Die Legalisierung von Cannabis – das sollte man wissen über CBD und Co.

Die Legalisierung von Cannabis – das sollte man wissen über CBD und Co.Görlitz, 29. November 2022. Bereits seit Jahrtausenden wird Cannabis genutzt. Schon in grauer Vorzeit galt es als ein medizinisches Wundermittel. Heute wird es verwendet, um Patienten bei verschiedensten Krankheitsverläufen Erleichterung zu verschaffen. Mancher setzt aber auch auf eine prophylaktische Wirkung, obgleich sich die Wissenschaft mit der Bestätigung schwertut.

Abb.: Der Handel bewirbt Nahrungsergänzungsmittel auf CBD Basis und hofft, dass Käufer dieser Produkte zu Stammkunden werden

Foto: © BeierMedia.de

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CBD-haltige rauschfreie Nahrungsergänzungsmittel

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information, nicht aber der Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung und ersetzt nicht die Diagnose oder Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Verarbeitetes CBD ist unter bestimmten Bedingungen etwa in Form von CBD-Öl oder CBD-Kapseln in Deutschland legal. Zu CBD-ÖL und CBD-Kapseln dürfen keine Heilversprechen zur Linderung gesundheitlicher Beschwerden abgegeben oder Heilung oder Linderung in Aussicht gestellt werden, sie gelten als "neuartiges Lebensmittel". Zur Frage der Zulassung nach der Novel Food Verordnung der EU informierte bspw. die Deutsche Apotheker Zeitung am 7. Juni 2022.

Nun jung am Markt sind die sogenannten CBD-Produkte wie zum Beispiel das CBD Öl von Hanfosan. CBD steht für Cannabidiol und ist einer von mehreren Inhaltsstoffen der Hanfpflanze. Der bekanntere Inhaltsstoff der Hanfpflanze ist zweifellos das THC, Tetra-Hydrocannabinol, welches die berauschende Wirkung hervorruft. Dieser Inhaltsstoff ist in den bekannten CBD-Produkten wie CBD-Öl nicht in wirksamer Menge erlaubt. Nach dem Urteil eines Europäischen Gerichtshofs (C663/18) vom 19. November 2020 gilt zum Beispiel das CBD-Öl auch nicht als Betäubungsmittel, weil das Cannabidiol eben keine berauschende Wirkung aufweist.

Interessantes über die CBD-Blüten

Die Knospen der Hanfpflanze werden auch CBD Blüten genannt. Genutzt werden die Blüten der THC-armen Nutzhanfpflanze. In diesen Blüten ist der CBD-Gehalt besonders hoch. Es gibt männliche und weibliche Nutzhanfpflanzen, aber ausschließlich die weiblichen Pflanzen sind jene, die diese wichtigen Blüten ausbilden.

Aber hier ist Aufmerksamkeit angesagt, denn die Pflanze hat auch Blüten, die weniger CBD-, dafür aber mehr THC-Gehalt haben und somit psychoaktiv sind. Die voneinander zu unterscheiden, ist gar nicht so einfach und setzt einiges an Fachwissen voraus. CBD Blüten kaufen kann zum eigentlichen CBD-Öl eine gute Alternative darstellen, wenn auch hierbei die gesetzlichen Auflagen eingehalten werden.

Kein Rauschmittel

Eben weil CBD-Produkte ohne den berauschenden Wirkstoff verkauft werden, gelten sie nicht als Rauschmittel. Zur Wirkungsweise: Jeder Mensch hat ein Endocannabinoid-System, das mit CB1- und CB2-Rezeptoren versehen ist. Unser Organismus muss Endocannabinoide herstellen, um auf dieses System zurückgreifen zu können. Die Cannabinoide der Hanfpflanze sprechen das Endocannabinoid-System des Körpers jedoch ebenfalls an. Laut unterschiedlicher Quellen beeinflussen die CB1-Rezeptoren etwa die Schmerzwahrnehmung, Emotionen, den Appetit und das Gedächtnis, während die CB2-Rezeptoren eine entzündungshemmende Reaktion hervorrugen sollen.

Obgleich die Wissenschaft zögert, die Wirkungen zu versprechen, streben CBD-Nutzer vor allem diese Effekte an:
    • schmerzlindernd: hier hoffen etwa Krebspatienten und an Multipler Sklerose Erkrankte
    • krampflösend: Patienten mit muskuläre Erkrankungen versprechen sich Linderung
    • entzündungshemmend: wer mit Entzündungen zu kämpfen hat, setzt ebenfalls Hoffnungen auf CBD
    • beruhigend: wer sich ständig gestresst fühlt, hofft aus Entspannung
    • angstlösend: hier versprechen sich unter anderem Patienten mit depressiven Störungen Besserung

Wichtig:
Die im Handel frei erhältlichen CBD-Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel, keine Arznei. Wer mit dem Gedanken spielt, sie in Bezug auf bestimmte Beschwerden zu nutzen, sollte sich vorher unbedingt den Rat eines Arztes oder Apothekers einholen.

Marktboom durch Legalisierung

Viele rechnen mit einem Boom auf dem Markt für Cannabisprodukte. Es gibt bereits etliche CBD-Anbieter, deren Erzeugnisse noch nicht auf dem deutschen Markt verkauft werden dürfen. Dies würde sich durch die von der Bundesregierung in Auge gefasste teilweise Cannabis-Legalisierung rasch ändern.

Noch sind CBD-Produkte in Deutschland nur erlaubt, wenn sie höchstens 0,2 Prozent THC-Gehalt vorzuweisen haben. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt diese Grenze bei 1,0 Prozent. In Bezug auf die Legalisierung von Cannabis gibt es viel Pro und Kontra, positiv ist jedoch sicherlich, dass durch diese Legalisierung der Schwarzmarkt der Cannabis Produkte ausgetrocknet würde.

Auf dem Schwarzmarkt werden oft unreine und extrem hoch konzentrierte Produkte verkauft. Der Konsum dieser gefährlichen Produkte ist für die Endverbraucher bisher hochgradig bedrohlich. Vor allem aber darf nicht der Eindruck entstehen, dass der Cannabisgebrauch harmlos ist. Vor allem Kinder und Jugendlichen müssen vor diesem Eindruck geschützt und entsprechend aufgeklärt werden.

Wichtige Details

Im Zuge der vorgesehenen Legalisierung von Cannabis wurden bereits einige Details geklärt und festgehalten. Diese können sich aber im Detail nochmals ändern und entsprechende angepasst werden, bis die finale Legalisierung durchgesetzt ist.

Der Besitz von 20 bis maximal 30 Gramm Cannabis würde dann als straffrei gelten; eine Menge bis zu dieser Grenze wäre "Genusscannabis". Da es ein zu großer Aufwand ist, den THC-Gehalt der Mengen zu bestimmen, wird es wohl keine Vereinbarung über THC-Grenzen geben. Auch darf Cannabis, wenn die Legalisierung Erfolg hat, privat angebaut werden; dabei soll dem Vernehmen nach der Besitz von bis zu drei weiblichen Pflanzen pro volljähriger Person erlaubt sein.

Aber der Besitzer der Hanfpflanzen muss entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen, damit Kinder und Jugendliche keinen Zugriff auf diese Pflanzen bekommen. Der Verkauf von Cannabis wäre lizenzierten Fachgeschäften vorbehalten, auch unter der strengen Auflage, dass nur Erwachsene ab 18 Jahren Zugang erlangen können. Der Versandhandel mit Cannabis soll ausgeschlossen sein – die Verkäufer sollten wissen: Der Versand wäre eine Straftat.

Obgleich in einschlägigen Kreisen bereits frohlockt wird, muss die Legalisierung von Cannabis in Deutschland wohl noch etwas auf sich warten lassen. Erst wurde das Jahr 2023 dafür in Aussicht gestellt, dies scheint aber nach bisheriger Kenntnis gekippt worden zu sein. Eher wird damit gerechnet, dass frühestens 2024 mit der Legalisierung gerechnet werden kann.

Unter dem Strich

Legale CBD-Produkte können schon jetzt gekauft werden. Wer bestimmte Wirkungen erwartet oder Bedenken wegen möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten hat, sollte vor der Einnahme einen Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen. Apotheker sind mit CBD-Produkten aus ihrem Sortiment vertraut und können gut auf die Problematik eingehen.

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  • Quelle: red | Foto: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 29.11.2022 - 15:25Uhr | Zuletzt geändert am 29.11.2022 - 17:11Uhr
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