Sächsische Medienunternehmen in Moskau
Dresden. Mit einer Delegation sächsischer Medienunternehmer reist der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Staatsminister Hermann Winkler, am Donnerstag und Freitag zu Gesprächen nach Moskau.
Russischer Filmmarkt mit enormen Wachstumsraten
Der für Medienfragen zuständige Minister wird mit seinem Amtskollegen aus der Moskauer Stadtregierung, Michail Schtscherbatschenko, sowie dem Leiter der russischen Filmförderung, Sergej Lazaruk, zusammentreffen. Neben Gesprächen mit russischen Filmproduzenten und dem Besuch der Moskauer Niederlassung der Leipziger Filmproduktionsfirma L.E. Vision wird der Staatsminister am Freitag Abend einen Empfang während des Moskauer Filmfestes geben. Dort wird im Rahmenprogramm der von der Mitteldeutschen Medienförderung geförderte Film "Der rote Kakadu" gezeigt. "Der rote Kakadu" wurde überwiegend an Originalschauplätzen in Dresden gedreht und lief mit Erfolg in den deutschen Kinos.
Das Moskauer Filmfest ist das wichtigste russische Filmfestival und von großer internationaler Bedeutung. Es werden neben einheimischen Produktionen auch einige ausgesuchte internationale Filme vorgestellt.
Staatsminister Winkler zu den Zielen der Reise: "Der russische Filmmarkt ist in letzter Zeit um 20 bis 25 Prozent pro Jahr gewachsen. Die Filmindustrie in Russland erlebt einen enormen Aufschwung - demnächst rechnet man mit über 100 Filmen pro Jahr. Wir wollen den russischen Markt sondieren und die Möglichkeiten für Koproduktionen zwischen sächsischen und russischen Filmfirmen erkunden. Die Politik geht hier als Türöffner für die Wirtschaft voran, denn wir wollen den Medienstandort Sachsen durch internationale Koproduktionen weiter stärken und damit Arbeitsplätze hier bei uns schaffen. Ich freue mich, dass dieses Konzept bei den sächsischen Film- und Fersehproduzenten so große Resonanz gefunden hat und zahlreiche Medienunternehmer unserer Delegation angehören.
Kommentar:
Filme haben in Russland und vor allem in der ehemaligen Sowjetunion eine hervorragende Tradition. Sergej Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin", Andrej Tarkowskis "Stalker" oder der melodramatische "Abschied von Matjora" waren keine Pflichtveranstaltungen zu den Tagen des sowjetischen Films in der DDR, sondern echte Renner mit Kultstatus.
Leider haben die Filmkunstwerke - ein in der DDR oft auch verächtlich gebrauchtes Wort - in der kommerzialisierten Filmwelt keine Chance mehr. Und es ist zu erwarten, dass die Kommerzialisierung auch Russland voll erfasst.
/TEB
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- Quelle: /SSK
- Erstellt am 28.06.2006 - 23:57Uhr | Zuletzt geändert am 29.06.2006 - 00:32Uhr
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