Das große Brennen
Görlitz. Wie in manch anderer Region loderten in der Nacht zum ersten Mai in Görlitz und in den umliegenden Dörfern die Hexenfeuer. Sie haben ihre Wurzeln in der Walpurgisnacht, in der die Hexen auf dem Brocken (Blocksberg) auf den Teufel warten, um mit ihm zu tanzen. Eigentlich ging es aber um den heidnischen "gehörnten Gott" als Symbol des Männlichen, das sich in dieser Nacht mit dem Weiblichen vereinigt. Aus ihm wurde im Zuge der Christianisierung der Teufel - eine "Ver-teufelung" im wahrsten Sinne des Wortes. Ihren Namen hat die Nacht von Walburga, die an einem 1. Mai heilig gesprochen wurde. Die spätere Äbtissin des Klosters Heidenheim wurde um 710 im englischen Wessex geboren. Sie gilt als die Beschützerin vor den "Hexen".
Die Hexe brennt!
Foto: © BeierMedia.de
Hexenfeuer in und um Görlitz
Foto: © BeierMedia.de
Angesichts der hohen Heizöl- und anderen Energiepreise könnte man meinen, die alljährlichen Walpurgisfeuer entwickelten sich zu einem Luxusereignis. Schließlich sind es nicht wenige Kilowattstunden, die hier buchstäblich verheizt werden. Weit gefehlt - die traditionellen Feuer wie in Holtendorf und Markersdorf haben ihre Klientel. Auf den Dörfern - auch wenn wie Schlauroth oder Klingewalde - längst von der Stadt an die Brust gerissen, ist es die Gelegenheit, sich einmal im Jahr zu treffen und einen Schwatz mit den Nachbarn zu machen. Und selbstverständlich ein Höhepunkt im freiwilligen Feuerwehrleben. In Klingewalde waren Familien gleich mit Gartenmöbeln und dem Bierkasten in der Schubkarre angerückt als ob es gälte, die Campingsaison einzuläuten. An der Görlitzer Altstadtbrücke blieb eher die jüngere Generation unter sich. Eine Fotoausstellung auf der Altstadtbrücke und die Reisenden des Europazuges versuchten der Nacht einen gehobenen Anstrich zu verpassen, im Vergleich zu den traditionellen Festplätzen anscheinend mit eher mäßigem Erfolg hinsichtlich der Besucherzahlen. Bleibt zu hoffen, dass jene Zeitgenossen, die glauben, Alkohol mache resistent gegen Hexerei, nicht gerade den Bock zum Gärtner machen. Schon weit vor Mitternacht schien so mancher - leider vor allem jugendliche - Herr bereits vom bösen Alkoholgeist besessen. Einige Feuer-Impressionen finden sich in unserer Bildergalerie. Mehr: http://www.europazug.de http://ueber-den-fluss.eu
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- Quelle: /red
- Erstellt am 30.04.2006 - 23:26Uhr | Zuletzt geändert am 09.04.2025 - 12:08Uhr
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