Ein Haus kaufen in Spanien - was ist zu beachten?

Ein Haus kaufen in Spanien - was ist zu beachten?Görlitz, 23. Mai 2019. In Görlitz ist es schön, doch wer träumt nicht davon: Ein Haus im Süden, immer gutes Wetter und Palmen soweit das Auge reicht. Wer es sich leisten kann, kauft sich eine Immobilie in Spanien und wandert aus oder verbringt dort zumindest die Winterzeit. Natürlich sollte man sich vorher genau mit den Rahmenbedingungen informieren, will man ein Haus in Spanien kaufen. Was ist zu beachten?
Abbildung oben: Ein Haus unter der Sonne Spaniens mit Palmen vor der Tür – ein Traum, den sich viele erfüllen wollen

Wichtig: Schritt für Schritt vorgehen

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Der erste Schritt ist natürlich, eine passende Immobilie zu finden. Hier hat jeder andere Vorstellungen: Die einen wollen eine kleine Wohnung in der Stadt mit Blick aufs Meer, die anderen eine einsame Finca auf dem Land mit einem großen Grundstück und Olivenbäumen. Einkaufsmöglichkeiten und ein Arzt in der Nähe sind aber in der Regel Grundbedürfnisse, die jeder hat. Idealerweise erstellt man eine Liste, um alle Wünsche zusammenzufassen und gegebenenfalls einem Makler vorlegen zu können.

Im Internet die passende Immobilie finden

Eine erste Anlaufstelle bei der Suche nach der geeigneten Immobilie ist das Internet. Hier präsentieren Immobilienmakler ihre Objekte mit Beschreibungen und Fotos. Doch die meisten Anbieter sprechen nur Spanisch. Vor allem in den Touristenzentren ist es jedoch kein Problem, einen Makler mit Englisch- oder sogar Deutschkenntnissen zu finden. Idealerweise ist er zudem erfahren im Umgang mit ausländischen Interessenten und kann Auskunft geben über die Infrastruktur und Gegebenheiten vor Ort. Allerdings empfiehlt es sich, den Informationen nicht blind zu vertrauen und immer auch selbst zu recherchieren.

Die Makler erhalten vom Verkäufer eine Provision und sind natürlich bemüht, die Immobilie schnell und teuer zu verkaufen. Da ist manchem jedes Mittel recht und der eine oder andere Makel fällt gerne unter den Tisch. Bei der Besichtigung sollte man daher genau hinschauen und am besten zu zweit erscheinen, denn vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei.

Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es besser, den Kauf von einem Notar und Rechtsanwalt abwickeln zu lassen, der nicht vom Verkäufer oder Makler beauftragt wurde. Der Kauf selbst in unkompliziert. Nach einem Vorvertrag wird eine Anzahlung fällig, die üblicherweise zehn Prozent des Kaufpreises beträgt. Beides sollte man allerdings erst auf den Weg bringen, wenn wirklich erwiesen ist, dass der Verkäufer der rechtmäßige Eigentümer der Immobilie ist. Bei einem Grundstückskauf ist ein Bodentest ratsam.

Rechtzeitig mit der Bank sprechen

Idealerweise wird der Kauf erst dann besiegelt, wenn sich das gesamte Geld dafür bereits auf dem Konto des Käufers befindet, denn: Wer sich zunächst um eine Hypothek bei einer spanischen Bank kümmern muss, könnte die Auswirkungen der Wirtschaftskrise von 2009 zu spüren bekommen. Seitdem vergeben die Banken deutlich weniger Kredite und bewerten die Immobilien selbst. Ihr Preis kann daher stark vom Marktwert abweichen, weshalb sich ein frühzeitiger Banktermin empfiehlt.

Mit dem Geld auf dem Konto wird dann der eigentliche Kaufvertrag von beiden Seiten in Gegenwart eines Notars unterschrieben und anschließend der Kaufpreis zuzüglich Steuern und sonstigen Kosten bezahlt. Wer eine Bankhypothek benötigt, sollte in den Vertrag aufnehmen lassen, dass er gekündigt werden kann, sollte die Bank den Kredit nicht genehmigen – darüber entscheidet sie nämlich erst nach Abschluss des Kaufvertrages.

Neben dem eigentlichen Preis für Haus, Wohnung oder Grundstück fallen Steuern und die Kosten für den Notar an. Die spanische Grunderwerbsteuer beträgt zwischen fünf und zehn Prozent bei Bestandsimmobilien. Bei einem Neubau muss die Mehrwertsteuer in Höhe von zehn Prozent bezahlt werden. Notar, Grundbuchsteuer und -gebühr machen weitere ein bis zweieinhalb Prozent des Kaufpreises aus.

Wer diese Hürden gemeistert hat, die nicht wirklich höher sind als bei einem Immobilienkauf in Deutschland, der darf sich auf durchschnittlich sieben Sonnenstunden täglich freuen – nur einer der Gründe, weshalb es jedes Jahr Tausende Deutsche nach Spanien zieht.

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  • Quelle: red | Foto Haus: cstekelenburg / Claudia Stekelenburg; Foto mit Wasser: kirkandmimi / Kirk Fisher, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 22.05.2019 - 21:08 Uhr
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