Die Kuh und der Wolf

Dresden | Oberlausitz, 18. Mai 2008. Durch einen Wildbiologen der TU Dresden konnte erstmals im Wolfsgebiet der Oberlausitz eine Hirschkuh mit einem Halsbandsender und Ohrmarken markiert werden. Damit kann anhand von Datenübertragungen genau verfolgt werden, wann und wohin sich das Tier bewegt. Gleichzeitig lässt sich daraus ableiten, ob Wölfe auf das Verhalten des Tieres einen Einfluss haben.

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Beutetiere des Wolfes im Focus der Forschung

Das sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium informierte darüber, dass diese Markierungen Teil eines derzeit laufenden Forschungsprojektes sind. Die Ergebnisse sollen helfen, das Zusammenleben von Wolf und Wildtieren besser beurteilen zu können. Es ist vorgesehen, weiteres Wild - sowohl Rot- als auch Schwarzwild - zu markieren.

Umweltminister Roland Wöller rief die Jäger der Region auf, ihre langjährigen Erfahrungen mit Wild und Wolf weiterzugeben und so das Projekt zu unterstützen. Ziel sei es, fundierte Daten für ein Wildtiermanagement zu erhalten. Wöller betonte, er sehe es als wichtige Aufgabe seines Hauses an, den Schutz des Wolfes mit der jagdgesetzlichen Verantwortung zur Erhaltung eines gesunden und artenreichen Wildtierbestandes in Einklang zu bringen.

Durch das Projekt sollen viele Fragen beantwortet werden. So gilt es zu klären, wie die Hege und Bejagung des Wildes unter Berücksichtigung der Entwicklung der Wolfspopulation künftig erfüllt werden können. Wissenschaftliche Grundlagendaten aus dieser Region, die über das komplexe Beziehungsgefüge Wolf - jagdbare Beutetiere - Hege und Jagd Aufschluss geben können, liegen dazu bisher nur zu einzelnen wenigen Teilaspekten vor. Es ist deshalb vorgesehen, Untersuchungen und Analysen durchzuführen, die Auskunft geben über die Raumnutzung, die Aktivität, das Wanderverhalten und andere verhaltensbiologische Parameter. Im Focus stehen dabei vor allem Rot-, Dam-, Schwarz-, Muffel- und Rehwild.

Mit der Durchführung des Projektes, das bis 2010 läuft, wurde die TU Dresden, Professur für Forstzoologie, beauftragt. Die finanziellen Mittel kommen aus der Jagdabgabe und betragen ca. 155.000 Euro (August 2007 – Dezember 2010).

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 18.05.2008 - 20:40Uhr | Zuletzt geändert am 13.08.2019 - 17:45Uhr
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