Urlaub in der Filmstadt: Das müssen Touristen in Görlitz gesehen haben

Urlaub in der Filmstadt: Das müssen Touristen in Görlitz gesehen habenGörlitz, 11. Juni 2021. Wenn man an deutsche Städte denkt, dann fallen einem zunächst Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München ein. Dennoch ist Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, bei Touristen ein All-Time-Favourite. Das mag zum einen daran liegen, dass hier diverse berühmte Filme gedreht worden sind. Die auch Görliwood genannte Filmstadt bot die Kulisse für "Grand Budapest Hotel", "In 80 Tagen um die Welt", "Der Vorleser" und viele weitere Filmprojekte.

Abb.: Geschichte auf Schritt und Tritt, hier das Portal des mit seinem ummauerten Hof fast burgähnlichen Postamtes, das von 1851 bis 1855 erbaut wurde – zu einer Zeit, als Görlitz noch zur preußischen Provinz Schlesien gehörte

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Oberlausitzer Metropole bietet üppige Vielfalt

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Die Görlitzer Stadtfeste und Märkte ziehen Gäste aus nah und fern an, wie hier auf dem Obermarkt. Ganz besonders beliebt sind aber die historischen Märkte in der Altstadt

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Als würde das nicht reichen, befindet sich die sächsische Stadt, die sich zugleich als niederschlesisch versteht, seit einigen Jahren auf dem Weg, ein Zentrum für Mode zu werden. Alle zwei Jahre wird hier der EURO Fashion Award veranstaltet. Dabei handelt es sich um ein Event, das vor allem junge professionelle Modeschaffende anspricht und durch eine internationale, kulturell diverse Atmosphäre reizt.

Davon abgesehen kann man zu jeder Jahreszeit einen schönen Urlaub oder ein verlängertes Wochenende in Görlitz verbringen. Diese Aktivitäten sollten dabei nicht fehlen:

Durch die Görlitzer Altstadt schlendern

Nicht immer müssen Städtereisen mit einem festen Programm organisiert werden. Manchmal ist es einfach schön, sich treiben zu lassen. In der Görlitzer Altstadt funktioniert das besonders gut. Geschichtsträchtige Gebäude ziehen den Blick auf sich, in den vielen kleinen Seitenstraßen kann man sich wunderbar verlaufen. Görlitz hat den Zweiten Weltkrieg beinahe unversehrt überstanden, weswegen sich hier insgesamt mehr als 4.000 Baudenkmäler finden lassen.

Besonders empfehlenswert für eine Besichtigung, mit etwas Glück auch von innen: Das leerstehende Kaufhaus, das von Wes Anderson zum "Grand Budapest Hotel" gemacht wurde. Das vielen aus "DDR"-Zeiten noch als Centrum-Warenhaus bekannte Gebäude wurde bereits 1913 erbaut und ist Deutschlands einziges original erhaltenes Großkaufhaus aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Bis 2009 wurde es regulär als Warenhaus betrieben, seitdem steht es jedoch leer. Sanierungs- und Wiedereröffnungspläne bestehen seit Jahren. Auch die benachbarte spätgotische Frauenkirche empfiehlt sich für einen Besuch. Am Obermarkt finden sich beeindruckende barocke Bürgerhäuser. Das Haus Nummer 29 soll sogar im Jahr 1813 von Napoleon genutzt worden sein, um eine Truppenparade abzuhalten.

Vor allem, wenn der Stadtbummel etwas länger ausgedehnt werden soll, ist es wichtig, sich passend zu kleiden. Das Klima in Görlitz ist gemäßigt und warm. Davon abgesehen kann es das ganze Jahr über zu Niederschlägen kommen, denn statistisch gesehen sind auch die eher trockenen Monate niederschlagsreich. Außerhalb der Sommermonate ist es ratsam, kurzärmelige Sachen beispielsweise mit einem modischen Blazer zu ergänzen, der bei Bedarf schnell an- oder ausgezogen werden kann. So ist man jederzeit gut gekleidet, riskiert es jedoch nicht, unnötig zu frieren. Ein Regenschirm sollte stets im Reisegepäck sein, auch wenn er hoffentlich nicht gebraucht wird. Der Spaziergang durch die reizvolle Stadt könnte länger werden als gedacht, weshalb auf bequemes Schuhwerk geachtet werden sollte – Blasen an den Füßen können den Urlaub schnell vermiesen.

