Wer hat "Landeskrone ´86"?
Görlitz, 8. März 2013. Zu den Abwegen der sozialistischen Planwirtschaft gehörte die Beauflagung von Industriebetrieben, nebenher auch noch Konsumgüter herzustellen, oftmals völlig artfremd zum eigentlichen Produktionsprofil. Oft entstanden "gestalterische Spitzenleistungen" nach dem Gutdünken von Industrieingenieuren. Jetzt sucht das Kulturhistorische Museum Möbel "Modell Landeskrone ´86" aus der Konsumgüterproduktion des damaligen VEB Waggonbau Görlitz für eine zeitgeschichtliche Ausstellung.
Görlitzer Möbelstück für Dauerausstellung im Kaisertrutz gesucht
Auf ihrem VIII. Parteitag wollte die SED im Jahre 1971 das Ruder herumreißen und auf Basis eines Programms die materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Menschen in der DDR besser befriedigen und ihren Lebensstandard verbessern. Im Kern ging es um den Wohnungsbau und die Produktion von Konsumgütern, damit man die Wohnungen einrichten konnte. Tatsächlich glaubten viele Menschen in Folge, Licht am Horizont des Sozialismus zu sehen.
Auch "Landeskrone ´86“ landete sicher in etlichen Wohnzimmern. Ingenieurtechnisch durchdacht konnten die Schrankteile in verschiedenen Breiten und Tiefen kombiniert werden. Der zugehörige Prospekt liest sich wie eine Gesundbetung des Produkts: "Aufgesetzte profilierte Griffelemente als formgestalterisches Detail ergeben eine ansprechende Frontgestaltung. Funktionell zweckmäßige Ausstattung der Schrankteile… Damit besitzt unser Erzeugnis Modell "Landeskrone ´86“ einen hohen Gebrauchswert bei solider Ausführung."
Als Teil der DDR- sowie lokalen Zeitgeschichte soll das "Modell Landeskrone ´86" einen Platz in der neuen Dauerausstellung im Kaisertrutz finden. "Und hier hoffen wir auf Unterstützung aus der Görlitzer Bürgerschaft: Wir suchen eine gut erhaltene Schrankwand dieses Modells, möglichst geschenkt. Wer uns die Möbel zur Verfügung stellen möchte, sollte uns bitte ab dem 21. März 2013 mit seinen Kontaktdaten per E-Mail möglichst eine Beschreibung sowie ein aktuelles Foto übermitteln“, so die Bitte von Historikerin Ines Anders. Sie freut sich auf möglichst viele Angebote.
Kontakt:
E-Mail museum@goerlitz.de
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- Quelle: red | Foto: Kulturhistorisches Museum Görlitz
- Erstellt am 08.03.2013 - 00:44Uhr | Zuletzt geändert am 04.03.2021 - 08:57Uhr
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