Wie Verschwörungstheorien entstehen
Görlitz, 27. März 2020. Von Thomas Beier. Die Corona-Pandemie stellt die Menschen vor ungewohnte Herausforderungen. Für manchen gehört dazu offenbar der Umgang mit zu viel Zeit, was unterm Strich einen guten Nährboden für Verschwörungstheorien ergibt.
Gefragt ist Medienkompetenz
Schon kursiert in erneuter Auflage das Gerücht, nächstens würden, diesmal in Dresden, klammheimlich tausende Flüchtlinge eingeflogen – blanker Unsinn, denn die müssten ja irgendwo untergebracht werden, was auffallen würde. Oder die Pandemie mit dem Coronavirus würde hochgespielt, um anstelle eines Weltkrieges damit Probleme zu lösen, indem Freiheitsrechte eingeschränkt werden und eine Währungsreform zur Entschuldung der Staaten durchgeführt wird. Wer diese Zeilen liest, ertappt sich vielleicht bei dem Gedanken: Könnte ja sein... aber genau das ist das Gefährliche an der Verbreitung des Unsinns!
Um den Mechanismus der Verschwörungstheorien zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, wie menschliches Denken funktioniert: Wir wissen einige Fakten und verstehen einige Zusammenhänge, viele andere Fakten und Zusammenhänge wissen wir jedoch (noch) nicht. Unser Hirn neigt aber dazu, die Welt erklären zu wollen und versucht, das ihm bekannte Wissen zu verknüpfen. Der Volksmund sagt dazu "man reimt sich das zusammen". Wenn man sich etwas "zusammenreimt", dann werden die "blinden Flecken", die von Wissen noch nicht besetzt sind, dazu benutzt, um mit einander verknüpfte und deshalb logisch erscheinende Gedanken zu platzieren. Auf diese Weise entstehen Verschwörungstheorien, die davon leben, dass man sie manchmal kaum widerlegen kann, wenn man sich von ihrem Gedankenkonstrukt einfangen lässt (weil sie ja logisch erscheinen), andererseits sind sie eben auch nicht beweisbar.
Um Verschwörungstheorien zu erkennen, muss man sie mit gesichertem Wissen (beispielsweise wie mimikama.at) abgleichen. Gradmesser dabei bleibt die Wissenschaft mit ihrer Beweisführung, Theorien müssen als solche benannt werden und Unsinn ist keine Theorie. Der mündige Bürger ist durchaus gehalten, auch die seriösen Medien kritisch zu hinterfragen, vor allem aber muss er bei Nachrichten, die aus den sozialen Netzwerken, von Webseiten oder aus anderen Medien stammen, die Spreu vom Weizen trennen – auch das ist Medienkompetenz.
Der Autor befasst sich mit seinem Unternehmen Beier Consulting seit 1994 mit der Entwicklung von Markterschließungsstrategien und Anziehungskraft im Markt sowie Problemlösungen für das Management in der Mitarbeiterführung auf Basis der modernen Hirmforschung.
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- Quelle: Thomas Beier | Foto: BeierMedia.de
- Erstellt am 27.03.2020 - 08:11Uhr | Zuletzt geändert am 27.03.2020 - 09:04Uhr
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