Ein Ausflug nach Polen

Deutschlands Nachbarland ist anders, wenn auch nicht unbedingt exotisch. Wer ein wenig polnische Luft und polnisches Flair schnuppern möchte, kann in Görlitz ganz einfach in das andere Land hinüberspazieren, zu Fuß bequem über die wiedererrichtete Altstadtbrücke: Der Teil der heutigen Europastadt Görlitz-Zgorzelec, der östlich der Neiße liegt, gehört als die eigenständige Stadt Zgorzelec zu Polen. Die Altstadtbrücke wie auch die vor allem für den Fahrzeugverkehr wichtige Stadtbrücke, 1875 als Reichenberger Brücke erbaut und nach dem Krieg völlig neu errichtet, überqueren die Lausitzer Neiße, den Fluss, der seit dem Ende des zweiten Weltkrieges die Verbindungslinie zu Polen darstellt.

Eine Fahrt auf dem Oder-Neiße-Radweg

Der Oder-Neiße-Radweg führt von der Quelle der Neiße in Tschechien über Zittau und Görlitz bis an die Ostsee. Es handelt sich um den östlichsten Radweg Deutschlands; er verbindet auf insgesamt zwölf Etappen wunderschöne Naturlandschaften mit historisch interessanten Städten, besonders in der Oberlausitz. Insgesamt umfasst der Radweg 630 Kilometer gut ausgebauter Fahrradstrecken. Wer etwas mehr Zeit in Görlitz hat, kann diese nutzen, um per Rad etwa das 14 Kilometer entfernte Zisterzienser-Nonnenkloster St. Marienthal bei Ostritz zu besichtigen. Bei schlechtem Wetter ist der Ort selbstverständlich auch mit dem Pkw oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar; bemerkenswert: Der Bahnhof der Stadt Ostritz liegt am polnischen Neißeufer.

Feste feiern

Görlitz ist durch seine Nähe zu Polen eine recht internationale Stadt. So werden beliebte Feste hier auf beiden Seiten Flusses gefeiert. Im Juli findet das ViaThea statt, ein Straßentheaterfestival, bei dem internationale Künstler die Stadt als Bühne nutzen. Am letzten August-Wochenende wird das Görlitzer Altstadtfest parallel zum Jakuby-Fest auf polnischer Seite gefeiert. Unbedingt besuchenswert sind auch der Schlesische Tippelmarkt – ein großer Töpfermarkt mit Programm – und der Schlesische Christkindelmarkt zu Görlitz.

Ins Museum gehen

Nicht nur Schlechtwettervariante ist ein Abstecher ins Museum. Davon hat Görlitz gleich mehrere. So werden im Schlesischen Museum zu Görlitz neben 900 Jahren schlesischer Geschichte auch Gemälde und Zeichnungen von Künstlern aus Schlesien gezeigt. Das Senckenberg Museum für Naturkunde ist vor allem für Familien mit Kindern ein tolles Ausflugsziel, ebenso das Spielzeugmuseum. Geschichtsinteressierte sollten sich unbedingt das Kulturhistorische Museum mit seinen Häusern Kaisertrutz und Barockhaus Neißstraße 30 anschauen.

Ab in die Natur

Landschaftlich gesehen ist die Görlitzer Umgebung von großer Vielfalt, die vom Mittelgebirge bis zu Heide- und Teichlandschaft reicht, geprägt. Am Stadtrand – nur wenige Minuten mit Fahrrad oder Bus von der Görlitzer Altstadt entfernt – lockt der Berzdorfer See, immerhin der zweitgrößte in Sachsen. Hier ist man sofort im Herzen der Natur. Fast 1.000 Hektar Wasserfläche bieten Möglichkeiten zum Baden, Surfen und Segeln. Der Weg, der um den See herumführt, eignet sich perfekt zum Spazieren, Radfahren oder Skaten. Besonders nach einem längeren Stadtbummel tut es gut, am Wasser die Seele etwas baumeln zu lassen oder auf den benachbarten Neuberzdorfer Höhen in die Stille der Natur einzutauchen.

Tipp:
Wer die Aussicht ins Umland, weit hinein bis in die Gebirgszüge der Sudeten, genießen möchte, wird nach dem Aufstieg auf die 420 Meter hohe Landeskrone oder auf den Aussichtsturm auf den Neuberzdorfer Höhen damit belohnt.

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  • Quelle: red | Fotos: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 11.06.2021 - 05:26Uhr | Zuletzt geändert am 11.06.2021 - 07:11Uhr
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