Wolf erschossen
Magdeburg. Die sich entwickelnde Wolfspopulation in Deutschland ist nicht auf die Oberlausitz beschränkt. So hat ein Jäger im Landkreis Jerichower Land am ersten Juniwochenende einen Wolfsrüden erschossen. Wahrscheinlich handelt es sich um eines der beiden Tiere, die auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow seit Mitte des vergangenen Jahres nachgewiesen werden konnten. Wölfe unterstehen nicht dem Jagdrecht, sondern sind nach europäischem Naturschutzrecht streng geschützt.
Schütze muss sich strafrechtlich verantworten
Das Tier wurde am Abend des 6. Juni 2009 während einer Ansitzjagd im Raum Tucheim erlegt. Der namentlich bekannte Schütze wird sich nun dafür strafrechtlich verantworten müssen. Eine vorsätzliche oder fahrlässige Tötung ist nach Bundesnaturschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 50.000 Euro Geldbuße zu ahnden. Bei vorsätzlicher Tötung eines streng geschützten Tieres kann eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, bei Fahrlässigkeit bis zu sechs Monaten ausgesprochen werden.
Auf Grund der auf dem Truppenübungsplatz seit Mitte 2008 konstant nachweisbaren Hinweise auf das Vorkommen von Wölfen gingen Fachleute davon aus, dass es in diesem Jahr dort den ersten Wolfsnachwuchs für das Land Sachsen-Anhalt geben könnte.
Seit dem vergangenen Jahr wurde durch zahlreiche Veranstaltungen, Vorträge und Ausstellungen auf eine mögliche bevorstehende Besiedlung des Landes Sachsen-Anhalts durch Wölfe hingewiesen. Der Landesjagdverband als anerkannter Naturschutzverband hatte sich bereits auf einer ersten Veranstaltung zum Thema Wolf im Jahr 2003 positiv positioniert und damit auch den Standpunkt des Deutschen Jagdschutzverbandes vertreten.
Die sachsen-anhaltinische Umweltministerin Petra Wernicke verurteilte den Abschuss: „Der Schütze hat erstens dem Naturschutz und zweitens der Jägerschaft enorm geschadet. Der Umgang mit streng geschützten Arten ist jagdliches Grundwissen. Dies zu ignorieren, ist unentschuldbar.“



-
Was die Menschen bewegt: Politische Stimmungen zwischen Statistik und Lebensalltag
Görlitz, 14. Juli 2025. Die politische Stimmung in Deutschland verändert sich spürbar...
-
Görlitz benennt Dezernat für Integrierte Stadtentwicklung
Görlitz, 5. Juli 2025. Die Stadt Görlitz hat das Dezernat II in „Dezernat für I...
-
Unternehmerverbände der Oberlausitz lehnen Bildungsurlaub ab
Görlitz, 23. Juni 2025. Mehrere Unternehmerverbände der Oberlausitz haben sich klar gegen ...
-
Gemeinsame Stadtratssitzung in der Europastadt
Görlitz, 10. Juni 2025. Die Stadträte von Görlitz und Zgorzelec kommen heute um 16:30...
-
Oberbürgermeister Ursu wirbt in Berlin für Görlitzer Projekte
Görlitz, 21. Mai 2025. Oberbürgermeister Octavian Ursu hat am Mittwoch in Berlin mehrere G...
- Quelle: /red
- Erstellt am 17.06.2009 - 08:15Uhr | Zuletzt geändert am 17.06.2009 - 08:37Uhr
Seite drucken