Die Studentenzeit finanzieren

Die Studentenzeit finanzierenGörlitz, 1. Juli 2019. Da sind Studenten in Zittau und Görlitz klar im Vorteil: Es lebt sich preiswerter als in den großen Universitätsstädten wie München oder Münster. Allerdings ist die Studienzeit für die meisten Studenten gekennzeichnet von einem krassen Missverhältnis zwischen dem vielen Wissen und dem wenigen Geld, das sie erhaltenen. Zugleich erstreckt sich die Studienzeit über längere Zeit (und so mancher Student verlängert diese Zeit, in der man sehr einfach neue Bekanntschaften macht und Erfahrungen sammelt, so weit wie nur irgend möglich); sie kann damit zu einem erheblichen Kostenfaktor werden. Den größten Anteil der Studienkosten zahlen bei rund 85 Prozent der Studenten die Eltern – und trotzdem verdient mehr als die Hälfte der Studenten mit einem Nebenjob Geld dazu.
Abbildung oben: Bis der Studienabschluss oder gar die Promotion erreicht ist, gehen Jahre, in denen bei geringem Einkommen dennoch alle Lebenshaltungskosten finanziert werden müssen, ins Land

Fünf Wege, auf denen Studenten an Geld kommen

Fünf Wege, auf denen Studenten an Geld kommen

Studenten vor der Universität Freiburg: Das "lockere Studentenleben" ist ein Klischee, denn moderne Studiengänge sind oft straff organisiert und lassen wenig Freizeit, wie sie für einen Nebenjob nötig wäre

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Guter Rat muss nicht teuer sein, kann aber teure Erfahrungen ersparen. Empfehlungen aus Wirtschaft, Finanzen, Heimwerken, Haushalt, Gesundheit und Ernährung, Erziehung und zum Verhalten.

Tatsächlich kann sich für Studenten, die aus finanziellen oder familiären Gründen keine Unterstützung von den Eltern erhalten, die Studienzeit zu einer enormen finanziellen Belastung entwickeln. Die Kosten eines Studiums sind nämlich nicht günstig: Laut dem Deutschen Studentenwerk muss ein deutscher Student durchschnittlich 794 Euro pro Monat (ohne Studiengebühren) aufbringen, um über die Runden zu kommen.

Dazu kommt, dass nur rund ein Fünftel der Studenten bei ihren Eltern leben. Dadurch entstehen erhebliche Kosten – das meiste Geld wird für Miete, Ernährung, Transportmittel sowie Freizeitaktivitäten ausgegeben.

Die Ergebnisse der 21. Sozialerhebung durch das Studentenwerk zeigen: Der finanzielle Druck nimmt auf einen Großteil der Studierenden zu. Dem kann man mit einem Studentenkredit begegnen. Allerdings ist ein Kredit nicht die einzige Möglichkeit ist, an Geld zu kommen. Der Görlitzer Anzeiger hat die Möglichkeiten, wie man sein Studium finanzieren kann, zusammengestellt.

  1. Nebenjob

    Ein Studium ähnelt einer Vollzeitbeschäftigung mit regelmäßigen Überstunden, da neben dem Besuch von Lehrveranstaltungen auch Zeit für Prüfungsvorbereitungen sowie Seminararbeiten und andere Projekte aufgebracht werden muss. Wer sich jedoch einige Stunden wöchentlich für einen Nebenjob nehmen kann, der kann finanzielle Abhilfe schaffen: Mit einer geringfügigen Beschäftigung (einem sogenannten 450-Euro-Job) verliert man als Student in aller Regel weder Anspruch auf BAföG noch die studentische Krankenversicherung. Außerdem braucht dieser Betrag im Rahmen des Grundfreibetrages von 9.168 Euro pro Jahr nicht versteuert zu werden.

    Wo sich ein Nebenjob finden lässt? Eine Nebenbeschäftigung lässt sich vor allem im Internet finden. Halten sollte man direkt an der Hochschule oder Universität Ausschau halten, auch dort lässt sich – Stichwort: studentische Hilfskraft – das eine oder andere Jobangebot finden.

