Art déco aus Schlesien in Görlitz zu sehen
Görlitz, 14.03.2013. Ist es das Vergessen, das uns Schlesien auf faszinierende Weise immer wieder neu entdecken lässt? Das Schlesische Museum zu Görlitz zeigt ab dem 23. März "Art déco in Schlesien - Porzellan und Glas" und gibt damit Zeugnis von der künstlerischen wie technologischen Leistungsfähigkeit der Menschen dieses Landes.
Im Juli Museumsfest rund um Art déco
Art déco - die aus Frankreich kommende arts décoratifs - bestimmte nach dem Ersten Weltkrieg bis weit in die 1930er Jahre hinein in vielen Ländern die Gestaltung von Produkten wie auch die Architektur und durchdrang viele Lebensbereiche.
Die gestalterische Freiheit, mit der Formen, Materialien, Farben und Motive in stark stilisierter Form ohne strenge stilbildende Anschauung kombiniert wurden, brachte außergewöhnliche, heute teils bizarr anmutende Objekte hervor. Besonders die auf den Export bedachten schlesischen Produzenten setzten auf den Trend und richteten die Produktion von Möbeln, Fahrzeugen, Schmuck, Kleidung und Gebrauchsgegenständen am Art déco, das weitestgehend werkstoffunabhängig war, aus. Besonders die industriell und in Serienfertigung verwendbaren Werkstoffe wie Porzellan, Keramik, Glas und Metall bestimmten die Sortimente der Art-déco-Waren.
So ist Art déco heute vor allem aus den früher in ganz Schlesien angesiedelten Porzellanfabriken und von den Glasherstellern im Riesengebirge, in der Grafschaft Glatz und in Penzig erhalten.
Beim Porzellan produzierten die großen Unternehmen wie C. Tielsch und C. Krister in Waldenburg in ihrem riesigen Sortiment nur zu einem geringen Anteil Porzellan in den modernen Formen. Aber die Porzellanfabrik in Königszelt, die Firmen K. Steinmann und von C.H. Tuppack in Tiefenfurt und Reinhold Schlegelmilch in Tillowitz setzten viel stärker auf das außergewöhnliche Design. Die Entwerfer der Modelle und Dekore sind heute kaum noch nachweisbar, doch dokumentieren die in großer Bandbreite gezeigten Porzellane das hohe künstlerische Niveau der Produktion.
So auch bei den Glasherstellern wie der Josephinenhütte AG in Schreiberhau und der Firma Richard Süßmuth in Penzig. Dort war man ebenfalls offen für den neuen Stil und schuf moderne Gläser, die sich erfolgreich mit der Konkurrenz aus Böhmen und Österreich messen konnten.
Prädikat: Unbedingt hingehen!
Art déco in Schlesien - Porzellan und Glas
Eine Ausstellung des Schlesischen Museums zu Görlitz
Schönhof, Brüderstraße 8, 02826 Görlitz
Vom 23. März bis zum 31. Oktober 2013,
geöffnet Di bis So von 10 bis 17 Uhr.
Ausstellungseröffnung!
Freitag, 22. März 2013, 19 Uhr.
Begleitborschüre!
Zur Ausstellung erscheint eine Begleitbroschüre.
Informationen und Bestellung:
http://www.schlesisches-museum.de/Shop.1174.0.html
Museumsfest rund um Art déco!
Zum Schlesischen Tippelmarkt in Görlitz am 20. und 21. Juli 2013 findet im Schlesischen Museum zu Görlitz ein Museumfest für Jung und Alt rund um das Thema „Art déco“ statt.
Mehr:
http://www.schlesisches-museum.de
Danke!
Ausstellung und Publikation wurden gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.
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- Quelle: red | Fotos: Przemysław Jermaczek
- Erstellt am 13.03.2013 - 21:07Uhr | Zuletzt geändert am 13.03.2013 - 22:47Uhr
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