Jubiläumsprogramm zu Bô Yin Râ in Görlitz wird bis November fortgesetz

Bild zu Jubiläumsprogramm zu Bô Yin Râ in Görlitz wird bis November fortgesetz

Görlitz, 15. Juli 2026. Mit zahlreichen Vorträgen, Lesungen, Audiovisionen und Diskussionsveranstaltungen setzt sich das Jubiläumsprogramm zum 150. Geburtstag von Joseph Anton Schneiderfranken (Bô Yin Râ) in Görlitz fort. Die Veranstaltungen finden von August bis Ende November überwiegend im Literaturhaus Alte Synagoge sowie an weiteren Orten in Görlitz und Zgorzelec statt. Im Mittelpunkt stehen das geistige und künstlerische Wirken Schneiderfrankens sowie die Geschichte des Jakob-Böhme-Bundes. Wie die Organisation zur Umwandlung des Kinos e. V. mitteilt, sind nahezu alle Veranstaltungen kostenfrei.

In principio erat verbum (Gemälde Bô Yin Râs aus dem Welten-Zyklus)

<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:In_principio_erat_verbum_(BYR).jpg">Joseph Anton Schneiderfranken (Bô Yin Râ)</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en">CC BY-SA 3.0 DE</a>, via Wikimedia Commons

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Vorträge und Lesungen von August bis Oktober

Den Auftakt bildet am Samstag, 1. August, um 10.30 Uhr der Vortrag „Die deutsch-jüdische Symbiose im Jakob-Böhme-Bund“. Im Mittelpunkt steht die literarische Sektion des Bundes und deren Bedeutung für das kulturelle Leben in Görlitz. Thematisiert wird unter anderem die Zusammenarbeit mit jüdischen Persönlichkeiten wie Paul Mühsam, Ludwig Kunz und Johannes Wüsten. Auch die erste Ehe Bô Yin Râs mit Irma Schönfeld-Schneider wird in diesen historischen Zusammenhang eingeordnet.


Am Sonntag, 2. August, um 15 Uhr folgt die Audiovision „Literarisches von BÔ YIN R“. Gemeinsam wird das Schlüsselkapitel „Südliche Nacht“ aus dem 1923 erschienenen Werk „Das Geheimnis“ in der Vertonung von Ronald Steckel gehört. Klaus Weingarten erläutert Entstehung, Inhalt und Hintergründe des Werkes. Dabei werden auch Originalaussagen Bô Yin Râs einbezogen, darunter: „Mich hat zu keiner Zeit auch nur der mindeste literarische Ehrgeiz geplagt!“ sowie Auszüge aus seinem Nachwort zu „Das Geheimnis“.


Am Dienstag, 4. August, um 15 Uhr liest die Schauspielerin Blanche Kommerell aus Maria Wollwerths Schrift „Der Weg zum Glück“. Die 1926 erschienene Veröffentlichung richtet sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren und vermittelt die Grundgedanken des Lehrwerks Bô Yin Râs in verständlicher Form. Die Lesung soll zugleich Erwachsenen einen niedrigschwelligen Zugang zu den Themen ermöglichen.


Nach der Sommerpause wird das Programm am Samstag, 26. September, um 10.30 Uhr mit der Vorstellung des ersten Jahresgutachtens „De Signatura Cinematographica“ fortgesetzt. Klaus Weingarten greift dabei Gedanken Joseph Anton Schneiderfrankens aus dessen 1920 veröffentlichtem Text „«KINO», KULTUR UND KUNST“ auf und zieht Bilanz zur heutigen Kino- und Medienlandschaft aus der Perspektive der Görlitzer Mystiker Jacob Böhme und Bô Yin Râ.