  2. Stipendium

    Die Kriterien für die Vergabe eines Stipendiums unterscheiden sich – nicht nur Musterschüler erhalten ein Stipendium. Neben guten Leistungen kann auch gesellschaftliches Engagement ein wichtiges Entscheidungskriterium für ein Stipendium sein. Kaum jemand weiß, dass in Deutschland lediglich drei Prozent der Studenten ein Stipendium erhalten. Deshalb sollte man sich auf jeden Fall im Netz nach einer von mehr als 1.000 Möglichkeiten, ein Stipendium zu erhalten, umsehen. Diese werden meistens durch Unternehmen, Institutionen, Kirchen, Parteien, Vereine oder Institute vergeben.

    In Bereichen, in denen Absolventen "Mangelware" sind, so bei Ärzten (beispielsweise, wenn man nach dem Studium an seinen Heimatort zurückgeht oder sich verpflichtet, auf dem Land zu arbeiten) oder Lehrern (einfach mal nach "Gardelehrer" googeln), gibt es regionale oder kommunale finanzielle Unterstützung für Studierende.

  3. Kindergeld

    Wer die Ernsthaftigkeit seines Studiums nachweisen kann, indem Leistungsbescheinigungen und die Einhaltung der Regelstudienzeit vorgewiesen werden, der hat bis zum 25. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld. Je nachdem, wie viele Geschwister man als Student hat, kann dieser Betrag aktuell zwischen 184 und 215 Euro im Monat betragen. Das Geld erhalten die Eltern, wenn diese sich aber dazu bereit erklären, den Betrag auf das studentische Konto zu überweisen, so steht ein regelmäßiger Betrag für die Finanzierung des Studiums zur Verfügung.

    Aber aufgepasst: Bei Studenten, die mehr als 20 Stunden pro Woche tätig sind, verlieren die Eltern den Anspruch auf das Kindergeld!

  4. BAföG

    Knapp ein Drittel aller Studenten bezieht BAföG, also Geld nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, welches übrigens im Grundsatz auch für deutsche Studenten im Ausland erhältlich ist. Innerhalb der Europäischen Union ist alles einfach, außerhalb gelten Drittstaatenregelungen. Besonderheit: Studenten, die in Großbritannien studieren, würden bei einem ungeordneten Brexit BAföG nicht mehr für die gesamte Studienzeit, sondern nur noch bis zur Dauer eines Jahres erhalten; dem soll mit Übergangsregelungen vorgebeugt werden.

    Wenn sich das Einkommen der Eltern unter einer gewissen Grenze befindet, kann BAföG beantragt werden. Im Internet finden sich zahlreiche BAföG-Rechner, wofür Angaben zu den Einkünften der Eltern benötigt werden. Nach Eingabe der Daten ermittelt der Rechner, ob und in welcher Höhe dem Studenten oder der Studentin finanzielle Unterstützung nach dem BAföG zusteht. In der Regel müssen 50 Prozent, der BAföG-Zahlungen binnen zwanzig Jahren zurückgezahlt werden, wobei die Rückzahlung auf 10.000 Euro begrenzt ist. Tipp: In den Bereich des BAföG fallen auch die Begabtenförderung und das Aufstiegsstipendium.

  5. Kredit

    Studiengebühren, Miete, Freizeitaktivitäten und Lehrmaterialien – manchmal reicht das Geld trotz finanzieller Unterstützung durch den Staat, die Eltern oder auch die Beschäftigung mit einem Nebenjob nicht aus, um sich finanziell über Wasser zu halten. Doch finanzielle Beschränkungen sollten keinen vom Studium abhalten: Schließlich ist das Studium eine Investition in die Zukunft, die sich für die meisten Leute langfristig auszahlen wird – so kann auch ein Kredit eine Option sein.

    Online-Vergleichsportale wie Financer bieten die Möglichkeit, verschiedene Anbieter zu vergleichen und einen günstigen Kredit zu finden.
Abschließend lässt sich sagen, dass zahlreiche Möglichkeiten bestehen, ein Studium zu finanzieren. Wer keine Unterstützung durch die Eltern erhält, dem bieten sich trotzdem zahlreiche Wege, Geld zu verdienen oder mit Hilfe des Staats oder eines Kredits die nötige finanzielle Unterstützung zu erhalten.

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  • Quelle: red | Foto Selfie: darweesh, Foto Uni Freiburg: NGi / Natalie Gi, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 01.07.2019 - 12:33 Uhr
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