Das Flair der Siebziger wird abgeschafft
Görlitz-Zgorzelec. Die Kugelleuchten der Görlitzer "Berliner Straße" haben die längste Zeit Licht ins Dunkel gebracht. Der auch in Görlitz verwendete Standard-Leuchtentyp erhellte seit den siebziger und achtziger Jahren viele DDR-Boulevards. Heutzutage geht es um mehr als schöne Beleuchtung: Lichtkonzepte sind gefragt. Eine Bremerin setzte sich bei der Jury durch, weil sie auf "harmonische Atmosphäre" setzte und damit das Görlitzer Stadtbedürfnis Nr. 1 auf den Kopf traf.
Koryphäen wählen Lichtkonzept aus
Vier profilierte Büros beteiligten sich mit ihren Arbeiten für die lichtplanerische Gestaltung der Berliner Straße, dem unteren Demianiplatz und Platz des 17. Juni. Es waren überzeugende Ideen gefragt, die in die laufenden Planungen zur Neugestaltung dieser Bereiche einfließen und zumindest in wesentlichen Teilen mit den Baumaßnahmen der nächsten Jahre verwirklicht werden können.
Vier Konzepte wurden in einer Sitzung am 11. Mai 2009 von einer hochkrätig besetzten Fach-Jury betrachtet und ausgewertet. Anwesend waren der Baubürgermeister Stefan Holthaus sowie externe erfahrene Fachleute, darunter Dipl.-Ing. Thomas Kausen vom Berliner Büro Licht Kunst Licht, Prof. Dr.-Ing. Thomas Römhild von der Hochschule Wismar und Dipl.-Ing Thomas Lochner, ein Freier Lichtplaner aus der Hauptstadt Berlin, die Stadträte Wolfgang Stiller und Günther Friedrich, der Denkmalschützer Peter Mitsching sowie Stadtplaner und Ingenieure aus der Verwaltung.
Die Auswahl der einreichenden Planungsbüros erfolgte anhand von Referenzen und sollte sowohl kompetente regionale als auch international agierende Büro umfassen.
Ziel der neuen Lichtplanung ist es, die sogenannte "Aufenthaltsqualität" auf der Berliner Straße sowie des im unteren Teil des Demianiplatzes und am Platz des 17. Juni zu erhöhen. Die Grundausleuchtung sowie Anstrahlungen und Installationen sollen, so das Ziel der neuen Straßenlampen, in eine angenehme Atmosphäre schaffen und "das Erlebnis von Architektur und Freiraum, aber auch alltäglicher Nutzungen positiv beeinflussen". Aspekte des Denkmalschutzes im Sinne einer angemessenen Lichtwirkung waren in der Aufgabenstellung ebenso angesprochen wie Kosteneinsparungen und Klimaschutz durch die Wahl moderner Technologien.
Bremerin überzeugt
Unter dieser Maßgabe überzeugte das Konzept von Anke Deeken, Büro für Architektur Stadt- und Freiraumplanung aus Bremen am stärksten. Der Siegerentwurf strahlt die harmonische Atmosphäre aus, die zum Verweilen und Bummeln auf Straßen und Plätzen einlädt. Die Jury formulierte aber auch zahlreiche Hinweise und Empfehlungen für die Weiterbearbeitung.
So werden die Vorstellungen aus dem Entwurf in den nächsten Wochen mit den Änderungswünschen sowie den konkreten finanziellen Möglichkeiten in Einklang gebracht. Weitere Beratungen und Abstimmungen wird es geben mit anderen Fachplanern, Behörden und vor allem den Hauseigentümern. Viele Details müssen noch geklärt werden, ehe stufenweise mit den anstehenden Umbaumaßnahmen auch eine lichttechnische Erneuerung umgesetzt wird.
Das Ergebnis des Gutachterverfahrens wird noch den Mitgliedern des Technischen Ausschusses vorgestellt. Mit dem ersten Bauabschnitt am unteren Demianiplatz / Platz des 17. Juni wird voraussichtlich noch in diesem Jahr begonnen. Die ersten konkreten Lichtinstallationen auf der Berliner Straße folgen im Jahr 2010 mit der Erneuerung des unteren Straßenteils.
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- Quelle: /FRS | Foto: /BeierMedia.de 2008
- Erstellt am 12.05.2009 - 16:19Uhr | Zuletzt geändert am 12.05.2009 - 16:39Uhr
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