Deutsch-Polnische Aktionstage wollen Erinnerungsstücke aus der Zeit des Ersten Weltkriegs bewahren

Deutsch-Polnische Aktionstage wollen Erinnerungsstücke aus der Zeit des Ersten Weltkriegs bewahrenGörlitz | Oppeln | Greifswald | Stettin, 8. November 2014. Zum hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs sammelt das Crowdsourcing-Projekt "Europeana 1914-1918" in ganz Europa private Erinnerungsstücke, um diese in einem digitalen Archiv öffentlich zugänglich zu machen. Im November 2014 finden dazu vier deutsch-polnische Aktionstage in Görlitz und Oppeln sowie in Greifswald und Stettin statt: Hier werden die Erinnerungsstücke digitalisiert (und zurückgegeben) sowie die dazugehörigen Geschichten notiert.

Europeana - ein umfassendes europäisches Archiv

"Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, ihre privaten Erinnerungsstücke zum Ort des Aktionstages zu bringen", unterstreicht Projektleiter Frank Drauschke. Diese Erinnerungsstücke, beispielsweise Fotos, Briefe, Feldpostkarten, Tagebücher, Filme oder Alltagsobjekte werden vor Ort auf professionelle Weise digitalisiert und mit den dazugehörigen Angaben dem Online-Archiv hinzugefügt. Die Originale werden den Besitzern vor Ort zurückgegeben.

Aktionstage nutzen!


    • Görlitz-Zgorzelec
      Freitag, 14. November 2014, von 10 bis 18 Uhr,
      Schlesisches Museum zu Görlitz.
      Brüderstraße 8, 02826 Görlitz.

    • Oppeln (Opole)
      Sonntag, 16. November 2014, von 10 bis 18 Uhr,
      Museum des Oppelner Schlesiens (Muzeum Śląska Opolskiego),
      Eingang ul. Muzealna, 45-023 Opole (Polen).

    • Greifswald
      Donnerstag, 20. November 2014, von 10 bis 18 Uhr,
      Pommersches Landesmuseum,
      Rakower Straße 9, 17489 Greifswald

    • Stettin (Szczecin)
      Sonnabend, 22. November 2014, von 10 bis 18 Uhr,
      Nationalmuseum zu Stettin (Muzeum Narodowe w Szczecinie),
      ul. Wały Chrobrego 3, 70-500 Szczecin (Polen).

    Mit den Aktionstagen soll allen Bürgern der Regionen ermöglicht werden, sich an der Europeana 1914-1918 zu beteiligen, damit ein europaweites Archiv aus der Zeit des Ersten Weltkriegs entstehen kann.

    Projekt läuft seit 2011

    Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Europeana Foundation, der Universität Oxford und lokalen Partnern.

    Die Aktionstage - seit 2011 mehr als 140, so in Großbritannien, Deutschland, Luxemburg, Irland, Slowenien, Dänemark, Belgien, Zypern, Italien, Frankreich, Rumänien, Griechenland, Portugal, Kroatien und der Slowakei - werden von der Europeana Foundation, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie Facts & Files Historisches Forschungsinstitut Berlin veranstaltet und in Kooperation mit dem Schlesischen Museum zu Görlitz, dem Museum des Oppelner Schlesiens, dem Pommerschen Landesmuseum und dem Nationalmuseum Stettin durchgeführt.

    Weitere Veranstaltungen zu den Aktionstagen


    Während des Aktionstages in Oppeln am 16. November 2014 findet um 15.30 Uhr die Preisverleihung im Wettbewerb "Öffne deine Schublade – Der Erste Weltkrieg in den Erinnerungen oberschlesischer Familien" des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit statt. In Greifswald wird der Aktionstag am 20. November 2014 zu den polnischen Kulturtagen "PolenmARkT" veranstaltet.

    Beteiligung auch online möglich

    Schon jetzt sind mehr als 12.000 Beiträge, die rund 160.000 digitale Objekte wiedergeben, unter www.europeana1914-1918.eu recherchierbar. Auf dieser Webseite kann man sich auch unabhängig von den Aktionstagen registrieren und das Online-Archiv selbst mit digitalen Bildern und Informationen füllen.

    Drauschke freut sich, dass die Initiative so gut angenommen wird: "Der Erfolg des Projektes unterstreicht das große Interesse der Europäer an ihrer gemeinsamen Geschichte. Menschen geben ihre Geschichten innerhalb der Familie weiter und haben mit Europeana eine Möglichkeit, diese für zukünftige Generationen zu sichern und allseits zugänglich zu machen. Europeana ist ein neuartiger Zugang zur Kulturgeschichte, denn sie verbindet Familiengeschichten mit der offiziellen Erinnerung an das Kriegsgeschehen, das wir in den nationalen Bibliotheken und Archiven recherchieren können. Es ist damit erstmals möglich, eine Vielzahl von privaten Zeugnissen der Kriegszeit aus allen Teilen Europas vergleichend zu erforschen. Das Medium Internet ermöglicht außerdem eine generationenübergreifende Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Familiengeschichten.“

    Beispiel:
    Kriegstagebuch des Hans-Joachim Röhr aus Görlitz

    Europeana ist mehr

    Die von der Europäischen Kommission ins Leben gerufene Europeana ist Europas digitale Bibliothek, Museum und Archiv. Sie sammelt digitales Material aus Bibliotheken, Archiven, audiovisuellen Archiven und Museen und macht es digital zugänglich. Dazu kooperiert die Europeana mit mehr als 2.300 Institutionen, die Webseite selbst ist in 29 Sprachen zugänglich.

    Auf diese Weise ermöglicht die Europeana, Europas kulturelles und intellektuelles Erbe durch eine einfache Suchmaschine und virtuelle Ausstellungen zu entdecken - seit 2008 mehr als 30 Millionen Dokumente und Kulturgüter.

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