Bierblume lockt in den Stadthallengarten Görlitz
Görlitz, 17. August 2019. Es gibt Sachen, die muss man sofort nutzen, sonst es es wieder vorbei. Dazu gehört zweifelsohne der noch bis Ende August tagtäglich als waschechter Biergarten geöffnete Görlitzer Stadthallengarten. Dazu braucht's nicht viel: Biertische- und Bänke, eine freundliche Bedienung und auf keinen Fall zu vergessen ein gutes Bier vom Fass samst Brezel.
Gut sitzen und "Vortreffliches Sommerbier" trinken
Thema: Stadthalle Görlitz
Die Stadthalle Görlitz wurde 1910 als Veranstaltungsort des Schlesischen Musikfestes eröffnet. Hoher Sanierungsbedarf und die ungenügende Selbstfinanzierung führten im Jahr 2005 zur Einstellung des Betriebs und zu Verkaufsbestrebungen seitens der Stadt Görlitz. Die Ende Januar 2010 vom Stadtrat beschlossene Sanierung wurde, ohne dass Arbeiten am Gebäude begonnen hätten, im Oktober 2012 gestoppt, weil Fristen für Fördermittel zu kurz waren. Erst 2018 stellten Bund und Land Geld für eine über die Sicherung hinausgehende Sanierung bereit. Eine große Herausforderung stellen die Betriebskosten für die Stadthalle Görlitz dar.
- Wird die Stadthalle Görlitz ein Kostengrab? [05.05.2022]
- Finanzierungsloch bei Sanierung der Görlitzer Stadthalle [09.03.2022]
- Görlitzer Unternehmerverband zur Stadthalle Görlitz [27.01.2022]
Das hat Görlitz lange gefehlt: Ein traditioneller und großer Biergarten, wo es ungezwungen zugeht. So eine Biergartenkultur, wie man sie aus Bayern kennt, ist noch einmal eine andere Qualität als ein an eine Gaststätte angeschlossener Freisitz. Die erwähnte Brezel zum Bier, das auf Wunsch auch in sitzfreundlichen Literkrügen ausgeschenkt wird, kann man kaufen, ansonsten seine Esserei gern selber mitbringen. Nur alles, was flüssig ist, holt man sich halt beim Wirt, der muss ja auch von etwas leben. Nicht nur wer Kinder dabei hat, kann auf alkoholfrei ausweichen und überhaupt: Kinder haben auf dem Areal des Stadthallengartens großen Auslauf und brauchen nicht am Tisch herumzuzappeln.
Es sitzt sich wahrhaft gut unter den großen Bäumen im Stadthallengarten: Man sieht den träge vorbeiziehenden Neißefluss, die Angler am polnischen Ufer, Spaziergänger und Radfahrer, kann mit einem Grinsen verfolgen, wie jemand höchst umständlich in eine riesige Parkplücke einparkt. Plötzlich ist es da, dieses Gefühl: Die Zeit dehnt sich unendlich lang und man wünscht sich, dieser Augenblick möge nie vergehen – jedenfalls nicht, solange das Bierglas nicht geleert ist. Dessen Inhalt kommt aus eigener Brauerei, erläutert Johanna Metzner, Tochter der Brauerfamilie, die in bester Görlitzer Tradition inmitten der Altstadt auf der Neißstraße 8 braut und dort auch ausschenkt.
Am gestrigen Spätnachmittag war dieses Bierblumenbier genau das richtige Elixier für den Übergang aus einer stressigen Woche ins Wochenende. Den Görlitzern, die über eine reiche Auswahl lokaler Biere, die polnischen eingeschlossen, verfügen und entsprechend verwöhnt sind, werden sich über die Bereicherung durch das Bierblumen-Gebräu freuen. Gestern jedenfalls wurde das Helle vom Kreis der Laien mit dem Prädikat "Vortreffliches Sommerbier" versehen und weil das Sitzen im Biergarten es den Geistern leichter macht, einen gemeinsamen Nenner finden, kam es spontan zur Selbstverpflichtung: Wir kommen wieder und auch der Neißstraße wird ein Besuch abgestattet.
Bier trinken!
Noch bis zum 31. August 2019 täglich von 15 bis 22 Uhr (wenn das Wetter es erlaubt),
Biergarten im Stadthallengarten Görlitz, Zugang von der Uferstraße
(Parkmöglichkeiten vorhanden, kurzer Fußweg auch vom Grenzübergang Reichenberger Brücke / Stadtbrücke / Papst-Johannes-Paul-II.-Brücke (Most Jana Pawła II);
der obere Zugang vom Stadtpark über die Treppe ist leider verschlossen – wozu eigentlich hat der Stadthallen-Förderverein die Treppe saniert?)
Gut zu wissen:
Wer noch im August im Stadthallengarten feiern und Speisen vom Grill genießen möchte, wendet sich vertrauensvoll unter Handy 0157 - 55 04 33 12 an die Brauerfamilie.
Hintergrund:
Über den Umzug in die Neißstraße, die Biersorten und vor allem, wo man sie bekommt, darüber hatte der Görlitzer Anzeiger am 25. April 2019 berichtet.
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- Quelle: TEB | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 17.08.2019 - 04:23Uhr | Zuletzt geändert am 17.08.2019 - 05:30Uhr
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