Perspektivwechsel bei transNATURALE 2008

Perspektivwechsel bei transNATURALE 2008Boxberg/O.L. Landschaft im Wandel, Natur in Transformation - die Lausitz durchlebt diese Veränderungen geradezu exemplarisch. Rohstoffressourcen und Energiebedarf diktierten und diktieren die Mutation einer ganzen Region, ihren sozialen und ihren kulturellen Wandel. In der Lausitz liegt die gewaltigste Braunkohlebrache Deutschlands. Sie wird derzeit renaturiert und transformiert sich in Europas größte künstliche Seenlandschaft. Ein Herzstück des Wandels ist der Bärwalder See. Er bildet das ideale Umfeld für eine künstlerische Erforschung von Zukunftsräumen.

Bärwalder See als Zentrum des Landschaftswandels

Bärwalder See als Zentrum des Landschaftswandels

Mitten im OHR.
Kleines Bild: Nicht nur die Landschaft, auch das Kraftwerk Boxberg selbst wandelt sich.
Archivbilder: /BeierMedia.de

In diesem Kontext Natur-Industrie-Kultur operiert seit 2005 das Licht-Klang-Festival transNATURALE. Das Festival versteht sich als Katalysator eines regionalen Wandels mit gesellschaftlichen Dimensionen. Es rückt das ehemalige Tagebaurevier in die regionale und nationale Aufmerksamkeit und markiert Potenziale zukünftiger Entwicklungen.

Die transNATURALE 2007 setzte mit den See-Lichtspielen und der multimedialen Performance „Boxberg-Zeit-Schichten“ in der stillgelegten Turbinenhalle des Altkraftwerks Boxberg künstlerische Maßstäbe - auch wenn es unter den Besuchern Verstimmungen gab (der Görlitzer Anzeiger berichtete). Auf jeden Fall verhalf das Festival der Region zu einer ungewöhnlichen öffentlichen Aufmerksamkeit, was auch die rund 15.000 Besucher belegen.

Perspektivwechsel und eindrucksvolles Programm

2008 vollzieht transNATURALE einen Perspektivwechsel und richtet die Aufmerksamkeit verstärkt auf die künstlerischen Potenziale der See- und Uferlandschaft, vor allem aber auf das einmalige Landschaftskunstprojekt OHR, für das mit GEHÖR-GÄNGE ein an Spannung reiches Klang-Programm geplant ist.

Die SEE-LICHT-SPIELE eröffnen am Abend des 29. August - einem Freitag - die 4. transNATURALE: Der neue Bootsanleger mutiert zur See-Bühne. Einem der höchsten Schornsteine Europas wird kurz vor seiner Demontage eine Lichtkrone aufgesetzt; derart markiert sendet dieses Wahrzeichen der Lausitz weithin Lichtsignale, die von seinem Verschwinden künden. Eine Laser-Licht-Illumination verwandelt das Seeareal in eine imaginäre Landschaft. Vier Stahlcelli erfüllen die Nacht mit ihrem Sound, der sich dank des Klangkünstlers Jacob Korn in elektronischer Form neu formiert. Anschließend feiern die Konzertnächte am Bärwalder See transNATURAexpress ihre Premiere. Nachwuchsbands aus Deutschland und Polen sollen vor allem das junge Publikum aus der Grenzregion anziehen.

Mit GEHÖR-GANG I & II erprobt die transNATURALE am Sonnabend und Sonntag einen neuen, ganz ungewöhnlichen Veranstaltungsort. Eines der weltweit größten Landschaftskunstobjekte, die riesige Erdskulptur OHR mit ihren ausgezeichneten akustischen Bedingungen wird zum Resonanzraum verschiedenster musikalischer Ereignisse, welche die Potenziale des Amphitheaters im „Gehörgang“ ausloten. Die OHR-Muschel bietet für die Klangwelten zwischen klassischem Chorgesang, avantgardistischer Experimentalmusik und traditionellen Tönen chinesischer Wölbbrettzittern eine ideale Bühne.

Kunstbegeisterte Radler, Skater und Spaziergänger erwartet auch bei der 4. transNATURALE ein ereignisreicher Kunstparcours entlang des 26 km langen Rundweges um den Bärwalder See. Elf Künstlerinnen und Künstler installieren u.a. Schiffshörner, Klingsors Hütte, einen mobilen Kunstkiosk und ein Terreskop.

Weiterhin bereichern interaktive Installationen das Programm: So können die Besucher der restaurierten Barockkirche Uhyst in virtuellen Klangräumen aus Feuer, Erde, Wasser und Luft spazieren. Auch im Schloss Uhyst gerieren die Besucher durch ihre Bewegungen Klang- und Bildwelten. Die Installation „Wasser_bewegt“ ist ein Spiel mit unterschiedlichen Wasserwelten.

Festivalradio

Die transNATURALE wird auch in diesem Jahr von einem Festivalradio begleitet. Rund um die Uhr sendet der SEEFUNK 95,7 aus der ehemaligen Grundschule Uhyst und berichtet über die Veranstaltungen der transNATURALE sowie über Wissenswertes aus der Region. Außerdem überträgt der SEEFUNK live öffentliche Diskussionsrunden zu den Themen
• Kulturtourismus oder Sporttourismus am Bärwalder See
• Tagebau Reichwalde - Energie und Arbeit gegen Natur und Heimat?
• transNATURALE - Kunst mit Nachhaltigkeit?

Das Licht-Klang-Festival transNATURALE ist ein Projekt des Zweckverbandes Landschaftspark Bärwalder See und der Trans-Media-Akademie Hellerau e.V. Im Jahr 2008 gestalten insgesamt ca. 130 Künstlerinnen und Künstler das Programm der transNATURALE. Als künstlerischer Leiter zeichnet Klaus Nicolai verantwortlich, die Projektleitung liegt bei Claudia Reichardt.

Hingehen!
Bärwalder See,
29. bis 31. August 2008

Mehr:
http://www.transnaturale.de

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  • Quelle: /red
  • Zuletzt geändert am 21.07.2008 - 18:42 Uhr
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