Einen Tag später, am Sonntag, 27. September, stehen gleich zwei Veranstaltungen auf dem Programm. Bereits um 11 Uhr liest Blanche Kommerell aus Elisabeth von Oldenburgs Werk „Einblick in die uns durch BÔ YIN RÂ übermittelte Lehre der Wirklichkeit“. Die Autorin schildert darin ihren Zugang zu den Gedanken Bô Yin Râs. Dabei wird auch ihre überlieferte Aussage wiedergegeben: „Er sagte, sie sei nicht ,gut’, sondern ,grandios’, er sei ganz begeistert. Was ich da vom ,Vater’ gesagt hätte und wie, sei noch nie ausgesprochen worden.“


Um 15 Uhr folgt eine weitere Audiovision mit literarischen Texten aus „Das Buch der königlichen Kunst“ und „Das Buch der Gespräche“. Klaus Weingarten ordnet die Werke historisch ein und erläutert ihre Entstehung. Auch dabei werden Originalzitate Bô Yin Râs vorgestellt.


Am Samstag, 3. Oktober, um 17 Uhr präsentiert Blanche Kommerell die Jakob-Böhme-Erzählung „Die Schusterkugel“ von Suse von Hoerner-Heintze. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe im Literaturhaus Alte Synagoge bildet am Sonntag, 4. Oktober, um 15 Uhr die offene Gesprächsrunde „Bô Yin Râ und die Künstlervereinigung Jakob-Böhme-Bund: Alles, was Sie sich bisher nicht zu fragen wagten“. Klaus Weingarten zieht dabei eine Bilanz des bisherigen Forschungsstandes und beantwortet Fragen zur Verbindung zwischen Jacob Böhme, dem Jakob-Böhme-Bund und Bô Yin Râ.


Veranstaltungen zum Jubiläum im November


Im November folgen weitere Programmpunkte an verschiedenen Veranstaltungsorten. Geplant ist zunächst die Jahrestagung der Jacob Böhme Gesellschaft am 13. und 14. November 2026 in Görlitz.


Am Dienstag, 24. November, beginnt gegen 21 Uhr im Gleis 1 am Bahnhof Görlitz ein künstlerischer Abend mit Filmdreharbeiten zum historischen Jakob-Böhme-Bund. Einen Tag später, am Mittwoch, 25. November, ist ab 20 Uhr in der Villa Ephraim ein festliches Abendessen mit Lesertreffen anlässlich des 150. Geburtstages von Joseph Anton Schneiderfranken vorgesehen.


Für Donnerstag, 26. November, ist die Enthüllung eines Gedenkschildes an der Goethestraße 55 geplant. Am Freitag, 27. November, soll im Dom Kultury in Zgorzelec eine Gemäldeausstellung eröffnet werden.


Am Samstag, 28. November, um 10.30 Uhr hält Veit-Johannes Stratmann den Lichtbildvortrag „Das Ziel des Jakob Böhme Bundes“. Nach Angaben der Veranstalter basiert der Vortrag auf einer zweijährigen Forschungsarbeit. Am selben Tag um 16 Uhr folgt eine offene Diskussion zu Begrifflichkeiten und Absichten des Jakob-Böhme-Bundes.


Den Abschluss bildet am Sonntag, 29. November, um 10.30 Uhr ein gemeinsames Frühstück mit Filmdreharbeiten im Dom Kultury in Zgorzelec.


Erinnerung an das Wirken Bô Yin Râs in Görlitz


Joseph Anton Schneiderfranken wirkte von 1916 bis 1923 in Görlitz. Er war ab 1919 Vorsitzender des Görlitzer Kunstvereins und gründete 1920 den Jakob-Böhme-Bund. Unter seinem geistigen Namen Bô Yin Râ veröffentlichte er ab 1919 ein 32-bändiges metaphysisches Lehrwerk, dessen Gesamtauflage Anfang der 1930er Jahre mehr als eine Million Exemplare erreichte. 1937 wurden seine Schriften in Deutschland verboten.


Nach Angaben der Organisation zur Umwandlung des Kinos e. V. stehen die Veranstaltungen allen Interessierten offen. Sämtliche Termine sind kostenfrei, ausgenommen der Künstlerische Abend am 24. November mit einem Eintrittspreis von 3 Euro. Für das festliche Abendessen am 25. November ist eine vorherige Anmeldung erforderlich; die Kosten tragen die Teilnehmer selbst.


 

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  • Quelle: red / PM Organisation zur Umwandlung des Kinos e.V.
  • Erstellt am 15.07.2026 - 12:45Uhr | Zuletzt geändert am 15.07.2026 - 13:27Uhr
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