Rückschlag für die Dreiländerregion
Görlitz | Zittau | Reichenberg (Liberec) | Breslau (Wrocław), 12. März 2020. Auf den Webseiten der Neisse University neisse-uni.org und der Hochschule Zittau/Görlitz unter www.hszg.de/hochschule/aktuelles/neuigkeiten.html wird es noch nicht vermeldet: Die Neisse University steht vor dem Aus.
Eine Universität in Görlitz?
Die Neisse University ist ein im Jahr 2001 gegründetes Netzwerk dreier Partner: der Hochschule Zittau/Görlitz, der Technischen Universität in Reichenberg und der Technischen Universität in Breslau. In englischer Sprache studieren hier Tschechen, Polen und Deutsche Informations- und Kommunikationsmanagement und können den anerkannten Abschluss als Bachelor of Science (B.Sc.) erwerben. Studienorte sind im ersten Studienjahr Reichenberg, im zweiten Jahr Hirschberg (Jelenia Góra) und im dritten Studienjahr Zittau/Görlitz. Über die Hintergründe für die Beendigung des Projektes informierte gestern das Portal saechsische.de.
Franziska Schubert, Oberlausitzer Abgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Sächsischen Landtag, hat sich zur Beendigung des Neisse University-Projektes geäußert: "Es ist schade, dass die Zusammenarbeit des internationalen Projektes Neiße Universität zwischen der Hochschule Zittau/Görlitz, der TU Liberec und der Universität Wrocław endet. Das bedeutet natürlich nicht, dass unsere Hochschule nicht auch zukünftig grenzüberschreitend arbeiten kann und wird. Die Idee lebt weiter und braucht Persönlichkeiten, die daran glauben und einen langen Atmen haben, das fortzuführen und aus den Erfahrungen zu lernen. Zudem wird die Zusammenarbeit von VertreterInnen der drei Länder im Akademischen Koordinierungszentrum der Hochschulen der Euro Region Neiße fortgesetzt."
Universität Görlitz?
Schubert weiter: "Erst unlängst wurde über die Idee einer Universität in Görlitz diskutiert – mit diesem Projekt (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist die Neisse University) hatte das Dreiländereck eigentlich schon eine gute Lernerfahrung, wie man so etwas auch denken kann. Das war gelebtes Europa im Hochschulbereich. Die Studierenden haben davon profitiert, das Projekt war attraktiv und hat junge Menschen angezogen. Es gilt, den Geist und die Idee nicht loszulassen und zu überlegen, wie das, was aufgebaut wurde in eine neue Form überführt werden könnte. Unsere Region braucht Projekte wie diese. Mit den Veränderungen an der Spitze der Hochschule Zittau/Görlitz sehe ich da viel Potenzial."Dabei dürfte die Oberlausitzer Hochschule auf Unterstützung setzen können, denn Schubert abschließend: "Die neue Landesregierung hat erstmals eine bündnisgrüne Europaministerin, der das europäische Miteinander am Herzen liegt. Ich bin sicher, dass, wenn es um eine Neuauflage des Gedankens einer wie auch immer zu gestaltenden Hochschulkooperation in der Grenzregion geht, Unterstützung erwartet werden darf."
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- Quelle: red | Foto Zittau: © BeierMedia.de, Foto Görlitz: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 12.03.2020 - 10:11Uhr | Zuletzt geändert am 12.03.2020 - 10:52Uhr
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