finanzinstitute ihrerseits Verantwortung für Unternehmen übernehmen.

Kammern und Verbände in der Pflicht

"Liquiditätsengpässe dürfen nicht dazu führen, dass gesunde Unternehmen in Probleme gestürzt werden und Arbeitsplätze verloren gehen", sagte Tillich.

"Nötig sind neue Wege, bei denen sächsische Unternehmer, die in Probleme geraten sind, um Unterstützung anfragen können, ohne dass ihnen daraus Nachteile erwachsen. Wir brauchen ein Klima, in dem ein Firmenchef keine Angst vor weiteren Nachteilen haben muss, wenn die wirtschaftliche Lage Unterstützungsmaßnahmen erfordert", so Tillich weiter. Viele Mittelständler würden aus Angst, etwa vor einer Kündigung ihrer Kreditlinie, nicht die vorhandenen Angebote nutzen. Das führe in einigen Fällen dazu, dass Probleme verschleppt würden und sie irgendwann so groß seien, dass keine Hilfe mehr möglich sei.

Hier sieht der Ministerpräsident neben den Banken auch die Kammern und Verbände in der Pflicht. Tillich rief zu einer gegenseitigen Unterstützung auf. "Wir müssen um jeden Arbeitsplatz kämpfen", sagte Tillich.

Niemand, so der Ministerpräsident, solle sich dafür schämen müssen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen und Vorsorge zu treffen. Dazu sei ein vertrauensvoller Umgang zwischen Unternehmern, Kammern, Verbänden und Banken notwendig. Tillich sagte weiter: "Es darf nicht sein, dass wir in der gegenwärtigen Situation auch nur ein einziges Unternehmen in Sachsen verlieren, weil zu spät gehandelt worden ist."

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  • Quelle: /red
  • Zuletzt geändert am 08.04.2009 - 23:59 Uhr
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