Jazzhappen füllen den Märzenbecher mit Wasser

Jazzhappen füllen den Märzenbecher mit WasserGörlitz, 27. Februar 2015. Nicht nur zum Weltwassertag am 22. März predigen sie auf der Bühne Wasser und saufen hinterm Vorhang doch heimelicht den süßen Wein. Und wenn sie sich den nicht leisten können, das Bier von hier. Sieht man ihnen an, den Jazzhappen, die, wenn sie so weitermachen, Jazzbrocken heißen werden. Nun gut, es geht schließlich nicht um die Blubbervorgänge in den Bäuchen, sondern um das, was nach dem alkoholbasierten Fracking im Kopf hochsteigt: Das ist anerkannt bewährt gut, falls man ihnen noch die Steigerungsmöglichkeit zum "Sehr gut!" bewahren möchte. Doch Vorsicht! Ab "Ausgezeichnet!" nimmt der Görlitzer Anzeiger schlappe zehn Provison auf die an Mann und Frau gebrachten Tickets. Bleiben wir zwecks Kulturförderung also zurückhaltend.

Jazzhäppchen ins Auge, auf die Ohren und die Zunge

Jazzhäppchen ins Auge, auf die Ohren und die Zunge

Hinter der Bühne nach einem Jazzhappen-Auftritt.

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

Die Jazzhappen-Triade Altmann-Krüger-Mönnich, den engen Bahnen der Volkskunst entfleucht, serviert in der "Märzenbecher" genannten Märzveranstaltung ein Potpourri (früher nannte man das einen Kessel Buntes) aus Musik und aktuellen Texten - gottseidank kein Frauentagsprogramm!

Gesichert: Niveauvolles Estradenprogramm

Zwecks Qualitätssicherung hat man sich einen Gast eingeladen. Der kommt aus Magdeburg und hört auf den für die Gegend dort wie hier untypischen Namen Laander Karuso. Wer so heißt, ist zu einem Schicksal als Schreiber, Musiker und Poetry Slammer verdammt und somit Jazzhappen-kompatibel. "Passt scho", meinte der Altmann, während der Krüger beifällig nickerte.

Mal sehen, was da losgeht im Görlitzer Apollo, schließlich ist der Karuso (weder verwandt noch verschwägert mit Enrico Caruso) nach eigenem Bekunden ein leidenschaftlicher Zyniker, der seine bissigen Analysen aus der großen und der kleinen Welt einem Tagebüchlein anvertraut, um bei den unpassendsten Gelegenheiten darauf zurückzugreifen.

Frauen in Gefahr!

Dicht am Ufer gebaute Damen oder jene mit ruppigen Herren im Hause sollten die ersten Sitzreihen meiden, denn dieser Karuso kann auch total romatisch sein. Wenn er seine Gitarre streichelt, möchte so manche gern mit dem Instrument tauschen, verleitet von der zutiefst männlich-rauen ackerkrumeligen Bördestimme. Das macht der mit Absicht, meinen viele. Warum auch nicht, hat es ihm doch schon formale Ehren eingebracht: Karuso ist in Sachsen-Anhalt der aktuelle Song-Slam-Meister und zugleich Vize-Meister im Poetry Slam.

Vertikale Blechflöte mit großem Loch

Jazzhappen-Musikdirektor Michael Mönnig geht diesmal in die Unterstützerrolle für Laander Karuso und will dazu seinem Saxofon die Flötentöne beibringen. Das klingt nach was Neuem.

Gerstensaft schafft Geisteskraft!

So viel darf man von den Jazzhappen-Stammautoren Axel Krüger und Mike Altmann nicht erwarten: Die nehmen wie gewohnt sich und ihre Umwelt in frischen Texten auf die Schippe. Vielleicht diesmal besonders gut, wenn sie sich zwischendurch genug schaumgekröntes Goldwasser dicht unterm Gehirn vorbei gießen.

Formalia zum Jazzhappen-Genuss!
Sonntag, 22. März 2015, 19 Uhr,
Apollo Görlitz, Hospitalstraße 2, 02826 Görlitz.
Wer auf Restkarten spekuliert wird gebeten, mit 15 Euro einzutreten und ohne diese wieder zu gehen. Besser ist es aber, Tickets im Vorverkauf an der Theaterkasse, den bekannten Vorverkaufsstellen (wer sie kennt) oder online beim renommierten Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau zu erwerben. Zu teuer ist das nicht, den inbegriffen sind schmackelige Jazzhäppchen aus dem Café Am Flüsterbogen.

Drohung!
Der Görlitzer Anzeiger ist diesmal mit einer außerordentlichen und bevollmächtigten Berichterstatterin in cognacito und Bekleidung, quatsch, Begleitung, dabei.

Schadensersatzforderung!
Beim Schreiben dieses Textes mussten wir so prusten, dass die ganze Redaktion mit geschäumtem Goldsaft verklebrigt ist. Das ist die Kehrseite von bera e cultura. Sauerei.

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  • Quelle: red | Foto Portrait: Blitzscharf Fotografie, Foto Bierflaschen: PublicDomainPictures, pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 26.02.2015 - 19:25 Uhr
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