Fakten und Meinungen in der Corona-Pandemie

Fakten und Meinungen in der Corona-PandemieLandkreis Görlitz, 3. Dezember 2020. Mit Stand von heute Mittag wurden binnen eines Tages im Landkreis Görlitz bei weiteren 183 Erwachsene und zwölf Kinder aus dem gesamten Landkreisgebiet das Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen. Aktuell gelten im Kreis 2.898 Personen infiziert, die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf 449,90 je 100.000 Einwohner weiter gestiegen.

Abb.: An den Stufen zur Zittauer Johanniskirche sorgen sogenannte Corona-Leugner montags für würdelose Szenen

Archivbild: Foto: © BeierMedia.de

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Wie weit radikalisieren sich Coronaleugner?

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Dato werden im Landkreis Görlitz 197 Menschen stationär behandelt, 24 davon intensivmedizinisch.

Dem Gesundheitsamt sind 14 weitere Covid-19-Todesfälle aus der Zeit vom 20. bis zum 26. November 2020 bekanntgeworden. Die Toten stammen aus dem gesamten Kreisgebiet und wurden zwischen 26 und 97 Jahre alt.

Das Bürgertelefon im Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz ist an jedem Tag unter Tel. 03581 - 6 63-5656 oder per E-Mail an anfragen-corona@kreis-gr.de erreichbar.


Kommentar:

Eine Pandemie wie die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 lässt sich mathematisch gut abbilden. Man kann die Entwicklung ein Stück weit vorausberechnen, wenn man neben der Infektiosität die Rahmenbedingungen für die Verbreitung – sprich die Härte des Lockdowns – einfließen lässt. Für Voraussagen zum Pandemieverlauf kann man zum einen den aktuellen Stand ansetzen und dann Schlussfolgerungen ziehen, die sich aus der Wahrscheinlichkeit und dem zeitlich bedingten Verlauf von Infektion, Symptomen, Erkrankung und schließlich dem schweren Verlauf ableiten lassen. Die andere Methode, noch interessanter, ist die diskrete Simulation des Infektionsgeschehens. Mit entsprechenden Modellen, wie sie etwa schon in den Achtzigerjahren von Informatikern an der TU Dresden verwendet wurden, könnte man simulieren, wie sich einzelne Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auswirken und damit zu mehr Akzeptanz beitragen.

Allerdings scheint es viele Leute zu geben, die nicht wissen oder vergessen haben, wie Wissenschaft funktioniert und die ihre persönliche Befriedigung darin finden, für maximalen Spektakel zwecks größtmöglicher Verunsicherung von Leuten, die das Vertrauen in Regierungs- und Verwaltungshandeln teils über Jahrzehnte hinweg verloren haben, zu sorgen – selbst um den Preis, antidemokratischen Kräften damit Tür und Tor zu öffenen. Wer heute über eine "Merkel-Diktatur" schwadroniert stellt damit das demokratische System insgesamt infrage und nimmt in Kauf, in einer wirklichen Diktatur zu erwachen. Für ein "das habe ich doch nicht gewollt" ist es dann zu spät.

Eine Frage ist allerdings, wie lange sich die Polizei wie beim unwürdigen, angesichts des Missbrauchs des christlichen Gedankens regelrecht widerwärtigen Spektakels an der Johanniskirche in Zittau am 30. November 2020 noch auf der Nase herumtanzen lassen will – samst theatralischem Hilfeschrei eines der ortsbekannten Protagonisten. Wie sich einzelne Bürger unter den Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie in ihrem demokratischen Verständnis verändern, vielleicht gar radikalisieren, wäre sicher eine sozialwissenschaftliche Studie wert, meint

Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Foto: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 03.12.2020 - 15:33Uhr | Zuletzt geändert am 20.04.2021 - 12:33Uhr
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