Kann man ein Girokonto ohne Schufa eröffnen?

Kann man ein Girokonto ohne Schufa eröffnen?Görlitz, 9. April 2022. In turbulenten Zeiten wie den letzten Jahren, mit Corona, den dazugehörigen Einkommensverlusten und Preissteigerungen, ist es nicht verwunderlich, wenn eine Person in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist oder Insolvenz anmelden musste. Faktoren wie diese werden – auch wenn nicht selbst , sondern letztendendlich von einer allgemeinen Finanzkrise verschuldet sind – dem Schufa-Score angerechnet. Diesen nutzen neben Händlern auch Banken, um zu entscheiden, ob eine Person kreditwürdig ist und genügend Bonität hat, um bei ihnen ein Konto zu eröffnen. Wer einen schlechten Score hat, bei dem ist das Risiko höher, abgelehnt zu werden. Gibt es in diesem Fall eine Alternative, um trotzdem am Zahlungsverkehr teilhaben zu können?

Abb.: Inzwischen hat die Schufa selbst eine Tranparenzoffensive gestartet

Symbolfoto: Vi Don / Vi5-a-Vi5, Pixabay License

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Was genau ist die Schufa und was beinhaltet sie?

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Der Begriff Schufa ist die Abkürzung für die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Sie ist eine privatwirtschaftliche Gemeinschaft, die mit vielen Unternehmen zusammenarbeitet. Diese senden Daten über ihre Kunden und Vertragspartner an die Schufa. Dabei geht es um personenbezogene Daten wie Name und Anschrift, aber auch, welche Verträge und Konten die Person hat und ob sie ihre Rechnungen fristgerecht zahlt.

Diese Angaben rechnet die Schufa zu einem Schufa-Score zusammen. Er reicht von 0 bis 1.000 und soll eine Aussage über die Kreditwürdigkeit einer Person geben. Für Dinge, die zeigen, dass eine Person zahlungsfähig ist und sich an Vereinbarungen hält, gibt es positive Schufa-Einträge. Für Insolvenzen, Schulden und mehreren Mahnungen bei Zahlungsverzug gibt es negative Einträge. Je höher der aus ihnen zusammengerechnete Wert ist, desto höher ist die Kreditwürdigkeit der Person.

Kreditgeber und Banken richten sich häufig nach diesem Schufa-Score, um zu entscheiden, ob sie mit dem Antragsteller zusammenarbeiten möchten. Bei schlechten Schufa-Werten werden Kontoeröffnungen und Kreditaufnahmen häufig abgelehnt.

Auf welche Weise genau die Zahlen zustande kommen, gibt die Schufa bisher nicht heraus. Da deshalb nicht transparent einsehbar ist, warum eine Person als kreditwürdig eingeschätzt wird, ist die Gemeinschaft häufig in Kritik. Menschen, die aufgrund einer Krise einen negativen Schufa-Eintrag haben, geraten deshalb in Gefahr, keine Kredite oder Konten zu erhalten, obwohl sie inzwischen wieder kreditwürdig wären. So haben diese Personen auch nicht die Möglichkeit, ihren Schufa-Score zu verbessern, denn Faktoren wie die Eröffnung eines Girokontos werden als positive Werte angerechnet.

Gibt es Girokonten ohne Schufa?

Es gibt sogenannte schufafreie Girokonten. Das bedeutet aber nicht, dass die Bank keine Überprüfung des Werts durchführt. Für diese Anbieter ist ein schlechter Schufa-Score an sich aber kein Ausschlusskriterium. Wer ein Girokonto bei schlechtem Schufa-Score eröffnen möchte, sollte sich deshalb nach Banken umsehen, die neben Basiskonten auch Konten ohne Schufa, schufaneutrale oder schufafreie Konten anbieten.

Meist sind diese unter den Internet-Banken zu funden. Damit man gute und vertrauenswürdige Angebote auswählen kann, helfen Vergleichs- und Informationsportale wie ohneschufa.info, die die Banken prüfen und Kunden beraten.

Wer kann ein Girokonto ohne Schufa eröffnen?

Neben dem Schufa-Score werden auch andere Informationen von Banken genutzt, um die Zahlungsfähigkeit einer Person zu bewerten. Auch, wenn man einen guten Schufa-Wert hat, sind Faktoren, wie


    • ein unregelmäßiges/unsicheres Einkommen,
    • ein unsicherer Arbeitsplatz,
    • kein fester Wohnsitz in Deutschland,
    • Minderjährigkeit,
    • das Beziehen von Sozialleistungen
    • oder offene finanzielle Verpflichtungen jeglicher Art

Gründe, aus denen eine Bank einen Kontobewerber ablehnen kann. Auch schufaneutrale Anbieter können aufgrund dieser Dinge eine Anfrage ablehnen.

