Sonderausstellung im Fotomuseum Görlitz

Sonderausstellung im Fotomuseum GörlitzGörlitz, 9. Juli 2016. Drei "Fotografinnen der DDR" stellen in der aktuellen Sonderausstellung des Museums der Fotografie in Görlitz aus. Mit der gestrigen Vernissage startete das Museum in den Fotosommer, der hin zum 2. Görlitzer Fotofestival im August und September 2016 führt. Zur Eröffnung war - neben vielen Besuchern, darunter der ehemalige Technische Direktor des Feinoptischen Werkes Görlitz (Meyer-Optik) Gottfried Kindler und der Vorsitzende des Fördervereins Kulturstadt Görlitz-Zgoerzelec e.V. Dr. Matthias Krick - Staatssekretärin Iris Gleicke, Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, gekommen. Sie würdigte Görlitz als Wiege der Fotoindustrie und die hier lebendige Tradition.

Ostbeauftragte Gleicke: Görlitz und Fotografie gehören zusammen

Ostbeauftragte Gleicke: Görlitz und Fotografie gehören zusammen

Auch das ist eine Görlitzer Besonderheit: Großzügige Ausstellungsräume für Fotokunst. Am Pult Iris Gleicke, rechts daneben Wolfgang Blachnik.

Gleicke betrachtet es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, die Auseinandersetzung mit der "DDR" und den Veränderungsprozessen im letzten Vierteljahrhundert zu fördern und sagte: "Kaum etwas ist besser geeignet als die Fotografie, um uns Veränderungen im Leben und im Alltag vor Augen zu führen." Außerdem betonte die Staatssekretärin den weiblichen Blickwinkel der Ausstellung und fragte: "Wo wäre der Osten eigentlich ohne seine starken Frauen?"

Zuvor hatte der Vorsitzende des Museum der Fotografie Görlitz e.V. Wolfgang Blachnik auf das nächste Görlitzer Fotofestival hingewiesen und Sponsoren wie Partnern gedankt. Zum Fotofestival zeigen vom 26. August bis zum 11. September 2016 deutsche und internationale Künstler an vielen Orten im Görlitzer Stadtgebiet Ausstellungen, dazu gibt es Photowalks, Workshops, Präsentationen und Aktionen zum Mitmachen.

Zu sehen in der aktuellen Sonderausstellung sind:

  • Sandra Bergemann: "Von der Welt im Inneren"
    Die Bilder im Lichthof zeigen Portraits, die tief hinter das bloße Abbild eindringen.

  • Barbara Köppe: "Frauen-Schönheit-Schicht" (eine Auswahl)
    Gezeigt werden im ersten Stock des Ausstellungsgebäudes, das durch die Einfahrt am Fotomuseum erreichbar ist, Frauen in der Arbeitswelt der "DDR"-Kosmetikindustrie der späten achtziger Jahre.

  • Eva Mahn: "Strawberry Hill"
    Die abgebildeten Personen und Gegenstände laden im zweiten Stock zur Entdeckungsreise ein. Die Ausstellung wurde für die Schau im Fotomuseum produziert und wird in Görlitz erstmals gezeigt.

Aller drei Fotografinnen waren zur Vernissage anwesend. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 11. September 2016. Sie wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, die Sächsische Kulturstiftung, die Stadt Görlitz und das Görlitzer Fotofestival

Prädikat: Hingehen!

Museum der Fotografie
Löbauer Straße 7, 02826 Görlitz.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr oder nach Absprache.

Tipp!
Auch die Technikausstellung besuchen! Görlitz war die Heimat unter anderem - nur eine kleine Auswahl - dieser Unternehmen: Curt Bentzin, Ernst Herbst & Firl, Optisch-Mechanische-Industrie-Anstalt Hugo Meyer & Co., Theodor Soennecken & JohannRiedl, Görlitzer Camera-Industrie Gustav Kügler & Co., Robert Reinsch - Neue Görlitzer Camera-Werke, VEB Feinoptisches Werk Görlitz. Das gerücht, die in Görlitz entwickelte und produzierte Primarflex sei die Vorlage der Hasselblad-Kameras gewesen, hält sich hartnäckig.

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  • Quelle: Thomas Beier | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 09.07.2016 - 05:48 Uhr
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