Görlitz damals und heute – eine fotografische Zeitreise

Görlitz damals und heute – eine fotografische ZeitreiseGörlitz, 6. Januar 2017. Görlitz gilt gemeinhin als eine der schönsten Städte Deutschlands. Vor allem die historische Altstadt lockt jedes Jahr zahlreiche Touristen an, die Schnappschüsse von der Peterskirche, der Altstadtbrücke und historischen Bauwerken wie den Görlitzer Hallenhäusern mit ihren Renaissancefassaden machen. Aber auch die DDR ist hier noch sicht- und spürbar.
Abbildung oben: Summer in the city – der im Volksmund "Dicker Turm" genannte Frauenturm am Marienplatz gehörte einst zur mittelalterlichen Stadtbefestigung.

Die Filmstadt an der Neiße als Mekka ambitionierter Fotografen

Die Filmstadt an der Neiße als Mekka ambitionierter Fotografen

Ein "Muss" für Fotofreunde ist das Museum der Fotografie auf der Löbauer Straße, an der Fassade die Büsten von Talbot, Daguerre und Niepce, den Begründern der Fotografie. Görlitz war ein bedeutender Standort der Kameraherstellung und optischen Industrie.

"Digitalfotografie ermöglicht uns nicht nur, Erinnerungen festzuhalten, sondern auch, welche zu kreieren" – dieses Zitat von James Wayner lässt sich auch auf das Stadtbild des östlichsten Ortes von Deutschland anwenden: Nur durch die Lausitzer Neiße von Polen getrennt, treffen sich hier Renaissance, Gotik und DDR-Geschichte auf einzigartige Weise. Mit rund 4.000 restaurierten Kultur- und Baudenkmalen gilt Görlitz als das größte zusammenhängende deutsche Flächendenkmal und wird wegen seiner Beliebtheit als Filmkulisse für internationale Produktionen auch als "Görliwood" bezeichnet. Bei speziellen Stadtführungen von einheimischen Cineasten durch die Altstadt können Besucher die Drehorte von beliebten Hollywood-Produktionen wie "The Grand Budapest Hotel", "Inglourious Basterds" oder "Der Vorleser" bestaunen. Wer die Motive unter geschickter Nutzung von Licht und Schatten und in ungewöhnlicher Perspektive in Szene setzt, der schafft ganz im Sinne von James Wayner aus alten Erinnerungen etwas Neues.

Solche eindrucksvollen Stadtbilder gelingen einem jedoch nur in seltenen Fällen, wenn man einfach aufs Geradewohl mit seiner Handykamera ein paar Bilder schießt. Vielmehr sollte man sich mit der unterschiedlichen Wirkung von normalem Tages- und Dämmerungslicht auskennen und über Grundkenntnisse der Bildkomposition verfügen. Einige Tipps speziell zur Städtefotografie bietet dieser Artikel der Süddeutschen Zeitung. Doch auch das richtige Equipment spielt eine wichtige Rolle. Mit einem Handy ohne optischen Zoom stößt man schnell an seine Grenzen. Wer wirklich einzigartige Fotos schießen möchte, der findet hier eine große Auswahl an höherwertigen Kameras.

Fotowettbewerb "Schauplätze – Erinnerungsorte der DDR im Raum Görlitz"

Den alten Erinnerungen widmet sich bis Februar aktuell auch ein Fotowettbewerb des Fördervereins Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. (FVKS). Dabei können alte, junge und zugezogene Hobbyfotografen ihre Schnappschüsse von Orten im Stadtgebiet einsenden, die mit ihren persönlichen Erinnerungen verbunden sind. Dies können sowohl Motive von Bauten aus der DDR-Zeit als auch sich stark veränderte Gebiete, auf deren Vergangenheit lediglich noch Straßennamen hinweisen, Industrieanlagen oder Zeugnisse der Teilung seit dem Zweiten Weltkrieg – ins deutsche Görlitz und das polnische Zgorzelec.

Einsendeschluss ist der 28. Februar 2017. Die drei besten Bilder mitsamt ihrer Geschichten werden mit Wertgutscheinen von 100 bis 250 Euro prämiert. Zudem ist eine Wanderausstellung an verschiedenen Orten im Stadtgebiet geplant, auf der ausgewählte Fotos der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Motive aus prunkvollen Zeiten – Altstadt und Umgebung

Auch, wer sich auf seiner fotografischen Zeitreise durch die Historie von Görlitz lieber dem prunkvollen Teil der Stadt widmen möchte, findet alles, was das Fotografenherz begehrt. Während die Altstadt vor 30 Jahren noch vom Verfall bedroht war, erstrahlt sie heute in neuem Glanz. Zahlreiche prachtvoll restaurierte Gebäude aus der Spätgotik, Renaissance und dem Barock warten hier förmlich darauf, sich von Fotografen ins beste Licht setzen zu lassen.

Als Tor zu Schlesien und östlichste Stadt Deutschlands hat Görlitz aber noch mehr zu bieten, denn die Häuser und Kirchen in den Gründerzeit- und Jugendstilvierteln haben den Krieg größtenteils unbeschadet überstanden. Auch die Hallenhäuser der Tuchmacher, Arkaden und Laubengänge, das Theater in Art déco und der Reichenbacher Turm geben wunderschöne Postkartenmotive ab – schließlich wird Görlitz nicht umsonst "Paris an der Neiße" genannt.

Die idyllische Umgebung in der Oberlausitz lockt derweil Landschaftsfotografen mit einer Vielfalt an Impressionen an: Der Berzdorfer See, historische Brunnen, das Weinberggelände am Obermühlberg, die Königshainer Berge, das Riesengebirge und die einzigartigen Schlösser im Hirschberger Tal sind zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert.

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  • Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 06.01.2017 - 07:08 Uhr
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