Wettlauf mit der Flutwelle im Landkreis Görlitz
Landkreis Görlitz. In den Ortslagen entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten. Am 8. August 2010 wurden um 12 Uhr folgende Pegelstände gemeldet: Zittau 3,51 Meter, fallend (jetzt unter dem Hochwasserpegel A4, der bei 3,60 m liegt), Görlitz 6,90 Meter, leicht fallend.
Bewohner weigern sich gegen Evakuierung
Die Wasserstände von Zittau bis Görlitz sinken weiterhin leicht. Der Anstieg der Wasserstände in den Ortslagen nördlich von Görlitz erfolgt entgegen der vorhergehenden Meldung langsamer. In der Ortslage Deschka wurde am Morgen des 8. August 2010 durch die örtlichen Einsatzkräfte ein Wasserstand ca. 70 cm über dem des Hochwassers von 1981 gemeldet. In Ostritz ist ein unbewohntes Haus eingestürzt.
Flutwelle gen Norden
Der Hochwasserscheitel hat gegen 14 Uhr Rothenburg/O.L. erreicht und 16 Uhr Bad Muskau. Die Stadt ist im Überflutungsgebiet gesperrt. Die Doppelbrücke im Muskauer Park wurde abgebaut.
An der Brückenbaustelle Krauschwitz ist die polnische Seite dabei, den Eingriff in den Damm aufgrund der Bauarbeiten zu beheben.
Bis gegen 14 Uhr wurden 1.444 Personen evakuiert. Die Evakuierungen werden im Bad Muskauer Ortsteil Köbeln fortgesetzt. Einige Bewohner weigern sich, die Rettungskräfte fordern ausdrücklich dazu auf, den Anweisungen Folge zu leisten. Drei Rettungen sind aus der Luft erfolgt.
Berzdorfer See
Von der Neiße gibt es drei Durchbruchstellen zum Berzdorfer See. Fünf Millionen Kubikmeter Wasser sind dadurch bisher zusätzlich in den See gelangt. Der Pegelstand im See ist dadurch um 45 cm gestiegen. Dadurch wurde die Neiße in FGörlitz und weiter flussabwärts entlastet.
Trinkwasserversorgung fällt aus
Die Stadtwerke Görlitz informierten, dass das Wasserwerks Görlitz auf Grund des Hochwassers außer Betrieb gegangen ist. Die Wasserreserve reicht für knapp einen Tag. Wann die Wiederinbetriebnahme erfolgen kann, ist momentan nicht abschätzbar, wird aber ein bis zwei Tage dauern. Es wird dringend gebeten, Trinkwasser äußerst sparsam zu verwenden!
Elektroenergie
In einzelnen Gebieten der Stadt Görlitz ist auch die Energieversorgung ausgefallen. Die notwendigen Reparaturen können bis zu zwei Wochen dauern.
Rettungskräfte
Es sind ungefähr 1.700 Rettungskräfte im Katastrophengebiet im Einsatz und 40 Kräfte arbeiten im Katastrophenstab. Momentan sind sechs Hubschrauber der Bundespolizei und zwei der Landespolizei im Einsatz, 14 Boote sind zur Aufklärung und eventuellen Rettung unterwegs. Eine erste Schadensermittlung wurde eingeleitet.
Katastrophentouristen
Katastrophentouristen ein Problem für die Rettungskräfte. Die Schaulustigen begeben sich selbst in Gefahr und behindern die Rettungarbeiten!
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Lesermeinungen (1)Viel Kraft!
Von Rene am 09.08.2010 - 21:39Uhr
Ich hoffe wirklich, dass die Lage sich bald entspannt und wünsche den Menschen viel Kraft!
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- Erstellt am 08.08.2010 - 19:18Uhr | Zuletzt geändert am 08.08.2010 - 19:33Uhr
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