Die vernachlässigten Kinder von Zittau

Zittau | Landkreis Görlitz. Der Landkreis Görlitz wurde am Abend es 14. März 2009 von der Polizei informiert, dass in Zittau drei Kinder in das Krankenhaus aufgenommen wurden. Zuvor hatten Mutter und Stiefvater den Notarzt gerufen, weil ein Kind ohnmächtig war. Alle Kinder, zwei zweijährige Zwillingsmädchen und ein sechs Monate alter Säugling, kamen in die Kinderklinik. Eines der Zwillingskinder wog nur 5,4 kg. Das Landratsamt konnte zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass die Kinder gesichert sind und hat am nachfolgenden Montagmorgen begonnen, gemeinsam mit den Eltern zu arbeiten und Maßnahmen zu ergreifen.

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Gesundheitszustand hat sich stabilisiert

Die Mutter erhielt seit der Geburt der Zwillinge 2007 für ein halbes Jahr vom Jugendamt Hilfestellung mit dem Schwerpunkt der gesundheitlichen Für- und Vorsorge. Grund war das junge Alter der Mutter und die Frühgeborenensituation der Säuglinge.

Die besonderen Vorsorgeuntersuchungen fanden in Bezug der Frühgeborenensituation auch danach regelmäßig statt. Zur Regelung des Umgangsrechts der Zwillinge mit dem leiblichen Vater gab es letztmalig im September 2008 Kontakt zum Jugendamt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kinder vollkommen unauffällig, aufgeweckt und in dieser Umgebung altersgerecht entwickelt. Das der Familie zur Verfügung stehende Hilfesystem, dazu gehören Kinder- und Hausärzte und der ASD des Jugendamtes, ließen auch in der Folge keine Auffälligkeiten in der Versorgung der Kinder erkennen. Auch bei einer ärztlichen Kontrolle der Zwillinge im Februar 2009 wurden keine Auffälligkeiten erkannt. Was seitdem passiert ist, muss, so das Landratsamt, aufgeklärt werden. Dann soll vom Jugendamt ein auf die Kinder abgestimmter Maßnahmeplan erarbeitet werden.

Zu prüfen sei nun, so das Landratsamt weiter, wer im familiären Umfeld die Versorgung der Kinder sicherstellen könne. Voraussetzung für eine Rückführung der Kinder in die Familie sei ferner die therapeutische Aufarbeitung der Situation und die Entwicklung von ernährungs- und kindbewussten Handeln der Eltern.

Der Gesundheitszustand aller Kinder hat sich inzwischen stabilisiert, die Zwillinge befinden sich nicht mehr auf der Intensivstation.

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 21.03.2009 - 00:20Uhr | Zuletzt geändert am 21.03.2009 - 00:20Uhr
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