Wenn in der Wirtschaft der Hammer regiert

Wenn in der Wirtschaft der Hammer regiertGörlitz, 24. Juni 2020. Wenn etwas "unter den Hammer" kommt, hat das für Laien meist einen schalen Beigeschmack, liegt doch der Begriff "Zwangsversteigerung" in der Luft. Viel öfter sind Auktionen jedoch für die Wirtschaft sehr hilfreich, können dadurch nicht mehr benötigte Lagerbestände oder bei anstehenden Neuinvestitionen ganze Maschinenparks doch schnell und günstig verwertet werden, andererseits macht so mancher Unternehmer auf Auktionen ein Schnäppchen und kann preiswert einkaufen bzw. investieren.

Industrieauktionen bieten Zugang zu einer Vielzahl an Gütern

Symbolfoto: M. Roth, Pixabay License

Anzeige

Service bedeutet, den Kunden umfassend zu entlasten

Privatpersonen kommen wohl am ehesten auf großen Internetplattformen wie eBay mit Auktionen in Kontakt. Für viele ist interessant, wenn etwa die Stadt Görlitz Fundsachen oder der Landkreis Görlitz gepfändete Sachen auf zoll-auktion.de versteigern lassen.

Die Wirtschaft setzt hingegen auf Unternehmen wie Haemmerle. Das 1990 von Peter Hämmerle, öffentlich bestellter und vereidigter Auktionator, gegründete Unternehmen ist ein Musterbeispiel für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung: Ausgehend vom Kerngeschäft wurden immer mehr passende Tätigkeitsfelder "angedockt", wie das der Markersdorfer Strategieberater Thomas Beier nennt. "Richtig angegangen entstehen auf diese Weise sich gegenseitig befruchtende Geschäftsbereiche, die es zugleich erlauben, sich bei Kunden als umfassender Problemlöser zu positionieren", erläutert er.

Um beim Beispiel zu bleiben: Im Kern ist die Hämmerle GmbH & Co. KG ein Industriebewerter, Industrieverwerter und Auktionator. Im Sinne der Kundenfreundlichkeit gehört neben der öffentlichen Versteigerung dazu eine ganze Reihe an Serviceleistungen wie die Inventarisierung und die Bewertung, aber auch die Abholung, Abrechnung und nicht zuletzt die Auszahlung an den Kunden. Was sich womöglich etwas trocken anhört, hat Hämmerle erfolgreich gemacht, so etwa im Gebrauchtmaschinenhandel. Der TÜV-zertifizierte Full-Service Dienstleister lässt sich davon leiten, Kundenprobleme zu erkennen und zu lösen, bevor diese den Kunden erreichen – von der Zollabwicklung bis hin zu M&A-Prozessen.

Wenn der Betriebsnachfolger ausbleibt

Konkreter Anlass, ein Unternehmen wie Hämmerle zu beauftragen, ist immer wieder der Verkauf von Betrieben oder Teilen davon an Nachfolger. Allerdings gibt es auch im sächsischen Mittelstand ein Problem: Oft genug finden sich gar keine Nachfolger. Das trifft immer wieder typische Familienbetriebe, wenn sich die Kinder die Verantwortung und den Stress der Eltern nicht antun wollen. Wird dann ein Nachfolger bzw. Übernehmer außerhalb der Familie nicht gefunden, kommt es zur Betriebsschließung und zur Versteigerung des Inventars, wobei neben der Präsenzversteigerung in aller Regel eine Online-Versteigerung stattfindet. Je nachdem, wie schnell geräumt werden muss, kann die Versteigerung kostensparend noch vor Ort, also ohne Transport und Einlagerung, durchgeführt werden

Was ersteigert werden kann

Die Bandbreite der Waren, Maschinen und Anlagen sowie Lagerbestände, die auf Industrieauktionen neue Eigentümer finden, ist immer wieder erstaunlich. Sie reicht von Kraftfahrzeugen wie Lkw, Transportern, Pkw – auch Oldtimern – und Motorrädern nebst Ersatzteilen aller Art über Handwerksmaschinen und Werkzeug sowie Möbel und Möbelaufzüge bis hin zu Antistressbällen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Aufzählung ließe sich noch lange fortsetzen, Landmaschinen, Fahrräder, Anhänger, Mode, Baumaterial, Kompressoren, Mobiltelefone, Anhänger und Verkaufswagen, Spezialfahrzeuge, Gemälde, Computertechnik und Peripheriegeräte, Friseurausstattung etc. pp. Interessant ist immer wieder, wenn Händler Lagerbestände räumen, vom der exklusiven Weinhandlung bis zum Drogeriemarkt.

Kundennähe

Dabei setzt das Unternehmen auf örtliche Präsenz und schlanke Strukturen: An den insgesamt acht Standorten in Deutschland sind bei Hämmerle rund 25 global vernetzte Mitarbeiter beschäftigt, die sich als externe Partner ihrer Kunden verstehen.

Mehr:
Steuerliche Aspekte der Unternehmensnachfolge



Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: red | Foto: maria-anne / M. Roth, Pixabay License
  • Erstellt am 23.06.2020 - 22:20Uhr | Zuletzt geändert am 24.06.2020 - 08:53Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige