Warmer Regen für Schulen in Stadt und Landkreis Görlitz

Warmer Regen für Schulen in Stadt und Landkreis GörlitzStadt und Landkreis Görlitz, 17. September 2020. Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz übergab gestern gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer in Görlitz Zuwendungsbescheide über insgesamt 8,6 Millionen Euro für die digitale Ausstattung von Schulen in der Großen Kreisstadt Görlitz und dem Landkreis Görlitz. Es handelt sich um Fördermittel aus dem DigitalPakt 1; rund 4,8 Millionen Euro gehen an den Landkreis Görlitz und zirka drei Millionen Euro fließen in die Stadt Görlitz.

Von links, alle CDU: Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu, Kultusminister Christian Piwarz, Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landrat Bernd Lange

Bildquelle: Stadtverwaltung Görlitz

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Fördermittel für die Digitalausstattung

Das Geld soll für leistungsstarke Internetzugänge der Schulen und für digitale Arbeitsgeräte für Lehrer und Schüler verwendet werden. Zusätzliche etwa 496.000 Euro für den Landkreis Görlitz und ungefähr rund 300.000 Euro für die Stadt Görlitz zur weiteren Anschaffung von Endgeräten kommen aus dem Sofortausstattungsprogramm des DigitalPakts 2.

DigitakPakt 1

Im Zuge des DigitalPakts 1 wird die digitale Infrastruktur von Schulen in Sachsen nach der "Richtlinie Digitale Schulen" gefördert. Insgesamt werden dafür rund 250 Millionen Euro bereitgestellt. Bislang sind 463 Anträge im Umfang von 238 Millionen Euro eingegangen. Davon wurden 448 Anträge mit einem Volumen von 227 Millionen Euro bereits bewilligt.

Gefördert wird vor allem die digitale Infrastruktur in den Schulen, wie etwa die Verkabelung, die Einrichtung von Schulservern oder WLAN-Funknetzwerken. Auch drin ist die Anschaffung von interaktiven Tafeln, Displays oder beispielsweise von Laptops, Notebooks und Tablet-PCs. Wie die Fördermittel letztendlich verwendet werden, das wird im Medienbildungskonzept und im Medienentwicklungsplan festgelegt. Damit soll dem "Primat des Pädagogischen" Rechnung getragen werden.

Der Fördermittelbescheid betrifft 16 Schulen der Großen Kreisstadt Görlitz:


    • Grundschule Innenstadt
    • Grundschule Zodel "Traugott Gerber“
    • Melanchthon-Grundschule
    • Melanchthon-Oberschule
    • Grundschule "August Moritz Böttcher"
    • Diesterwegschule
    • Grundschule Königshufen
    • Augustum-Annen-Gymnasium
    • Scultetus-Oberschule
    • Förderzentrum "Mira Lobe" mit Außenstellen
    • Oberschule Innenstadt
    • Grundschule Weinhübel
    • Nikolaischule
    • Joliot-Curie-Gymnasium
    • Oberschule Rauschwalde
    • Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule

Im Landkreis Görlitz freuen sich 19 Schulen über den Fördermittelbescheid:


    • Gutenbergschule
    • Klinik- und Krankenhausschule Großschweidnitz
    • Friedrich-Fröbel-Schule
    • Landau-Gymnasium
    • Geschwister-Scholl-Gymnasium
    • Berufliches Schulzentrum "Christoph Lüders" Görlitz
    • Hans-Fallada-Schule
    • Brüder-Grimm-Schule
    • Lisa-Tetzner-Schule
    • Christian-Weise-Gymnasium Zittau
    • Krankenhausakademie des Landkreises Görlitz gGmbH
    • Fachschule für Landwirtschaft Löbau
    • Oberland-Gymnasium Seifhennersdorf
    • Berufliches Schulzentrum Zittau
    • Förderzentrum Oberland "Albert Schweitzer"
    • Astrid-Lindgren-Schule
    • Berufliches Schulzentrum Löbau
    • Berufliches Schulzentrum Weißwasser
    • Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium Niesky

DigitalPakt2

bei dem DigitalPakt 2 genannten insgesamt 500 Millionen Euro schweren Sofortausstattungsprogramm des Bundes handelt es sich um eine Ergänzung zum "DigitalPakt Schule 2019 bis 2024". Aus diesem Programm stehen Sachsen zusätzlich 28 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln für mobile Endgeräte an den Schulen zur Verfügung. Bislang sind 551 Anträge im Umfang von rund 28 Millionen Euro eingegangen; bewilligt wurden davon bislang 542 Anträge mit einem Volumen von etwa 27 Millionen Euro.

Die Endgeräte werden von den Schulträgern beschafft, die diese den Schulen zur Verfügung stellen. Die Schulen vor Ort sollen entsprechend dem Bedarf darüber entscheiden, welchen Schülern die Geräte leihweise zur Verfügung gestellt werden. Die Geräte bleiben im Eigentum des Schulträgers.


Kommentar:

Da droht ein Paradigmenwechsel: Wenn Schüler der über lange Dienstjahre hinweg erfahrenen Lehrergeneration erklären, wie dieser neue elektrische Abakus funktioniert – nach der Einführung des Taschenrechners schon wieder so eine Herausforderung! Die heute etwas reifere ehemalige Schülergeneration erinnert sich vielleicht daran, welch vehementen Widerstand die seinerzeitige Lehrergeneration der Einführung des Taschenrechners entgegengesetzt hat. Tatsächlich scheint seitdem im Kopfrechnen die Fähigkeit zur Überschlagsrechnung verlorengegangen zu sein. Dennoch möchte wohl niemand mehr den Taschenrechner missen, auch wenn er heute eine Standardfunktion jedes Computers ist.

Aber die eigentliche Herausforderung der Schul- und damit Unterrichtsdigitalisierung ist viel größer. Es geht ja vor allem nicht darum, Wandtafel und Kreide durch eine interaktive Tafel zu ersetzen, sondern das Lernen an sich zu verändern. Was früher gepaukt werden musste, stellen heute Wissendatenbanken bereit – und trotzdem brauchen Schüler im Kopf abrufbares Faktenwissen, um daraus Erkenntnisse und Orientierung abzuleiten.

Außerdem darf man nicht in einen Digitalisierungsrausch verfallen, denn zur Wissenvermittlung sind analoge Lehr- und Präsentationsmittel ohne jeden Zweifel oftmals besser geeignet als digitale. Das zeigt sich beispielsweise, wenn flexibel – und ohne Ablenkung durch Technik – auf Fragen eingegangen werden soll.

Den Schulen zu helfen, die neuen digitalen Möglichkeiten zweckdienlich einzusetzen, könnte nach der Investition durchaus nötig werden,

meint ihr Thomas Beier

Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Digital Pakt: Warnung vor digitalem Konsum

Von Norbert Hanßen am 17.09.2020 - 15:00Uhr
Die Kinder können einen Leid tun!

Wissenschaftler warnen vor digitalem Konsum, denn er fördert Augenschäden, Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule, Aufmerksamstörungen und noch vieles mehr, es geht nichts über Frontalunterricht!

Gruß

N. Hanßen (72Jahre)

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  • Quelle: red | Bildquelle: Stadtverwaltung Görlitz
  • Erstellt am 17.09.2020 - 09:15Uhr | Zuletzt geändert am 17.09.2020 - 10:05Uhr
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