Im Erzgebirge glüht es

Im Erzgebirge glüht esSchwarzenberg, 29. Oktober 2015. Von Thomas Beier. Nur schlichte Gemüter denken, Kunst sei ausschließlich ein Kostenfaktor und - weit schlimmer noch - ein Anhängsel, das man sich nur leisten könne, wenn die Wirtschaft brummt. Weit gefehlt, denn Kultur und Kunst sind nicht nur Voraussetzung für Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung, sondern können diese in mancherlei Hinsicht sogar beleben. Ein Beispiel liefert der Kunstverein KunstZone e.V. mit seinen Freunden im erzgebirgischen Schwarzenberg.

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Vom Anglühen und Nachglühen in Schwarzenberg

Vom Anglühen und Nachglühen in Schwarzenberg

Am Weihnachtsmarktstand von Kunst und Kneipe ist Lydia Schönberg in ihrem Element. Viele sagen, ihr Glühwein sei der beste weite und breit - wohl, weil mit Liebe gemacht.

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" - das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Der Schwarzenberger Weihnachtsmarkt (4. bis 12. Dezember) - Institution seit mehr als 480 Jahren - gehört zu den überaus liebenswerten Märkten zur Weihnachtszeit im deutschen Weihnachtsland. Zur weihnachtlichen Stimmung passen der Märchenumzug (im Jahr 2015 am 6. Dezember) und die große Schwarzenberger Bergparade am letzten Markttag. Die Schwarzenberger sind gut beraten, ihren traditionellen erzgebirgischen Weihnachtsmarkt nicht mit "neumodischem Zeug" zu verwässern.

Der Schwarzenberger Kunstverein Kunstszone e.V. hat nun Begriffe ausgekramt, die man eher mit Motoren in Verbindung bringt: Anglühen, Vorglühen und Nachglühen sind schöne Gleichnisse dafür, dass man ganz bewusst in die Weihnachtszeit eintritt und Körper und Geist darauf vorbereitet - und schließlich zu Hohneujahr den Zustand der Glühzündung erreicht, um noch möglichst lange davon zu profitieren.

Vom Anfang und Ende der Weihnachtszeit

Los geht es in Schwarzenberg also mit dem ANGLÜH'N vier Wochen vor Beginn des Weihnachtsmarktes am Sonnabend, dem 7. November 2015: Dann sind auf dem Oberen Markt Kinderkino und Bastelstraße für die Kleinen und Livemusik zum Glühwein für die Großen und für alle eine Feuer-Show zu erleben. "Rund um den Marktplatz wollen wir schon mal Eure und unsere Weihnachtsmarkttauglichkeit testen, also kommt vorbei!", wirbt Kunstkneiperin und Fotografin Lydia Schönberg vom Verein mit gewohnter Zurückhaltung und hat noch den Tipp, dass es auch Festes zwischen die Zähne gibt.

Anmachen und dann nicht weiter geht gar nicht: Also ist zum ANGLÜH'N bereits das NACHGLÜH'N für Dienstag, den 5. Januar 2016, angesagt. "Wir beenden die Saison standesgemäß! Da sollte keiner fehlen! Wir sehen uns!", ruft "de Lyd" noch aus dem Fenster. Wer könnte sich diesem Direktcharme entziehen?

Prädikat: Hingehen!

    • Sonnabend, 7. November 2015, 18 Uhr,
      Oberer Markt, 08340Schwarzenberg/Erzgebirge:
      VORGLÜH'N
    • Dienstag, 6. Januar 2016, 18 Uhr,
      Oberer Markt, 08340Schwarzenberg/Erzgebirge:
      NACHGLÜH'N

    Entdeckt vom Görlitzer Anzeiger:
    Kaff hier, Kaff da - Kafka!

    Kommentar:

    Aus gemeinsamen Reisen kenne ich die Erzgebirgsmetropole Schwarzenberg inzwischen ein wenig und vor allem die Rätsel, die sie aufgibt.

    Eines dieser Rätsel ist folgendes: Im ungefähr neun Kilometer entfernten Aue - einst Konkurrent um den Kreissitz, den beiden Städte jedoch an Annaberg-Buchholz abgeben mussten (na gut, Schwarzwasserschlamm drüber) - gibt es einen zwischen großartigen Niederlagen und großartigen Siegen schwankenden Fußballverein, den FC Erzgebirge, bei Einheimischen noch immer als Wismut Aue im Hinterkopf. Das Rätsel besteht darin, warum die Schwarzenberger, die ihre Stadt gern als die Silberne Perle des Erzgebirges sehen, sich mitten im Kreisverkehr an der Egermann-Brücke ein versilbertes Denkmal in Form eines überdimensionalen Fußballs gestellt haben. Die Wabenstruktur der Kugel lässt keinen Zweifel aufkommen.

    Die Fußballfans freut's allemal,

    meint Ihr Fritz R. Stänker


    Update: Auch die Tageszeitung glüht:
    Freie Presse vom 07.11.2015: "Vorglüh'n" heizt die Geselligkeit an

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  • Quelle: Thomas Beier, Kommentar: Fritz R. Stänker | Grafik: KunstZone e.V. | Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 29.10.2015 - 07:00Uhr | Zuletzt geändert am 07.11.2015 - 23:20Uhr
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