Stadtratsfraktion: Bahnstation Weinhübel soll bleiben!

Stadtratsfraktion: Bahnstation Weinhübel soll bleiben!Görlitz, 28. Februar 2022. Die Görlitzer Stadtratsfraktion Motor Görlitz/Bündnisgrüne hat einen Antrag gestellt, wonach die Bahnstation Weinhübel auch dann erhalten werden soll, wenn es einmal eine Haltstation in Deutsch Ossig am Berzdorfer See geben sollte. Am Donnerstag, dem 3. März, behandelt der Görlitzer Stadtrat den Antrag.

Abb.: Klarer Vorteil: "Dieser Zug endet hier!" gibt es in Görlitz-Weinhübel nicht, dafür aber Ziele für Bahnfahrer

Bildquelle: Stadtratsfraktion Motor Görlitz/Bündnisgrüne, Görlitz

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Neue Situation – neue Chance für kundenfreundlichen Bahnverkehr

Thema: Parteien, politische Akteure und Wähler

Parteien, politische Akteure und Wähler

Demokratie lebt von Akteuren, die substantiell zu Meinungsvielfalt beitragen, konsensfähig sind und so handeln, dass möglichst viele einbezogen werden und ein allgemein anerkannter Nutzen für die Gesellschaft entsteht, der über das oft genannte "Zeichen setzen" hinausgeht.

Dabei ist es für Motor Görlitz/Bündnisgrüne selbstredend, dass das letzte Wort bei der Bahn liegt: Wenn es der – warum auch immer – nicht gelingt, ihre Triebwagen auf der Durchreise sowohl in Görlitz-Weinhübel als auch in Deutsch Ossig erst zum Stehen zu bringen und dann weiterfahren zu lassen, soll Deutsch Ossig den Vorzug erhalten,

Die Debatten um die Bahnstation in Weinhübel gibt es seit mehr als zehn Jahren. Bereits 2011 fasste der Stadtrat den Beschluss, am Berzdorfer See einen neuen Bahnhalt errichten zu lassen. Dafür sollten die Züge nicht mehr in Weinhübel halten, stattdessen städtische Busse fahren. Im Sommer 2020 folgte der Beschluss, dass Görlitz bei der Bahn Fördermittel für den Neubau am Berzdorfer See und gleichzeitig für den Rückbau des Haltepunktes Weinhübel beantragt. Allerdings unter der Bedingung, dass nochmals Gespräche zum Erhalt der Station in Weinhübel geführt werden.

Mittlerweile hat sich die Situation verändert. Die Bahn stellt nicht mehr die Bedingung, dass für einen Haltepunkt in Deutsch Ossig die Station in Weinhübel abgerissen werden muss. Das sieht Mike Altmann (Motor Görlitz) positiv: "Bis der neue Haltepunkt am Berzdorfer See in einigen Jahren fertig ist, bleibt Weinhübel am Netz. Dann wird geprüft, ob beide Stationen bedient werden können. Wir wissen aus den Gesprächen mit Bahn und ZVON, dass eine Standzeit im Bahnhof Görlitz von drei Minuten für Personalwechsel nötig ist. Diese finden wir bereits im aktuellen Fahrplan. Weitere Pufferzeiten sind vorhanden, um sowohl in Weinhübel als auch in Deutsch Ossig zu halten. Deshalb sind wir optimistisch, dass wir den Haltepunkt Weinhübel retten können." Der Bedarf ist vorhanden. Anliegende Unternehmen und Einrichtungen wie Kühlhaus, DPFA-Schule und Görlitzer Werkstätten sprachen sich in Stellungnahmen ebenso für den Erhalt der Station Weinhübel aus wie der Bürgerrat des südlichen Stadtteils.

Görlitz würde Kosten sparen

Für die Stadt Görlitz wäre der Erhalt des Bahnverkehrs in Weinhübel nicht nur aus finanziellen Gründen lohnend, so der Hinweis von sagt Dr. Jana Krauß (Bündnis90/Grüne): "Fällt die Bahn weg, braucht es ein extra Busangebot. Das müsste die Stadt aus eigener Kraft finanzieren. Im Gegensatz dazu entstehen Görlitz für den Haltepunkt Weinhübel keine Kosten. Es wäre zudem das falsche Signal. Wer gibt im Jahr 2022 freiwillig eine Bahn-Station auf? Das Ziel der klimaneutralen Stadt würde damit konterkariert."


Kommentar:

Gedanken haben den Vorzug, dass man mit ihnen experimentieren kann, freilich nur mit den eigenen. So ein Gedanke wäre, die Bahnstrecke Görlitz – Zittau als eine Art S-Bahn zu betrachten. Dann wären beide Stationen noch einfacher denkbar, oder?

Und wenn wir schon mal beim Denken sind: Welchen Wert hat die Bahnstation Deutsch Ossig im Winter? Während man in Weinhübel eine weitgehend gleichmäßige Auslastung übers Jahr unterstellen darf, dürfte der Berzdorfer See – zumindest was Bahnreisende betrifft – vor allem ein Saisongeschäft bleiben.

Aber das wissen andere besser, vermutet

Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red / Kommentar: Thomas Beier | Bildquelle: Stadtratsfraktion Motor Görlitz/Bündnisgrüne, Görlitz
  • Erstellt am 28.02.2022 - 18:05Uhr | Zuletzt geändert am 28.02.2022 - 18:55Uhr
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