Brücke-Preis für wen?

Görlitz, 27. März 2015. Von Fritz R. Stänker. Leicht hat es die Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec nicht: Man will tunlichst nichts falsch machen, setzt auf vermeintlich "sichere" Persönlichkeiten und tappt doch auch mal daneben.

Umstrittene Preisträger

Für seine Verdienste um die Einigung Europas soll der Kommissionspräsident der Europäischen Union Dr. Jean-Claude Juncker den Internationalen Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec 2014 erhalten. Die Preisverleihung ist für den 23. April 2015 in Görlitz vorgesehen, verbunden mit einer Laudatio des sächsichen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich.

Doch inzwischen machen sich Gegenstimmen stark: Mit einer Petition soll die Preisverleihung noch verhindert werden. Kritisiert wird, dass Juncker als früherer Luxemburgischer Ministerpräsident maßgebend verantwortlich sein soll für die organisierte Steuerflucht international agierender Großkonzerne in Europa.

Auch die Verleihung des Brückepreises 2012 an den unkrainischen Boxer und Politiker Dr. Witalij Wolodimirowitsch Klitschko erwies sich im Nachgang angesichts der Entwicklungen in der Ukraine nicht als sonderlich weitsichtig.

Ebenso der Preis 2006, der an den Schriftsteller Günter Grass ging. In der Begründung zur Preisverleihung nahm man zwischen den Zeilen - wie unglücklich - vorweg, was Grass ein halbes Jahr später als deutsches Schicksal outete: Er war Mitglied der Waffen-SS.

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  • Quelle: Fritz Rudolph Stänker
  • Zuletzt geändert am 27.03.2015 - 03:51 Uhr
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