Welterbe: Görlitz aktuell auf Platz Drei

Welterbe: Görlitz aktuell auf Platz DreiDresden | Görlitz, 27. Juni 2012. Das Sächsische Kabinett hat am 26. Juni 2012 entschieden, dass die Gartenstadt Hellerau und die Leipziger Notenspur der Kultusministerkonferenz zur Aufnahme in die deutsche Tentativliste für den Unesco-Welterbetitel vorgeschlagen werden. Die Kulturstadt Görlitz soll nachrücken, wenn klar ist, ob die „Leipziger Notenspur“ in die Liste der immateriellen Welterbegüter aufgenommen werden kann.

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Görlitz zeigt sich überrascht

Görlitz zeigt sich überrascht

Kann die Gründerzeit-Stadt Welterbe werden?
Fotos: BeierMedia.de

Der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick bleibt in Anbetracht der Entscheidung souverän: „Wir beglückwünschen sowohl Leipzig als auch Dresden zu diesem Erfolg. Die Entscheidung, Görlitz als Ersatzkandidaten zu benennen, sehen wir natürlich positiv. Jetzt kommt es auf die Einzelheiten an. In den nächsten Tagen müssen wir mit dem Innenministerium die weiteren Schritte besprechen. Unklar ist im Moment noch, was genau von Görlitz bis wann erwartet wird und wann wer darüber entscheidet, ob Görlitz auf Platz Zwei vorrücken kann.“

Der Hinweis darauf, dass Görlitz sich auf die Themen Hallenhäuser und Via Regia konzentrieren soll, ist eine Überraschung. Aus der veröffentlichten schriftlichen Begründung dazu ist nicht genau abzulesen, ob die gründerzeitliche Innenstadt weiterhin Antragsgegenstand bleiben soll oder nicht - neuer Diskussionsstoff sowohl auf Arbeitsebene als auch mit den Verantwortlichen in Dresden.

„Dass der Weg zum Welterbe-Titel nicht einfach wird, haben wir von vornherein gewusst. Der Platz Drei unter zehn Bewerbern bedeutet für mich sowohl eine Anerkennung der in den letzten Monaten geleisteten Facharbeit als auch der hervorragenden Leistungen der Hausbesitzer und Bürger dieser Stadt und natürlich auch des Stadtplanungsamtes einschließlich der Denkmalbehörde sowie der Projektkoordinatorin Astrid Hahn. Gemeinsam haben wir die Stadt so gestaltet, dass sie, nun auch durch eine Expertenkommission bestätigt, Welterbepotenzial besitzt. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Architekten Frank-Ernest Nitzsche, Dr. Andreas Bednarek und Michael Bräuer, welche uns in der „heißen“ Phase der Bewerbung mit hoher fachlicher Kompetenz unterstützt haben“, hebt Oberbürgermeister Paulick hervor.

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Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Welterbe: Görlitz auf Platz 3

Von Oertel, B. am 02.07.2012 - 08:38Uhr
Abgesehen davon, dass die Überschrift irreleitend ist, Görlitz ist weder Welterbe, noch ist es auf Platz 3.

Da auf der Tentativliste der Bundesländer nur je 2 Kandidaten benannt werden dürfen, gibt es auch keinen Platz 3. Görlitz hat nur die vage Chance, bei einer evtl. Zuordnung der Leipziger Notenspur zu den Gütern des immateriellen Erbes als Reservekandidat nach zu rücken.

Hierzu muß die Bewerbung räumlich und sachlich enger begrenzt werden. Die Görlitzer Bewerbungskommission hat sicher gemäß den Vorgaben des OB, es war seine "persönliche" Chefsache, hinter verschlossenen Türen gute Arbeit geleistet. Nur diese verordnete Heimlichtuerei war für die Sache nicht sonderlich hilfreich. Eine offene Auslegung hätte sicher etliche gute Aspekte noch einfließen lassen, auch und gerade betreffs des Bewerbungsgebietes. Am Tag der Abgabe der Bewerbung wußte angeblich das Presseamt der Stadt noch nicht einmal genau über die Grenzen des Bewerbungsgebietes Bescheid. Ein zu groß ausgelegtes Welterbegebiet birgt automatisch auch viel Konfliktpotential und spätere Risiken (siehe Dresdner Elbtal, Görlitzer EKZ Berliner Straße, Bahnhofsgestaltung usw). Darauf hat Prof. Kiesow rechtzeitig hingewiesen. Aber auch anderen mitdenkenden Bürgern der Stadt war dies bewußt.

Umso mehr verwundert die Zwischenüberschrift in Ihrem Beitrag: Görlitz zeigt sich überrascht...
Sie meinen wohl eher der letzte OB Johannes Paulick war überrascht. Seine Antwort darauf ist aber nun wirklich überraschend, denn es ist weder unklar was von Görlitz nun erwartet wird, noch ist unklar, von wem die Entscheidung abhängt ob Görlitz nachrücken wird.

Wir wollen hoffen, dass sich die Ära der Geheimniskrämerei und der Überraschungen im Görlitzer Rathaus nicht wiederholt!

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  • Quelle: red | Fotos: Beiermedia.de
  • Erstellt am 27.06.2012 - 02:09Uhr | Zuletzt geändert am 29.09.2018 - 16:11Uhr
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