Wiesbaden: 20 Jahre Schülerpraktikum in Görlitz

Wiesbaden: 20 Jahre Schülerpraktikum in GörlitzGörlitz, 5. November 2013. Der Termin war Ehrensache für den Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege: Gestern begrüßte er aus Anlass des Jubiläums in einer Feierstunde im kleinen Saal des Wichernhauses höchstpersönlich die Schülerpraktikanten aus Wiesbaden: "In diesem Jahr dürfen wir bereits den 20. Jahrgang von Schülerinnen und Schülern der Helene-Lange-Schule in Görlitz willkommen heißen. Ich selbst habe im letzten Jahr zum ersten Mal von dem Projekt erfahren und war beeindruckt über den langen Zeitraum, in welchem das Sozialpraktikum der Helene-Lange-Schüler in sozialen Einrichtungen in Görlitz bereits stattfindet.“

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Görlitzer Einrichtungen bieten die Praktikumsplätze

Inzwischen ist das soziale Görlitz-Praktikum fester Bestandteil der 9. Klassen in der Wiesbadener Helene-Lange-Schule, einer Integrierten Gesamtschule mit durchaus ungewöhnlichem Konzept. Spiritus rector ist der Wiesbadener Lehrer Andreas Rech, der auch jetzt noch einmal die jungen Leute begleitet, obwohl er nicht mehr an der Helene-Lange-Schule beschäftigt ist. Durch seine Initiative haben bislang mehr als 400 Schülerinnen und Schüler aus der hessischen Metropole Görlitz kennengelernt, sie haben hier gewohnt, gearbeitet und ihre Freizeit verbracht. Rech nahm während der Feierstunde Rückblick auf die vergangenen Jahre und wusste Anekdoten zu erzählen.

Ebenfalls aus Wiesbaden gekommen waren der Schulleiter der Helene-Lange-Schule Eric Woitalla sowie Cornelia Mai und Klaus Seibold als Lehrer.

In Görlitz nehmen neun Einrichtungen, die auch auf der Jubiläumsfeier vertreten waren, die Praktikanten für drei Wochen auf. Viele von ihnen unterstützen das Projekt bereits von Anfang an und haben es mit großem Engagement über den langen Zeitraum begleitet. So Oberbürgermeister Deinege
zur Feierstunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Altenheim der Arbeiterwohlfahrt, vom Malteser Hilfsdienst, aus der Förderschule Friedrich-Ludwig-Jahn, von der Heilpädagogischen Tagesstätte der Stiftung Diakonie Görlitz, aus dem Altenpflegeheim Hildegard Burjan, vom deutsch-polnischen Kindergarten Zwergenhaus, vom Wohnheim der Lebenshilfe, vom Altenheim des Arbeiter Samariter Bundes und von den Görlitzer Werkstätten begrüßen. Auch Christina Boack, ehemalige Schulleiterin der Jahnschule, und Horst Bambynek, langjähriger Mitarbeiter der Stadtverwaltung, waren als Mitbegründer und Weggefährten des Projektes eingeladen.

Für Oberbürgermeister Deinege ist das Sozialpraktikum der Wiesbadener, wie er sagte, ein "lebendiges Beispiel für die 23-jährige bestehende Städtepartnerschaft zwischen den beiden Städten". Die jungen Leuten aus Wiesbaden sieht er als Multiplikatoren und Sprachrohr für Görlitz: "Ihr macht so eure Eltern, Geschwister, Freunde und Lehrer neugierig auf Görlitz.“ Für das Praktikum in Görlitz bewerben sich jedes Jahr mehr Schüler als Teilnahmeplätze verfügbar sind, oft, weil die großen Geschwister zu Hause davon berichtet haben.

In der ersten Woche lang nach ihrer Ankunft werden die Wiesbadener Schülerinnen und Schüler noch von ihren Lehrern begleitet, dann sind sie für ihren Alltag alleine verantwortlich. Neben dem Praktikum haben sie in ihrer Freizeit die Gelegenheit, Görlitz und seine Umgebung kennenzulernen.

Seit Jahren besuchen die Wiesbadener Praktikanten auch eine Jugendgruppe in Breslau (Wrocław). Organisiert wird diese Begegnung über das Deutsch-Polnische Jugendwerk. Oberbürgermeister Deinege freute sich sehr, die polnischen Jugendlichen ebenfalls bei der Feierstunde begrüßen zu dürfen.

Mit dem Praktikum hilft die Städtepartnerschaft, Lebenserfahrungen sammeln.

Kommentar:

Genau, und darauf kommt es an.

Profitieren von Aufenthalt in Görlitz können beide Seiten: Die Wiesbadener jungen Leute machen eine Busch-Erfahrung (nach 1989 nannte man den Zuschlag auf das Salär der Westbeamten im Osten im "Busch-Zulage") und die Bewohner der ostsächsichen Randprovinz werden mit urbaner Lebenseinstellung konfrontiert.

Der direkte Kontakt im Alltag ist das beste Mittel gegen Vorurteile und eine hervorragende Schule in sozialer Kompetenz.

Gute Idee - Weitermachten!

empfiehlt Ihr Fritz R. Stänker


Abbildung:
Die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden.
Foto: Isolde Hupp


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  • Quelle: red | Fritz R. Stänker | Foto: Isolde Hupp
  • Erstellt am 05.11.2013 - 02:11Uhr | Zuletzt geändert am 05.11.2013 - 02:49Uhr
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