Heute ins Sanssouci der Oberlausitz!

Heute ins Sanssouci der Oberlausitz!Hainewalde, 30. Juli 2017. Ein "Tag des offenen Barockschlosses" lockt heute nach Hainewalde im Süden des Landkreises Görlitz. Von 10 bis 18 Uhr hat auf dem imposanten Anwesen zudem ein Kunst-, Antik- und Gartenmarkt geöffnet. Der Pianist Michael Hein spielt "Von Nixen, Feen und anderen Fabelwesen".

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Schlossbesichtigung, dazu Kunst-, Antik- und Gartenmarkt

Schlossbesichtigung, dazu Kunst-, Antik- und Gartenmarkt

Das verspricht einen entspannten Sonntag: Durch alte Gemäuer schlendern, eine kleine Ausstellung besuchen, klassischer Musik lauschen und in herrlicher Natur spazieren gehen.

Bei Rundgängen durch den ehemals prächtigen Herrensitz können die Besucher viel Interessantes zur Geschichte des Schlosses, der Parkanlage sowie zur Region erfahren und eine Ausstellung mit moderner Malerei und Fotografien sowie Nachdrucke der Ahnengalerie besichtigen. "Mitglieder unseres Schlossvereins sind natürlich an diesem Tag vor Ort, führen durch das Haus, geben Auskünfte und beantworten gern Fragen", so der Tipp von Jan Zimmermann, Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung des Kanitz-Kyawschen Schlosses e.V., der sich mit viel Engagement dafür einsetzt, dass das größtenteils leerstehende Gebäude nicht völlig in Vergessenheit gerät.

Eine lange Geschichte

Die Ursprünge des heutigen Schlosses liegen weit zurück: Bereits gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde ein Rittersitz, der von einem Wassergraben umgeben war, erwähnt. Diese alte Wasserburg wurde 1564 durch ein Renaissanceschloss, das sogenannte Alte Schloss, ersetzt, das jedoch wegen Baufälligkeit im 18. Jahrhundert abgerissen wurde. Lediglich der Flügel des Torhauses blieb erhalten und befindet sich heute in Privatbesitz.

Der königlich-preußische Kammerherr Samuel Friedrich von Kanitz ließ 1749 bis 1755 das neue Schloss im Barockstil errichten – an einem Hang oberhalb des Flüsschens Mandau. Dafür wurden extra eine Terrassenanlage und eine lange Freitreppe angelegt, die vom Tal bis hoch zum Hauptgebäude führen. "Daher bekam das Schloss auch von Zeitgenossen und in historischen Reiseführern seinen Beinamen als Sanssouci der Oberlausitz", erläutert Zimmermann, "Diese Anlage war in unserer Region wirklich einmalig."

Ebenso war der Schlossgarten mit Teich, Hecken, Mauern, Gärtnerei, Orangerie und mehreren Pavillons im barocken Stil gestaltet. 1927 verkaufte der Besitzer Schloss und Rittergut an die Gemeinde Großschönau. Danach waren im Schloss ein Schutzhaftlager und ein Wehrertüchtigungslager untergebracht; nach dem Krieg diente es zunächst Flüchtlingsfamilien als Unterkunft und bis in die siebziger Jahre teilweise als Wohngebäude. Seitdem ist es ungenutzt und war lange Zeit dem Verfall ausgesetzt, doch der Schlossverein bemüht sich, mit schrittweisen Sanierungsarbeiten den Verfall zu stoppen und die alten Gemäuer mit Konzerten, Ausstellungen und Festen wieder zum Leben zu erwecken.

Das Schloss heute erleben!

Zum „Tag des offenen Schlosses“ am heutigen 30. Juli 2017 verwandelt sich das Außengelände erstmals zu einem Kunst-, Antik- und Gartenmarkt. Hier kann man bummeln, schauen und kaufen, sich mit kulinarischen Spezialitäten stärken, einem kühlen Getränk erfrischen oder an einem regionalen Wein erfreuen. Als besonderer Service werden Antiquitäten, antiquarische Bücher sowie andere historische Zeugnisse aus Papier kostenfrei geschätzt.

Umrahmt wird die Veranstaltung von Klaviermusik im Schloss: Pianist Michael Hein präsentiert mit dem Programm "Von Nixen, Feen und anderen Fabelwesen" musikalische Zaubereien am Flügel rund um das nasse Element mit Kompositionen von Schumann, Liszt, Ravel und Debussy (Beginn 11.30, 12.30 und 14.00 Uhr).

Außerdem befinden sich ganz in der Nähe des Schlosses eine Barock-Kirche und die Kanitz-Kyawsche Gruft. Die Gruft stellt dabei mit ihren fast lebensgroßen allegorischen Figuren eines der bedeutendsten barocken Grabdenkmäler Sachsens dar.

Prädikat: Unbedingt hingehen!
Sonntag, 30. Juli 2017, 10 bis 18 Uhr,
Schloss Hainewalde, Kleine Seite 31, 02779 Hainewalde.

Eintritt drei Euro, SZ-Card ein Euro weniger, Kinder bis zwölf Jahre frei. Kraftfahrzeuge können hinter dem Wasserschloss und oberhalb der Schlossanlage bgestellt werden, die Parkplätze sind ausgeschildert.

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  • Quelle: red | Bildquelle: Jörg P. Korczynsky
  • Erstellt am 30.07.2017 - 08:15Uhr | Zuletzt geändert am 30.07.2017 - 08:40Uhr
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