Via Regia-Projekte gerettet

Görlitz-Zgorzelec. Glückliche Wendung: Die Via Regia-Projekte der Veolia Stiftung Görlitz können jetzt doch realisiert werden. „Veolia hat das durch eine großzügige Spende im fünfstelligen Bereich möglich gemacht“, zeigt sich Astrid Hahn, Geschäftsstellenleiterin der Stiftung, dankbar. „Theoretisch“, erklärt sie, „hätte kein einziges Projekt umgesetzt werden können.“ Hintergrund ist der Beschluss des Görlitzer Stadtrats vom Dezember 2010, wonach die Auflösung des Neißefonds vorangetrieben werden soll. Im Jahr 2010 hatte die Anlage kaum Rendite eingebracht, die jedoch den Grundstock für die Finanzierung der Stiftungsprojekte bildet. Anfang Februar 2011 stellte der Stiftungsrat die Weichen für die Auflösung des Neißefonds. Es werde nun nach neuen geeigneten Möglichkeiten gesucht, das Geld gewinnbringend anzulegen, heißt es. „Wir sind optimistisch, dass das gelingt und damit der Fortbestand der Stiftungsarbeit gesichert ist“, meint Dr. Michael Wieler, der Vorstandsvorsitzender der Veolia Stiftung Görlitz und zugleich Bürgermeister der Stadt Görlitz ist.

Veolia-Spende sichert Stiftungsarbeit für 2011

Die Antragssteller jener Projekte, die der Stiftungsrat bereits im Dezember 2010 für gut und vor allem förderfähig befunden hatte, erhalten dieser Tag Post aus dem Rathaus und können beginnen, ihre Ideen umzusetzen. „Wir haben insgesamt elf Projekte ausgewählt, die wir finanziell unterstützen“, verkündete Geschäftsstellenleiterin Hahn. Sie alle befassen sich im weitesten Sinne mit dem Thema Via Regia.

Einige, wie etwas die „Kunst-Lungen auf der Via Regia“ konzentrieren sich mit ihrem Projekt auf den Eröffnungstag der Landessausstellung. Astrid Hahn findet die Idee spannend, gemeinsam mit tschechischen, polnischen und deutschen Akkordeon-Spielern verschiedenen Alters dafür zu sorgen, dass auch wirklich jeder in der Stadt weiß, dass die Landesausstellung öffnet.

Gefördert wird ein Musikfestival der Musica Via Regia. Ein Pilgerzug, an dem mehrere hundert Kinder und Jugendliche beteiligt sein sollen. Die Kunstkoffer-Aktion des Vereins Tierra Eine Welt. Aber auch ein Schreibwettbewerb unter dem Motto „Unterwegs wohin? Vom Reisen, Handeln und Begegnen“, organisiert vom Förderverein Augustum-Annen-Gymnasium. Unterstützt werden außerdem eine wissenschaftliche Tagung zur Bedeutung der Via Regia, eine Kammerkonzertreihe, die Jazz-Nomaden auf dem Königsweg und zeitgenössische Begegnungen mit Jacob Böhme.

„Wir sind begeistert, dass sich so viele verschiedene Akteure mit dem Thema Via Regia beschäftigt haben. Das ist ganz in unserem Sinne und motiviert uns für die künftige Stiftungsarbeit“, zeigt sich auch Matthias Block, Vorstandsmitglied der Veolia Stiftung Görlitz und Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Görlitz AG, zufrieden.

Die Stadtwerke Görlitz AG gehört zur Veolia Wasser-Gruppe, die Teil von Veolia Environnement, einem international operierenden Unternehmen für Umweltdienstleistungen, ist. Durch die Veolia Environnement Lausitz GmbH hält die Veolia Wasser GmbH als Mehrheitseigner an den Stadtwerken in Görlitz 74,9 Prozent der Geschäftsanteile.

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Kommentare Lesermeinungen (1)
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Für geistig müde gewordene Görlitzer?

Von ko.bold am 04.02.2011 - 21:16Uhr
Zitat: "Astrid Hahn findet die Idee spannend, gemeinsam mit tschechischen, polnischen und deutschen Akkordeon-Spielern verschiedenen Alters dafür zu sorgen, dass auch wirklich jeder in der Stadt weiß, dass die Landesausstellung öffnet."

Wie soll man das verstehen? Ich denke, dass die Görlitzer Bürger schon wissen, dass da eine via regia Ausstellung statt findet.

Sollten es nicht vielleicht die wissen, die nicht in Görlitz ansässig sind? Allein durch das via regia - Urlaubsmobil von Herrn Thielemann werden es nicht so massiv viele "Interessierte" erfahren haben.

Die via regia-Scouts könnten doch auch in musikalischer Erziehung geschult werden, um dann die ausländischen Straßenmusikanten auf Pauken & Trompeten zu unterstützen?

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  • Quelle: red
  • Zuletzt geändert am 04.02.2011 - 10:44 Uhr
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