Görlitz setzt auf Lieferung trotz Sanierung von HeiterBlick
Görlitz, 10. April 2025. Das Leipziger Unternehmen HeiterBlick GmbH, das für die Städte Görlitz, Leipzig und Zwickau neue Straßenbahnen fertigt, hat am 7. April 2025 beim Amtsgericht Leipzig ein Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Der Geschäftsbetrieb soll trotz der laufenden Sanierung fortgeführt werden.
Entwurf "Sächsische Plattform - Strassenbahn der Zukunft"
Foto: © Leipziger Gruppe
Städte rechnen mit Lieferung
„Wir haben uns am Dienstag mit unseren Mitauftraggebern in Leipzig und Zwickau abgestimmt und gehen davon aus, dass die Straßenbahnen fertiggestellt und geliefert werden.“, erklärte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu. Die HeiterBlick GmbH bleibe unter der bisherigen Geschäftsführung operativ tätig. Ein Sachwalter sowie Restrukturierungsexperten begleiten den Prozess.
In der aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens heißt es, das Amtsgericht Leipzig habe dem Antrag auf Eigenverwaltung umgehend stattgegeben. Damit bestünden gute Chancen für eine nachhaltige Stabilisierung. Die Unternehmensleitung wird künftig vom Restrukturierungsteam der Unternehmensberatung Falkensteg sowie von der Kanzlei BakerTilly unter Leitung von Dr. Adrian Bölingen unterstützt. Tillmann Peeters (Falkensteg) fungiert als Generalbevollmächtigter.
Geschäftsbetrieb bleibt bestehen
Der Geschäftsbetrieb laufe während des Sanierungsverfahrens „vollumfänglich und unverändert“ weiter. Für drei Monate übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Löhne und Gehälter der rund 250 Beschäftigten. Wichtige Stakeholder hätten ihre Unterstützung zugesagt.
Das Unternehmen wurde vor 100 Jahren im Leipziger Stadtteil Heiterblick gegründet und liefert Straßenbahnen unter anderem nach Bielefeld, Hannover, Halberstadt, Dortmund, Würzburg sowie an die sächsischen Verkehrsbetriebe in Görlitz, Leipzig und Zwickau.
Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage
Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt HeiterBlick die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit Lockdowns und Fehlzeiten sowie die Marktverwerfungen durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Materialengpässe, gestiegene Rohstoffpreise und unterbrochene Lieferketten hätten zu Projektverzögerungen geführt. Viele Aufträge waren bereits vor der Krise unterzeichnet worden, was laut Unternehmen die wirtschaftliche Stabilität erschwert habe.
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- Quelle: red / PM Stadtverwaltung Görlitz - HeiterBlick GmbH
- Erstellt am 10.04.2025 - 17:07Uhr | Zuletzt geändert am 10.04.2025 - 17:15Uhr
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