Einmal Panzer fahren: für manche ein echter Wunschtraum

Einmal Panzer fahren: für manche ein echter WunschtraumGörlitz, 29. Mai 2020. Die einen sind heilfroh darüber, dass sie nie in einen Panzer einsteigen mussten, für andere ist es ein enormer Reiz, in Friedenszeiten einmal selbst so ein tonnenschweres Gefährt durch wildes Gelände zu bewegen oder wenigstens mitzufahren. Für das Ausleben solcher und anderer Träume ist inzwischen eine ganze Industrie entstanden. Zielgruppe und Teilnehmer sind allermeistens Männer, die aus unterschiedlichen Motiven nach dem Reiz des Erlebnisses suchen.

Der T34 der Roten Armee ist der bekannteste Panzer des zweiten Weltkriegs. Später erhielten sowjetische Pkw der Marke Saporoshez – äußerlich recht ähnlich dem NSU Prinz – wegen ihres auffällig tuckernden Dreizylinder-Viertaktmotors den Spitznamen "T34-Sport"

Symbolfoto: Csaba Nagy, Pixabay License

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Mit schwerer Technik durchs Gelände – Spielsachen für Männer kann man mieten

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" - das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Die meisten Menschen träumen von irgendetwas, das sie in ihrem Leben gern einmal machen oder erleben würden. Solche Wunschträume können dabei ganz unterschiedlich aussehen: Manche möchten unbedingt einmal mit Delfinen oder sogar mit Haien tauchen und andere einen Fallschirmsprung erleben. Es gibt Leute, die wären die glücklichsten Menschen, wenn sie einen Tag lang mit einem teuren Sportwagen fahren dürften. Und andere wiederum würden gern einmal eine ganz bestimmte Persönlichkeit kennenlernen wollen. Oft werden solche Wunschträume nicht wahr – manchmal kann man jedoch ein wenig nachhelfen, damit sie in Erfüllung gehen.

Für einige Leute, besonders Männer, ist es ein tolles Gefühl, in richtig großen und schweren Fahrzeugen wie zum Beispiel in einem Bagger oder auf einem Kran zu sitzen und damit zu "arbeiten". Andere reizt eher Militärtechnik, sie bezeichnen es mit leuchtenden Augen als ein ganz besonderes Vergnügen, mit einem Panzer durchs Gelände zu fahren.

Das Ganze ist zwar – durchaus gewollt – eine ziemlich schmutzige Angelegenheit, wenn man mit mehr als 50 Kilometern pro Stunde mit dem Panzer durch die Gegend jagt, allerdings fühlen sich eben "ganze Kerle" davon besonders angesprochen. Wenn die Ketten große Erdklumpen meterhoch in die Luft schleudern und in Wasserdurchfahrten der Schlamm so richtig spritzt, dann stellt sich angesichts des schlammgrünen Stahlkolosses das Gefühl ein, etwas geleistet zu haben, was nicht jeder kann. Sollte es allerdings ein trockener Hitzetag sein, sind die Teilnehmer eines solchen militärisch angehauchten Ausflugs am Ende des Tages eher mit Staub gepudert.

Männer scheinen besonders viel Spaß zu haben

Den meisten Spaß auch in und um Leipzig herum scheinen wirklich Männer an so etwas zu haben. Dafür findet sich zum Beispiel die Gelegenheit zum Panzerfahren in der Nähe, nämlich in Landsberg bei Leipzig. Man kann selbst mit gepanzerten Kettenfahrzeugen und Militär-Trucks wie dem legendären Ural – dem im Gelände ein Spritverbrauch von einen Liter pro Kilometer nachgesagt wird – Gas geben und Spaß haben oder als Mitfahrer im Heck mit dabei sein. So oder so, wer Freude an so etwas hat, wird wohl diese Fahrt das Leben lang nicht vergessen.

Natürlich muss dazu auch noch das Gelände passend sein. Steile Hügel und tiefe Schlammgruben bieten in Landsberg in der Nähe des Schkeuditzer Kreuzes den perfekten Offroad-Parcours für so ein Unternehmen. Der Reiz an der ganzen Angelegenheit scheint am Fahrerlebnis und der Herausforderung zu liegen. So wird es zumindest von vielen männlichen Personen berichtet.

Ob es in den Genen liegt, dass vor allem Jungs und Männer so viel Spaß daran haben, mit Bau- und Militärfahrzeugen zu fahren und damit zu "arbeiten"? Man weiß es nicht, aber man könnte es sich ganz gut vorstellen. Manch Vater will jedoch einfach nur seinem Sohn die unkaputtbare Russentechnik vorführen, wie er sie selbst erlebt hat. Es ist die Rede davon, dass einen Panzer zu steuern fast so einfach ist wie ein Auto zu fahren. So wird es zumindest von vielen berichtet, die es schon einmal ausprobiert haben. Der Parcours soll nur anstrengender und der Motorenlärm natürlich lauter sein. Aber das macht das Erlebnis wohl nur noch gigantischer machen.

Trend: Erlebnisse verschenken

Den Veranstaltern solcher Touren kommt entgegen, dass Geschenke heutzutage nicht belastend sein sollen – gefragt sind vielmehr beeindruckende Erlebnisse und Spaß. Wer also noch ein außergewöhnliches Geschenk, eine außergewöhnliche Überraschung für jemanden sucht, kann hier wie mit anderen erlebnisorientierten Angeboten auch das vielleicht genau den richtigen Treffer landen.

Zugleich werden solche Touren als Team-Event genutzt, das die Mitarbeiter stärker zusammenschweißt und in Folge die Zusammenarbeit erleichtert. Zumindest ist es nichts alltägliches, sich mit schwerer Technik durchs Gelände zu bewegen, und auch Zuschauer zeigen sich immer wieder so tief beeindruckt, dass sie noch nach Jahren davon erzählen.

Tipp:
Wer sich etwas tiefgründiger mit Militärgeschichte beschäftigen möchte, für den sind die Ausstellungen im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden eine Fundgrube. Die Frage nach den Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt wird mit mehr als 10.000 Exponaten illustriert.

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  • Quelle: red | Foto: PIX1861 / Csaba Nagy, Pixabay License
  • Erstellt am 29.05.2020 - 08:43Uhr | Zuletzt geändert am 29.05.2020 - 11:13Uhr
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