Häufig sind die schufafreien Konten allerdings sogenannte Basiskonten. Da ein Konto ein wichtiges Werkzeug für den Alltag ist, sind Banken verpflichtet, volljährigen Einwohnern der EU durch ein Basiskonto die Teilnahme am Zahlungsverkehr zu ermöglichen.

Was ist der Unterschied zu einem klassischen Konto?

Das schufafreie Konto ist in der Regel ein reines Guthabenkonto: Es kann ausschließlich auf das Geld zugegriffen werden, das zuvor als Guthaben auf das Konto eingezahlt wurde. Dennoch ermöglicht ein solches Konto die Basisfunktionen eines Girokontos. Mit ihm kann man:


    • Überweisungen tätigen,
    • Daueraufträge und Lastschriften einrichten,
    • mit Girokarte zahlen,
    • Geld einzahlen und abheben.

Bei manchen Basiskonten gibt es allerdings nur eine Service-Karte, mit der man Geld abheben, aber nicht bargeldlos zahlen kann.

Bei einem regulären Girokonto, auf dem regelmäßig Geld eingeht, erhält man gewöhnlich einen Dispokredit, mit dem man das Konto in einem bestimmten Rahmen überziehen kann. Auch Kreditkarten sind häufig Teil dieser Konten – aber aufgepasst: Zahlungen werden häufig nur einmal im Monat abgerechnet, es gibt jedoch auch Kreditkarten, bei denen das Konto sofort belastet wird. dennoch können sie sinnvoll sein, wenn eine Leistung nur gegen die Vorlage einer Kreditkarte erbracht wird, wie es bei manchen Autovermietern und Hotels üblich ist.

Was ist beim Girokonto ohne Schufa zu beachten?

Wird das Basiskonto als schufafreies Konto genutzt, kann es grundsätzlich bei jeder Bank eröffnet werden; andere Anbieter bieten womöglich andere Konto-Optionen, die trotz eines negativen Schufa-Scores möglich sind.

Bei beidem sollte man die möglichen Banken und Konten auf ihren Service und die Gebühren hin vergleichen. Die Kosten und Leistungen der einzelnen Girokonten können sich stark unterscheiden. Vergleichsportale wie ohneschufa.info listen die verfügbaren Optionen übersichtlich auf, Verbraucher möglichst die für sie beste Wahl treffen können.

Wie eröffnet man das schufafreie Girokonto?

Zuerst sollte man versuchen, ein normales Girokonto zu eröffnen. Manche Anbieter, zum Beispiel viele junge Direktbanken, beachten dabei den Schufa-Score nicht als absolutes Ausschlusskriterium. Wird der Antrag allerdings überall abgelehnt, muss man auf das Basiskonto zurückgreifen.

Fragt man nach einem Basiskonto, kann eigentlich keine Bank ablehnen. Daher kann man für die Eröffnung des Kontos grundsätzlich zur Bank seiner Wahl gehen. In einer Filialbank muss man dabei seinen Ausweis als Identitätsnachweis vorlegen und kann die Dokumente dort ausfüllen. Bei Online-Banken gibt es die Möglichkeit, sich mit dem Postident- oder dem Videoident-Verfahren auszuweisen. Bei Ersterem werden per Post Unterlagen zugestellt, die in einer regionalen Post-Filiale vorlegt werden müssen, damit dort die Identität überprüft wird und die Angaben an die Bank weitergeleitet werden. Beim Videoident-Verfahren wird man per Video-Chat mit einem Angestellten der Bank verbunden und zeigt dort seinen Ausweis vor. Der Schriftverkehr erfolgt per Post, App oder Web-portal oder per E-Mail.

Nach der Identifikation und dem Ausfüllen der relevanten Unterlagen ist die Kontoeröffnung abgeschlossen. Meist erhält man die dazugehörigen Informationen und Karten nach wenigen Tagen mit der Post und kann das Konto dann sofort nutzen.

Fazit

Schufaneutrale Konten sind die Möglichkeit für Menschen mit einem negativen Schufa-Wert dennoch am regulären Zahlungsverkehr teilzunehmen. Wenn Banken das Eröffnen eines Girokontos ablehnen, kann bei ihnen ein Basiskonto verlangt werden, das grundsätzlich gewährt werden muss. Damit stehen alle Basisfunktionen eines Girokontos zu Verfügung, jedoch ohne den Dispokredit oder etwa eine Kreditkarte. Manche Banken vergeben trotz schlechter Schufa-Scores auch reguläre Girokonten. Vergleichsportale im Internet helfen dabei, die möglichst beste Auswahl zu finden.

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  • Erstellt am 09.04.2022 - 11:05Uhr | Zuletzt geändert am 09.04.2022 - 12:07Uhr
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