»Kultur ist Leben« – Aktionskreis für Görlitzer Kreativszene

»Kultur ist Leben« – Aktionskreis für Görlitzer KreativszeneGörlitz, 3. Dezember 2020. Der Aktionskreis für Görlitz e.V. ist vielen vor allem von den Muschelminna-Festen auf dem Postplatz bekannt, doch sein Wirken geht weit darüber hinaus: Im Sinne, Kunst und Kultur zu fördern, widmet er sich nun dem von den Anti-Pandemie-Maßnahmen besonders betroffenen Kunst-, Kultur- und Veranstaltungssektor.

Lang ist's her: Lesung im Caffe Kränzel am 20. November 2015

Archivbild: © BeierMedia.de

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Auftrittsmöglichkeiten für Soloselbständige

Auftrittsmöglichkeiten für Soloselbständige

Kleinkultur, die in der Pandemie fehlt: Daniel Jurke (rechts) und Freunde im Caffe Kränzel

Archivbild: © BeierMedia.de

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Dem Anspruch, Kunst und Kultur zu fördern, wolle man gerade jetzt gerecht werden", betont Rainer Müller, der den Aktionskreis für Görlitz e.V. als Vorstandsvorsitzender vertritt. Deshalb habe der Verein mit Freude eine Initiative von Dr. med. Roger Hillert vom Medizinischen Labor Ostsachsen, und Lutz Kühne von der Kommunikationsagentur Die Partner GmbH aus Görlitz, aufgenommen, das Projekt "Kultur ist Leben" zur Belebung der Kreativszene in Görlitz zu starten.

Soweit es die Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zulassen, will der Aktionskreis für Görlitz eine Reihe kleinerer Veranstaltungen organisieren. Gedacht wird dabei etwa an kurze Platzkonzerte, kleine Lesungen, Bildpräsentationen und ähnliches. Soloselbstständige aus dem Kulturbereich können sich schon jetzt um einen Auftritt bewerben, indem Sie vorstellen, was sie auf- oder vorführen würden. Eine Jury aus Verein, Dr. Hillert und Kühne tagt in kurzen Zeitabständen und entscheidet, welche Mini-Veranstaltungen unterstützt werden. Eine echte Hilfe: Die Gagen dafür werden direkt nach Vertragsunterzeichnung fällig.

Weitere Spender willkommen

Als Auftakt zu dieser Aktion hat Dr. Hillert privat einen mittleren vierstelligen Betrag gespendet und hofft nun sehr, weitere Spender zugunsten der Kulturszene aktivieren zu können: "Es ist mir ein großes Anliegen auch als Person in dieser Situation einen kleinen Beitrag zu leisten."

Damit hat der Aktionskreis für Görlitz eine Plattform geschaffen, die nicht nur akut hilft – gerade in der Vorweihnachtszeit dürfte jerder Euro willkommen sein – sondern die auch eine gewisse Langzeitwirkung hat: Wenn die Kulturszene während der Pandemie vielleicht über Monate nicht arbeiten kann, wird sie nach der Pandemie zu großen Teilen nicht mehr existieren.

Jetzt spenden!
Die Bankverbindung für die Spenden, das Stichwort zur Spende und Hinweise zur Spendenbescheinigung – die Spende ist steuerlich abzugsfähig – sind neben weiteren Informationen auf www.kulturistleben-goerlitz.de zu finden.


Kommentar:

"Was soll's", wird mancher sagen, "davon kann auch keiner überleben." Das mag richtig sein, trifft aber nicht den Kern. Das Engagement des Aktionskreises für Görlitz zugunsten der Kulturszene hat aus meiner Sicht zwei Aspekte: Einerseits ist es eine Botschaft vor allem an Soloselbständige, die ihnen sagt: Ihr seid nicht vergessen und ihr seid uns wichtig. Die andere Seite – vielleicht noch wichtiger – stellt klar: Eure Arbeit ist uns etwas wert. Von Solidaritätsbekundungen und Ach-mein-Gott-Mitleid kann sich nun wirklich niemand etwas kaufen.

Und vielleicht kann jeder, dem Kultur und Kleinkunst in Görlitz am Herzen liegen, als Kalkulationsgrundlage für seine Spende heranziehen, wie viel Geld er – für Genderfans: als Mensch – für Veranstaltungsbesuche während des Lockdowns nicht ausgegegeben hat – wenigstens ein Teilbetrag davon wäre als Spende wohl angemessen, meint jedenfalls Ihr

Thomas Beier

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  • Quelle: red / Kommentar: Thomas Beier | Fotos: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 03.12.2020 - 09:23Uhr | Zuletzt geändert am 03.12.2020 - 10:42Uhr
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